StudiVZ, Exit, Holtzbrinck

StudiVZ (www.studivz.net) dürfte wohl zu den am intensivsten diskutierten deutschen Exits zählen und auch die drei Samweraner waren an diesem Meilenstein der hiesigen Internetgeschichte beteiligt. Als Teilhaber des Social-Networks vermochten es die drei Brüder geschickt, die Hochphase von StudiVZ für einen Bieterkampf auszunutzen.

Griff Holtzbrinck zu tief in die Tasche?

Neben Holtzbrinck, das später für 85 Millionen Euro zuschlagen sollte, war auch Springer-Chef Mathias Döpfner an Deutschlands größtem Social-Network interessiert. Doch bei 85 Millionen Euro stieg Döpfner aus, was ihn heute wohl froh stimmen dürfte: Der StudiVZ-Kauf gilt seither in der Szene als eine der überteuertsten Investitionen überhaupt, die sich für Holtzbrinck bisher nicht rechnet, dem Geldgeber eine Plagiatsklage von Facebook einbrachte und bei StudiVZ den Innovationsgrad deutlich senkte.

Zum Zeitpunkt seines Verkaufes war StudiVZ mit seinen Ablegern SchülerVZ (www.schuelervz.net) und MeinVZ (www.meinvz.net) klarer Marktführer in Deutschland. Mittlerweile dürfte die Netzwerk-Gruppe diesen Status an Facebook verloren haben, in das die Samwers nach ihrem VZ-Ausstieg investierten, um anschließend dessen Europa-Expansion mit anzuleihern. Gerüchten zufolge sollen die Samwers den Verkauf an Holtzbrinck damals auch befördert haben, weil ihnen im Umkehrschluss Anteile an Parship (www.parship.de) zugesichert wurden – ein Arrangement, von dem die anderen Investoren nichts wussten, das sich bisher aber auch nicht belegen ließ.

Zur Brisanz des StudiVZ-Exits

Glaubt man dem Manager Magazin war der StudiVZ-Exit auch in anderer Hinsicht brisant: So wollten sich etwa die ehemaligen Hexal-Eigner Andreas und Thomas Strüngmann an StudiVZ beteiligen, erhielten aber kurz vor dem erfolgreichen StudiVZ-Exit die dafür überwiesenen zehn Millionen Euro zurück – das Geld wurde nicht gebraucht.

StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani bezeichnete den Exitvertrag im Nachhinein als eine “Eskapade”, bei der Holtzbrinck und die Samwers dem Gründer-Team übel mitgespielt haben sollen, weshalb sich Dariani seither in Gerichtsverhandlungen befinde. „Diplomatisch ausgedrückt: Ich kann niemandem empfehlen, mit Samwer Geschäfte zu machen. Gerade junge Uniabsolventen mit ihren Ideen laufen Gefahr, massiv über den Tisch gezogen zu werden“, ließ Dariani später im Manager Magazin verlauten.

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