Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), UG (haftungsbeschränkt), UGH, Mini-GmbH, 1-Euro-GmbH

Jetzt ist es amtlich wie unter anderem die (Print)-FAZ heute schreibt: Die GmbH-Gründung wird erleichtert. Die Neuerung beeinhaltet einige weitreichende Änderungen für zukünftige (GmbH)-Gründer. Die so genannte “Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)” stellt eine Unterform der GmbH dar und kann bereits ab einem Euro Stammkapital gegründet werden.

Die Änderungen der UGH im Überblick

Die wichtigsten Vereinfachungen auf einen Blick:

  • Die Mini-Gmbh (UG (haftungbeschränkt)) mit nur einem Euro Mindestkapital kommt.
  • Folgerichtig ist auch eine Stückelung der Anteile ab einem Euro möglich (vorher: 100 Euro).
  • Das Mindestkapital einer klassischen GmbH wird auf 10.000 EUR gesenkt.
  • Bei Verwendung einer Mustersatzung kann unter Umständen auf eine notarielle Beglaubigung verzichtet werden.
  • Der Gründungs-Dauer wird stark verkürzt.

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Die “1-Euro-GmbH” ist vor allem als Antwort auf die zahlreichen Limited-Gründungen zu sehen. Aus Gründersicht hat die Mini-GmbH gegenüber der Limited uner anderem den Vorteil, dass die Rechnungslegung nicht mehr nach englischem Recht erfolgen muss. Hinzu kommt, dass bei Verwendung einer Standard-Satzung zukünftig sogar auf den Gang zum Notar verzichtet werden kann, solange keine Grundstücke eingebracht werden. Dies ist vor allem auch deshalb eine gute Nachricht, weil so auch der Gründungsprozess erheblich beschleunigt wird.

Darüber hinaus werden auch einige verwaltungsrechtliche Aspekte von der Handelsregister-Eintragung der GmbH abgekoppelt. Die Gründung einer GmbH binnen eines Tages soll hierdurch in greifbare Nähe rücken. Wer schon einmal mit einer GmbH-Gründung befasst war, wird dies zu schätzen wissen…

Beschränkungen der UG (haftungsbeschränkt)

Einige (sinnvolle) Beschränkungen zu Gunsten des Gläubigerschutzes beeinhaltet das Gesetz aber natürlich auch:

  • 25 Prozent des Jahresgewinnes müssen solange in die Rücklagen eingestellt werden bis die 10.000 Euro (der “klassischen” GmbH) erreicht sind.
  • Schutzmaßnahmen gegen unseriöse Insolvenz-Praktiken.
  • Mini-GmbHs müssen mit dem Kürzel UG firmieren.

In punkto Seriösität hat das Kürzel UG aufgrund des fehlenden haftenden Kapitals klare Nachteile gegenüber der klassischen GmbH. Gerade im ohnehin häufig noch als unseriös geltenden Internet-Geschäft kann das natürlich problematisch sein, weil die Mindesteinlage immer auch eine gewisse “Ernsthaftigkeit” der Unternehmen symbolisiert hat. Allerdings hat dies auch zahlreiche Limiteds (zum Beispiel StudiVZ oder Virtualnights) nicht von einer guten Entwicklung abgehalten…

Insgesamt ist die Gesetzesreform somit aus Gründersicht sicherlich sehr positiv zu bewerten – unabhängig davon, ob man sich nun für eine UG (haftungsbeschränkt) oder eine klassische GmbH entscheidet. In Kraft treten sollen die Änderungen allerdings erst zur ersten Jahreshälfte 2008 – zu spät für alle die schon jetzt Ideen entwickeln… Weitere hilfreiche Details und Informationen zur Mini GmbH / UG (haftungbeschränkt) finden sich auch im Gründerszene-Lexikon.

Update: Ein informativer Beitrag zu diesem Thema findet sich auch in einem Artikel zum Thema Mini-GmbH-Gründung.

Artikel zum Thema Unternehmensgründung:

Wichtiger Hinweis

Der vorliegende Beitrag stellt weder eine Rechtsberatung dar noch ersetzt er die Beratung durch einen fachkundigen Rechtsanwalt, bei der die Besonderheiten des Einzelfalls berücksichtigt werden können. Der Beitrag ist abgestimmt auf die dem Autor bei der Veröffentlichung bekannte Rechtsprechung und die herrschende Meinung in der einschlägigen Literatur. Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Textpassagen im Lichte eines unbekannten oder nicht veröffentlichten Urteils zu beanstanden sind oder sich deren Inhalte verändert haben. Bitte informieren Sie sich über derartige Umstände oder holen im Zweifel fachkundigen Rat ein.

Bildmaterial: Clarita
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