Jamba, Exit, VeriSign

Kaum hatte Alando den Besitzer gewechselt, galt es im Hause Samwer auch schon, das nächste Betätigungsfeld zu finden. Im Jahr 2000 gründeten die Samwers daher gemeinsam mit dem Handelskonzern Metro und dem Telekommunikationsdienstleister Debitel das Unternehmen Jamba! (www.jamba.de). Namentlich wohl von der amerikanischen Saftkette “Jamba Juice” inspirert, handelte es sich dabei anfangs um einen Marktplatz für mobile Inhalte, bald wurde aber auf das damals lukrative Klingeltongeschäft umgesattelt.

Jamba! wird nach seinem Exit durchgereicht

Jamba! hatte sich dabei eine junge Zielgruppe ausgesucht, die primär über Werbung auf deutschen Musiksendern adressiert wurde, weshalb die Samwers sich schnell den Titel der Klingelton-Brüder sicherten, zeigten sie doch ihre Härte bei der Kundenakquise anhand der hitzig diskutierten „Jamba-Sparabos“ auf.

Wirtschaftlich tat dies keinen Abbruch: Vier Jahre nach Gründung übernahm der US-Kommunikationskonzern Verisign den kontroversen Klingeltonanbieter für stattliche 273 Millionen US-Dollar und verkaufte diesen dann im Oktober 2008 an Rupert Murdochs News Corporation weiter, der Jamba! zur Fox Mobile Distribution GmbH umbenannte. Es folgte – wohl vor allem durch den Verlust des Geschäftsmodells aufgrund der aufkommenden Smartphones und fortschrittlicheren Handys – der Niedergang des Klingeltonanbieters.

Einer Massenentlassung Anfang 2010 schloss sich eine weiterer Verkauf an die Jesta Group an, der für News Corporation wohl sehr verlustreich gewesen sein dürfte. Zuletzt reduzierte Jamba! seine Mitarbeiterzahl erneut und dürfte auf Dauer mangels Geschäftsmodell eher in verschiedene kleine Divisionen zerschlagen werden. Ein eher bitterer Verlauf nach potentem Exit für die Samwer-Brüder.

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