Beteiligungsgesellschaften, High-Tech Gründerfonds, HTGF

Der dritte Pfeiler der öffentlichen Förderung besteht aus Beteiligungsgesellschaften. Diese stellen vor allem Eigenkapital oder stille Beteiligungen in Form von Nachrangdarlehen zur Verfügung, welche dann als eigenkapitalähnlich angesehen werden. Hier dominieren vor allem die mittelständischen Beteiligungsgesellschaften und Beteiligungsarme der Landesbanken. Auf Bundesebene steht innovativen StartUps darüber hinaus der High-Tech Gründerfonds zur Verfügung.

Beteiligungsgesellschaften

High-Tech Gründerfonds (HTGF)

Der High-Tech Gründerfonds ist Deutschlands bekannteste öffentliche Beteiligungsgesellschaft. Das Geld des HTGF stammt aus einer “public-private Partnership” des Bundes, der KfW und namhaften Unternehmen Deutschlands. Investiert wird es in chancenreiche Technologieunternehmen in Form einer Seed-Finanzierung von bis zu 500.000 Euro. Diese besteht aus einer direkten Beteiligung in Höhe von 15 Prozent und einem nachrangigen Gesellschafterdarlehen, welches durch eine Option wandelbar sein kann. Die Gründer selbst müssen 20 Prozent/10 Prozent (alte/neue Bundesländer) der Beteiligungssumme aufbringen, wovon die Hälfte ein dritter Investor aufbringen kann. Man sollte beachten, dass bei einer weiteren Finanzierungsrunde der Anteil des HTGF in der Regel nicht verwässert, da das Darlehen gewandelt wird. Dadurch ist die Verwässerung der Gründer umso stärker.

Mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBGs) und Beteiligungen durch Landesbanken

Mittelständische Beteiligungsunternehmen sind privatrechtlich organisierte Gesellschaften, welche durch öffentliche Mittel refinanziert werden. Fast jedes Bundesland hat eine eigene Gesellschaft. Die Gesellschafter der MBG sind häufig Banken, Verbände, Versicherungen oder Kammern. Ihr Ziel ist es, junge Unternehmen in der Region zu stärken. Die Investition der MBGs geschieht durch eine typische stille Minderheitsbeteiligung. Diese soll die Höhe des Eigenkapitals nicht überschreiten. Die Laufzeit der stillen Beteiligung ist auf zehn oder mehr Jahre ausgelegt. Die Rendite, welche auf die Einlage anfällt, hängt von der Beteiligungsgesellschaft ab. Es sind Modelle mit festem Zinssatz möglich oder einem Split aus einem Kapitalmarktzins plus einer Rendite, die sich am Erfolg der Gesellschaft orientiert. Eine Liste mit den Anschriften und Internetadressen der einzelnen Beteiligungsgesellschaften findet sich bei der Bürgschaftsbank Sachsenanhalt.

Neben den MBGs engagieren sich einige Landesbanken aktiv im Beteiligungs- und Wagniskapitalgeschäft. Die Beteiligung geschieht in der Regel auch über stille Beteiligungen, wobei es auch Gesellschaften gibt, die offene Beteiligungen eingehen. Im Vergleich mit primär gewinnorientierten Corporate-Venture-Capital-Gesellschaften haben MBGs und Beteiligungsgesellschaften der Landesbanken den Vorteil, dass ihr Zweck sich mehr an politischen Zielen und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit in der Region bemisst. Das spiegelt sich dann in den niedrigeren Renditeerwartungen wider.
Beteiligungsformen der Beteiligungsgesellschaften

Offene Beteiligung

Eine offene Beteiligung ist eine Beteiligung am Stammkapital bzw. Kommanditkapital der Gesellschaft. Der Investor wird dadurch Gesellschafter und hat die damit einhergehenden Rechte und Pflichten. Diese werden im Gesellschaftsvertrag zusammen mit dem Unternehmensziel geregelt. Die offene Beteiligung ist für Außenstehende erkennbar, da sie im Handelsregister erfasst wird. Der Investor bleibt so lange Gesellschafter, bis er sich von den Geschäftsanteilen, beispielsweise durch einen Verkauf, wieder trennt. Ihr Vorteil ist, dass keine Rückzahlungsverpflichtung entsteht. Gerade am Anfang, wenn Cash-Flows niedrig, volatil oder nicht vorhanden sind, eignet sie sich am besten. Der Preis dafür ist ein Teil der Freiheit die man aufgibt.

Typische stille Beteiligung / stille Gesellschaft

Eine typische stille Beteiligung ist eine Beteiligung im Innenverhältnis. Der Investor wird am Gewinn des Unternehmens beteiligt, jedoch nicht am Vermögen der Gesellschaft. Außenstehende können das Beteiligungsverhältnis nicht erkennen und es wird auch nicht im Handelsregister eingetragen. Nach Außen tritt er als Gläubiger des Unternehmens auf. Der Vorteil der stillen Beteiligung ist, dass man sie zurückzahlen kann. Dafür benötigt man aber einen halbwegs stabilen Cash-Flow um die Zinsbelastung tragen zu können.

Wandelbares Darlehen

Ein wandelbares Darlehen bedeutet, dass man das Darlehen zu einem gewissen Zeitpunkt von Fremdkapital in Eigenkapital wandeln kann. Dies wird als Verwässerungsschutz benutzt, um in einer späteren Finanzierungsrunde den Anteil an der Firma zu halten. Dazu wird das Darlehen mit einer Option kombiniert, die es dem Besitzer erlaubt, wandeln zu können aber nicht zu müssen. Im Falle der Wandlung verringern sich dann auf der Bilanz die Finanzverbindlichkeiten und das Eigenkapital steigt. Falls keine Wandlung erfolgt, wird das Darlehen

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Bildmaterial: Seemann
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