Roller in der thailändischen Hauptstadt Bangkok

Der Verkehr in manchen asiatischen Städte gleicht einem ewig währenden Stau. Vor allem tagsüber stehen die Fahrzeuge mehr, als dass sie fahren können. Kein Wunder, dass Motorroller und Motorräder in den Städten Asiens weit verbreitet sind. Sie sind günstig, schneller als Autos und schlängeln sich durch die verstopften Straßen. Als erstes Ridesharing-Unternehmen bietet Uber nun auch Motorroller in bestimmten Städten an.

Den Anfang machte vor einer Woche die thailändische Hauptstadt Bangkok, in der UberMoto startete. Seit heute können sich Kunden auch in der südindischen Millionenstadt Bangalore per Motorroller durch die Stadt fahren lassen. Der Dienst wird dort zwischen sieben Uhr morgens und  21 Uhr Abends angeboten. Der Kilometer kostet drei Rupien, was umgerechnet vier Cent sind. Pro Fahrt fällt ein Minimumpreis von 20 Cent an. Verglichen mit den Preisen für ein Uber Car ist das deutlich günstiger: Der Basispreis für eine Fahrt liegt bei 50 Rupien, was umgerechnet 68 Cent sind.

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Uber sucht in den beiden Städten noch nach Fahrern. Besitzer von Motorrollern müssen die gleichen Qualifikationen erbringen, wie jeder andere Uber-Fahrer: Neben einem gültigen Führerschein müssen sie den Motorroller als Taxi registrieren lassen. Hier gibt es in Indien allerdings je nach Stadt unterschiedliche Regelungen. Weiter gilt, dass Fahrer und Beifahrer einen Schutzhelm tragen müssen.

Dass Uber das Geschäftsmodell in Asien auf Motorroller ausweitet, ist angesichts der Vielzahl der Roller vor Ort nicht verwunderlich. Es zeigt auch, das Uber flexibel auf die Anforderungen der Märkte reagiert. Gleichzeitig setzt der Mobilitätsriese mit diesem Schritt seinen Hauptkonkurrenten Ola unter Druck. Der Marktführer in Indien hatte erst vor wenigen Wochen eine strategische Allianz mit dem chinesischen Uber-Gegner Didi Kuaidi beschlossen, um Uber den Markteintritt in Indien zu erschweren.

Mit der Idee, die vielen Millionen Besitzer von Motorrollern ins Boot zu holen, könnte Uber ein wichtiger Erfolg auf den asiatischen Märkten gelingen. Gleichzeitig weitet Uber damit seine Kundschaft aus und spricht auch Zahlungsschwächere an. Die Schlacht um die Vorherrschaft im Ridesharing in Asien geht in eine neue Runde.

Bild: Gettyimages/Piyapat CHIEOVANICH