Prof. Amnon Shashua, Technischer Direktor sowie Vorsitzender von Mobileye (links) und Dr. Herbert Diess (rechts), Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen.

Der Umbau des Volkswagen-Konzerns ist im vollen Gange. Auf der CES in Las Vegas stellte VW-Markenchef Herbert Diess nicht nur ein neues Fahrzeugkonzept vor, sondern verkündete auch die Kooperation mit dem israelischen Startup Mobileye. Das junge Unternehmen stellt eine intelligente Lösung für das zukünftige autonome Fahren her. Statt mit teuren Laserscannern die Welt zu durchleuchten, setzt Mobileye auf eine günstige Kamera, die die Umgebung scannt.

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 Der Vorteil liegt nicht nur im deutlich niedrigeren Preis für das System, sondern auch in der Verringerung der versendeten Datenmengen. Das EyeQ genannte System kann Routen, Landschaften und andere Umgebungsdetails mit einer extrem niedrigen Bandbreite übermitteln. Schätzungsweise müssen lediglich 10 KB an Daten pro gefahrenem Kilometer übermittelt werden. Somit ist die Mobileye Technologie perfekt für Gebiete, die nur über unzureichende technische Infrastrukturen verfügen. Das wiederum hat den Vorteil, dass ein Fahrzeug auch in abgelegenen Gegenden autonom steuern kann, die über eine schlechte Netzwerkabdeckung verfügen.

VW ist nicht der einzige Konzern, der mit Mobileye verbunden ist. Mit General Motors arbeiten die Israelis schon seit längerer Zeit zusammen. Interessant ist aber, dass VW in einem Bereich eine weitere Kooperation sucht, die eigentlich schon intern durch HERE Maps abgedeckt ist. Über die Konzerntochter Audi ist VW auch an dem Unternehmen beteiligt.

Mobileye hat allerdings gegenüber HERE Maps einen gewaltigen Vorteil. Das System aus Israel setzt auf den Crowdsourcing-Effekt. Da das System mobil ist, kann es theoretisch von Millionen Anwendern weltweit genutzt werden. Die gesammelten Kartendaten sind somit tagesaktuell und sehr genau.

Dabei ist das Geschäft mit den Kartendaten eigentlich nur ein Abfallprodukt für Mobileye. Eigentlich hatte man das System entwickelt, um auch in älteren Fahrzeugen sicherheitsrelevante Warnungen vor Kollisionen, Fußgängern oder Fahrbahnwechseln auszugeben. Da autonome Fahrzeuge aber auf tages- und stundenaktuelle Kartendaten angewiesen sind, hat sich für das Startup ein weiteres Geschäftsmodell entwickelt.

Bild: VW AG