Wenn man zynisch sein möchte, dann könnte man sagen, dass man beim Autofahren zwei Dinge am häufigsten macht: im Stau stehen und einen Parkplatz suchen. Während man gegen Staus im Moment nur wenig machen kann, arbeitet der Volkswagen-Konzern an einer Lösung, mit der die Suche nach einem Parkplatz verkürzt werden kann. Das Auto der Zukunft soll sich selbst einen Standplatz suchen und dabei gleichzeitig auch noch seine Akkus aufladen.

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V-Charge nennt VW seine Idee, bei der ein Golf mit E-Motor in einem Parkhaus seinen eigenen Standplatz sucht, auf dem er per Induktion aufgeladen wird. Bei der Vorführung in einer Garage in Amsterdam klappte das schon mal ganz gut. Tatsächlich fuhr der Golf einmal über die gesamte Etage und bremste auch brav vor VW-Mitarbeitern, die sich todesmutig in dem Weg gestellt hatten. Am Ende landete der Wagen auf seinem präparierten Parkplatz.

Die Idee stammt nicht allein von VW, sondern ist ein von der EU gefördertes Projekt, bei dem die ETH Zürich die Federführung inne hat. Die technische Umsetzung von V-Charge ist nicht trivial. Damit ein Auto in einem Parkhaus sicher navigieren kann und weiß, wo es hinfahren darf, muss das Parkhaus vorher genau vermessen werden. Die so erschaffene Karte muss dann wiederum im System des Fahrzeugs hinterlegt sein, inklusive sämtlicher Änderungen, wie zum Beispiel durch eine kurzfristige Baustelle.

Damit V-Charge also funktioniert, müssten die meisten Parkhausbetreiber erst einmal das Gebäude genau ausmessen lassen. Dazu kommt der Parkplatz mit den Induktionsschleifen. Die Investitionen dürften einige Millionen Euro allein in Deutschland bedeuten. Es wird also dauern, bis man seinen Wagen alleine auf Parkplatzsuche wird schicken können. VW geht davon aus, dass man aber in den nächsten fünf Jahren mit der Einführung des Systems in ausgewählten Städten rechnen kann.

Bild: VW AG