Der zyklische Markt für Venture Capital
Der Markt für Venture Capital unterliegt bestimmten Zyklen und wie das Zitat treffend beschreibt, unterliegt auch diese Branche in bestimmten Phasen gewissen Störungen. Dieser Artikel soll Gründern auf der Suche nach einer VC-Finanzierungen einen Einblick in wesentliche Muster und Treiber der Venture Capital Branche geben.
„Throughout the history of venture capital, various cycles have occurred, where key elements of the industry got out of balance.“
National Venture Capital Association Yearbook 2002 , S. 9
Nach Bernand S. Black und Ronald J. Gilson (Autoren des Papers: „Venture Capital and the Structure of Capital Markets“, erschienen in: Journal of Financial Economics 47, 1998) hat das Kapital die Eigenschaft stets zum Ort mit der besten Risiko/Renditen Relation zu fließen und legt damit den Grundstein für die Zyklizität des Venture Capital Marktes, welche durch die nachfolgende Abbildung dargestellt und im Anschluss beschrieben wird.
Verzeichnet das Venture-Capital enorme Renditen durch Börsengänge oder Verkäufe von Firmen, erhalten Venture Capital Gesellschaften einen erhöhten Kapitalzufluss. Dies ruft zwei wesentliche Effekte hervor:
- Die vorbildlichen Gründungsgeschichten belegen die (trügerische) Einfachheit des Aufbaus und Verkaufs einer Neugründung. Somit gibt es mehr (potentielle) Gründer und vermehrt Neugründungen.
- Der erhöhte Zufluss von Kapitalin die Venture Capital Branche, welcher durch die enormen Renditen entsteht, schafft die Auflegung neuer VC-Fonds und erhöht das Kapitalvolumen bereits bestehender Fonds.
Daraus folgt, dass VC-Gesellschaften um die attraktivsten Neugründungen mit den besten Ideen & Gründerteam konkurrieren. Das erhöhte Kapitalvolumen der VC-Branche erzeugt einen Investitionsdruck – es muss investiert werden.  Somit sinkt der Preis des Kapitals. Es werden vermehrt Neugründungen finanziert, die häufigstark überbewertet sind oder die in anderen Phasen des VC-Zyklus kein Kapital erhalten hätten. Diese Negativ-Auslese wird durch weitere Prozessbegünstigt – vermehrte Neugründungen und damit zusammenhängend Investmentanfragen verringern die Qualität der Due-Dilligence-Prüfungen, größere Portfolio’s der VC-Gesellschaften verschlechtern das Betreuungsverhältnis und somit wird aus dem eigentlichen „Smart-Capital“ nur noch „Semi to Non-Smart Capital“.
Die Folgen: Die Ausfallsraten und somit die Abschreibungen der VC-Gesellschaften steigen und die Rendite sinkt. Die veränderte Risiko-/Rendite-Relation ist für Investoren unattraktiv, sie verlagern ihre Kapitalallokation auf andere Segmente. Die VC-Gesellschaften hingegen werden deutlich restriktiver in der Beurteilung von Investmentanfragen. Nach dem Motto, die stärksten Modelle setzen sich durch, werden zwar weniger, dafür aber Unternehmen mit überdurchschnittlicher Erfolgsaussicht finanziert. Diese Unternehmen werden besser von den VC-Gesellschaften unterstützt, erzielen hohe Verkaufspreise oder erfolgreiche Börsengänge, was zu hohen Renditen für VC-Gesellschaften führt – der Kreislauf schließt sich.
Fazit:
Betrachtet man diesen Zyklus im Kontext der derzeitigen wirtschaftlichen Situation wird deutlich, dass wir uns derzeit in der Phase der geringen Kapitalallokation in die VC-Branchebefinden. Anscheinend haben sich die VC-Gesellschaften in den letzten Jahre etwas übernommen (readmore: Venture Capital: Ein miserables Jahrzehnt) und merken derzeit, dass doch nicht alles Gold ist, was glänzt. Folglich wird der Erhalt eine Start-Up Finanzierung durch eine restriktivere Prüfung derzeit schwieriger und die Konditionen durch geringere Firmenbewertungen schlechter. Während in 2006/07 eine Finanzierung noch lange nicht mit einer guten Idee, gutem Gründerteam oder einem erfolgreichen Geschäft gemessen an Profitabilität korrelierte, entspricht derzeit der Erhalt einer Finanzierung einem Reputions-Label. Zudem kommt, dass Portfoliounternehmen sowie neu-finanzierten Unternehmen mit verstärkter Unterstützung seitens der VC-Gesellschaften rechnen können – und das kann im Zweifelerfolgsentscheidend sein. Somit stimme ich Maximilian Niederhofer von Atlas Ventures bei, 2009 schlägt die Stunde der „wahren Unternehmer“!
Über den Autor Janis Zech:
Janis Zech arbeitet als Analyst für Team Europe Ventures. Neben der Betreuung und Unterstützung von Portfoliounternehmen treibt er den Ideenresearch und interne Projekt voran. Vor Team Europe Ventures widmete er sich seinem wirtschaftswissenschaftlichem Studium an der Universität Witten/Herdecke, welches er durch einen Auslandaufenthalt in Stockholm, diversen Praktika & Projekten komplementierte. Zudem blogged Janis über Unternehmertum in einer vernetzen Welt (janiszech.de), engagiert sich für die Wittener Unternehmergespräche & plant die Gründung eines E-Commerce Unternehmens in 2010.





Ach alles blödsinn! Letztendlich müssen die VCs weiterhin investieren. Die Finanzkrise ist sowieso nur ein Trick der VCs, um in eine bessere finanzielle Verhandlungsposition zu kommen. Letztendlich ist es aber auch wieder typisch deutsch. Anstatt wie Barack Obama sich hinzusetzen und zu sagen, dass es wieder Bergauf gehen wird, wird stumpf alles schlecht geredet.
Die Politik hat sich auch schon die “Finanzkrise” als Grund für die schlechte wirtschaftliche Lage bei Seite gelegt. Wenn es dazu kommt, dann werden sich die Politiker dann diesen Grund aus Ihrer Hosentasche herausziehen und Euch das präsentieren.
Es bringt doch überhaupt nicht die ganze Zeit negative Stimmung zu erzeugen. Das bringt niemanden irgendwas! Man man man … es geht weiter! Die Finanzkrise ist doch letztendlich das Problem der VC-Geber selbst, hat prinzipiell nicht den Gründer zu interessieren. Wenn der VC-Geber jetzt in so einer Phase Angst hat und nicht mehr investieren will, dann sollte er/sie Brötchen verkaufen.
naja, von investieren müssen ist bei VC´s eher nicht die Rede.
VC´s verwalten ja in der Regel das Geld von High Profile Investoren
( Ultra High Net Worths ), also keine “affluent” Investoren in Verbindung mit Einlagen der Manager selbst!
Bei diesen UHNW´s ( family offices, “SuperReiche” ) ist die oberste Priorität der Kapitalerhalt bei gleichzeitigem ausnutzen von Chancen auf den verschiedenen Märkten = Asset Klassen.
Der VC – Anteil in einer Global Asset Allocation ist eher zwischen 5-20 % je nach Risikoneigung der Anleger.
VC´s warten gerne auch mal ab und legen derweil, wenn auch zu schlechteren Konditionen in Bunds /festverzinslichen Wertpapieren etc. an, um dann auf die Richtigen Chancen zu warten & zuzuschlagen!
Und derzeit steigen die Chancen an interessante Geschäftsmodelle zu günstigen Preisen zu kommen! :-) IMHO
Was weisst Du denn schon Schulze :-)
@Thomas
Dein Post ist sogar noch größerer Blödsinn als der eigentliche Blogpost. Der Autor beschreibt lediglich einen kleinen Teil der Bildung einer “Blase”. In diesem Fall am Beispiel des Web 2.0, kurz beleuchtet aus der Perspektive von VCs.
Interessant wäre eine tiefere Analyse, welche das Enstehen der Blasen beschreibt und die Auswirkungen vom Platzen dieser aufzeigt.
Dein Satz, “Die Finanzkrise ist sowieso nur ein Trick der VCs”, werter Thomas, disqualifiziert dich eigentlich schon direkt. Lies mal 2-3 Bücher über unser Monetary System und du wirst verstehen was gerade passiert.
Mit leichtem Schmunzeln habe ich die akademische Betrachtung des VC-Business gelesen. Prima, hört sich gut an! Kann man aber einfacher ausdrücken: die Leitidee eines jeden normalen VC-Unternehmens ist es, für einen möglichst minimalen Einstandspreis das mögliche Maximum des Unternehmens zu möglichst vorteilhaften (Zins)-Konditionen zu bekommen. Dies ist ein “kleiner” Unterschied zu Business Angels, die Kapitla+knowhow+eigene Arbeitsleistung mitbringen. Es gibt, das fehlt in diesem sicher gutgemeinten Erklärungsmodell auch der simple Hinweis, das natürlich VC-Kapital das teuerste Kaital ist, das GRünder einwerben können. Mit gigantischem Abstand zu allen anderen Finanzierungsmodellen. Was also tun?
+ auch wenn es sich völlig “unsexy” anhört: die Sonderprogramme der KfW in 2009 muss einfach jeder Gründer dringend lesen, denn Kapital bei einer bis zu 90%-igen Haftungsfreistellung wird es nach 2009 nie wieder geben, bestimmt nicht. Wenn Eure IHK nicht völlig verschnarcht ist (gibts leider) gibt es dort Spezialisten für KfW-Mittel. Hingehen, checken, mit der Hausbank reden.
+ klar, Business Angels: anders als die VC-gesellschaften müssen sie nicht um ihre Existenzberechtigung kämpfen, die meisten haben zwar auch Geld verloren an den Märkten, haben aber keine Anteilseigner im Nacken
+ Grösste Vorsicht in 09/10 bei den VCs: den meisten sitzt die nackte Überlebensangst im Nacken, wenn überhaupt Investitionsgespräche geführt werden, dann – habe ich vergangene Woche als Coach eines Teams selbst erlebt- sind die Bedingungen noch unterirdischer als vor der Krise
+ Optimist bleiben: wir gründen zum Beispiel munter weiter, wenn auch sehr “den Ball flach haltend” – trotzdem, time to move :)
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