12 Mythen der Gründungsfinanzierung und die Realität
11. Februar 2010 von Gerald Schönbucher 10Kommentare
Interessante Lektüre bietet dieser Tage ein interessantes Buch von Scott A. Shane, Entrepreneurship Professor an der Case Western Reserve University, mit dem Titel „The Illusions of Entrepreneurship“. Shane entmystifiziert darin auf Basis empirischer (US-amerikanischer) Daten eine ganze Reihe von vermeintlichen Glaubenssätzen der Gründungsfinanzierung:
- Mythos: Für ein StartUp benötigt man viel Geld. Realität: Man braucht nicht viel Geld, um ein StartUp zu gründen. Das typische US-StartUp benötigt weniger als 25.000 US-Dollar Startkapital.
- Mythos: Gründer suchen überall nach Kapital. Realität: Die meisten Gründer erhalten ihr Startkapital nicht von anderen (Friends, Families & Fools, Business-Angels, VCs) sondern verwenden ihre eigenen Ersparnisse.
- Mythos: Vermögende tendieren eher zur Gründung. Realität: Unerwartete Vermögenszuwächse erhöhen zwar die Wahrscheinlichkeit, dass jemand gründet. Aber Vermögendere neigen nicht stärker zu einer Gründung als der Durchschnittsbürger, es sei denn sie gehören zu den 10 Prozent der Vermögendsten und werden dann Freiberufler.
- Mythos: Gründer verschulden sich nicht persönlich. Realität: StartUps nehmen kein Fremdkapital auf, aber ihre Gründer tun es und haften dafür persönlich.
- Mythos: StartUps mit guten Geschäftsideen und guten Teams erhalten Kapital. Realität: Einer der am häufigsten übersehenen Gründe, weshalb jemand eine externe Finanzierung bekommt ist einfach, dass er danach fragt.
- Mythos: Sehr „frische“ StartUps erhalten am ehesten Geld. Realität: Ein Grund, weshalb einige Unternehmen externes Kapital erhalten und andere nicht ist, dass sie bereits weiter entwickelt, ggf. schon Cash-Flow-positiv sind und somit das Risiko für die Kapitalgeber geringer ist.
- Mythos: StartUps sind fast ausschließlich eigenkapitalfinanziert. Realität: StartUps können auch Fremdkapital erhalten. Im Durchschnitt beträgt ihre Fremdkapitalquote sogar 50 Prozent.
- Mythos: StartUps erhalten von Banken kein Geld. Realität: Banken verleihen Geld an StartUps. Die am häufigsten vorkommende Quelle von Fremdkapital sind Banken.
- Mythos: Von Freunden und Familie Startkapital zu erhalten, ist einfach und üblich. Realität: Die häufig zitierten „Friends & Family“ sind eine schlechte Quelle für externes Kapital.
- Mythos: VCs sind für die Eigenkapital-Versorgung von StartUps zentral. Realität: VCs versorgen weniger als 1 Prozent junger Unternehmen mit Kapital. Insgesamt sind sie für weniger als 2 Prozent des gesamten Gründungsfinanzierungsvolumens verantwortlich.
- Mythos: VCs sind gegenüber Business-Angels relevanter. Realität: Informelle Investoren bzw. Business-Angels sind eine wichtigere Kapitalquelle für StartUps als VCs.
- Mythos: Der typische informelle Investor ist ein klassischer Angel – vermögend, erfahren, hohe Investitionen tätigend und mit hoher Renditeerwartung. Realität: Der typische informelle Investor ist deutlich weniger vermögend, hat deutlich weniger Erfahrung, tätigt deutlich geringere Investitionen und erwartet deutlich geringere Renditen als uns gemeinhin Glauben gemacht wird.
Kennen die Leser von Gründerszene vielleicht noch andere Mythen…?
Über den Autor:
Gerald Schönbucher ist einer der Gründer von Hitflip (www.hitflip.de) und Hitmeister (www.hitmeister.de), in dessen Blog dieser Beitrag auch erschien.



Mythos: für die initialen Betriebskosten braucht man Kapital. Realität: in Zeiten von Skype, Google Apps, Cafes mit WLAN, viel Open Source, flexiblen Rechtsformen und gelebtem Networking sind die Kosten sehr gering. Faktisch kann nur der eigene Lebensunterhalt anfallen. #wirnennensarbeit
Mythos: Start Ups sind nicht durch Banken finanziert.
Realität: der Mythos stimmt!! Gerald, zeig mir ein start up, welches durch Banken finanziert ist… o.k., kfw bürgschaftsausfall und so… da haftet der staat… nicht die bank
Ein Facebook finanziert keine Bank, eine MCDonalds Filiale kein VC.
Welche StartUps hat Scott Shane denn in seiner Datenmenge?
[...] zum Beitrag [...]
Lukasz,
bei Internet-/Technologiestartups mag eine Bankfinanzierung die absolute Ausnahme darstellen. Shane betrachtet alle Existenzgründungen in den Staaten. Da ist also auch der Bäckergeselle, der sich nach Erhalt des Meisterbriefes selbständig macht und von seiner “Hausbank” die Ausstattung finanziert bekommt, dabei.
Sascha,
s.o.
achso, der artikel richtet sich also eher an selbständige denn an unternehmer… für diese ist vielleicht förderland die bessere plattform… hier auf gründerszene spielen die big boys their big games… ;) ;) ;)
Mythos: Es gibt kein Kapital in Deutschland. Realität: Es gibt verglichen mit Amerika nur zu wenig Kapital, was für die frühe Phase eines Startups bereit steht. Denn das deutsche Kapital ist tendeziell risikoavers und wandert lieber auf Sparkonten als in spannende Geschäftsideen. Allein im Jahr 2009 sind aus der enorm hohen Sparquote der deutschen Haushalte annähernd 200.000.000.000 Euro auf Sparkonten statt in Innovationen und Entrepreneurship geflossen.
Mythos: Start Ups sind nicht durch Banken finanziert.
”
lukasz
Realität: der Mythos stimmt!! Gerald, zeig mir ein start up, welches durch Banken finanziert ist… o.k., kfw bürgschaftsausfall und so… da haftet der staat… nicht die bank
”
die Karo Internet GmbH (www.xchar.de) ist mehrheitlich durch die Stadtsparkasse KölnBonn finanziert
Gruß Jens
Jens, xchar? waren da nicht die Samwers/ EFF mal die ersten Investoren? vielleicht verwechsele ich das Start Up auch, aber war mir so…
Ja aber nur ganz kurze Zeit sind nennen wir es mal “kosten neutral” raus genommen worden ;) lange Geschichte und nichts was man mal eben hier besprochen könnte, geschweige den sollte…
Gruß Jens
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