BPW, Businessplan-Wettbewerb, Fördermittel, Förderprogramme, staatliche Finanzierung

Die Beliebtheit von Businessplanwettbewerben und damit auch ihre Bedeutung nimmt weiter zu. Gab es 2002 noch 44 Wettbewerbe von nennenswerter Größe, so sind es heute bundesweit schon über 80 Veranstaltungen. Die Teilnahme bietet für StartUps eine Reihe attraktiver Chancen und Vorzüge. Nicht nur, dass den Teilnehmern Know-How durch Experten vermittelt wird und wichtige Businesskontakte geknüpft werden können, die Gewinner werden auch durch Finanzspritzen in Höhe von bis zu 50.000 Euro unterstützt. Viele inzwischen erfolgreiche Unternehmen wie die Internetfirma brands4friends, Deutschlands meistgenutzter Online-Shopping-Club, haben in der Vergangenheit schon von Businessplanwettbewerben profitiert. brands4friends hatte 2008 so beispielsweise den renommierten Deutschen Unternehmerpreis gewonnen, der ihr durch die Harvard Business School Association of Germany verliehen wurde.


Die Chancen in den einzelnen Wettbewerben erfolgreich zu sein, sind dabei generell gar nicht so schlecht. Nur wenige der über 80 Veranstaltungen verzeichnen dreistellige Bewerberzahlen und mit einem gut ausgearbeiteten Konzept hat man auch als noch sehr junges StartUp realistische Chancen sich auf einen der vorderen Plätze zu schwingen.

So schön die Vielfalt und der Facettenreichtum an Businessplanwettbewerben in Deutschland jedoch ist – so schade ist auch der große Wertmutstropfen den diese Fragmentierung mit sich zieht. In persönlichen Gesprächen mit Gründerinnen und Gründern und der Lektüre der einschlägigen Blogs, Magazine und Foren ist so immer wieder zu sehen das nur sehr wenige der angebotenen Wettbewerbe auch weitläufig bekannt sind. Viele der Wettbewerbe fristen medial eher ein Schattendasein und sind unter Umständen genau deshalb ein Geheimtipp.

In der mit diesem Artikel beginnenden Reihe sollen aus diesen Gründen in regelmäßigen Abständen die interessantesten Wettbewerbe der jeweils kommenden zwei bis drei Monate präsentiert werden. Wir hoffen damit möglichst viele Gründer für eine Teilnahme zu inspirieren und freuen uns selbstverständlich wenn Ihr uns über Eure Erfahrungen, Erfolgsgeschichten und Eindrücke bei einer Teilnahme auf dem Laufenden haltet und vielleicht sogar mit einer Art Wettbewerbstagebuch teilhaben läßt. Schickt uns diese Berichte einfach an redaktion@gruenderszene.de oder postet sie einfach als Kommentar unter diesen Artikel.

ÜBERSICHT – Ausgewählte Wettbewerbe Sommer / Herbst 2009

enable2start www.enable2start.de

Einer der begehrtesten Preise ist sicherlich der „enable2start“, der jährlich durch die Financial Times Deutschland und die UnternehmerTUM GmbH (dem Zentrum für Innovation und Gründung der TU München) verliehen wird. Teilnahmeberechtigt sind alle, die kurz vor einer Firmengründung stehen oder in den vergangenen zwei Jahren eine Firma gegründet haben. Der Wettbewerb ist bundesweit ausgeschrieben und auch in Bezug auf die Branche gibt es keine Einschränkungen. Das Konzept bzw. der Businessplan müssen bis spätestens 15. August 2009 eingereicht werden. Bis August/September 2009 findet dann eine Vorauswahl statt. Hierbei werden bis zu zwölf Kandidaten ausgewählt, die ihre Idee am 16. November 2009 persönlich vor einer Expertenjury präsentieren dürfen. Einen Tag später werden die fünf Sieger gekürt. Diese erhalten einen Geldpreis von jeweils 50.000 Euro. Außerdem gewinnen sie ein durch die UnternehmerTUM GmbH durchgeführtes oder vermitteltes Coaching sowie eine ein Jahr lang andauernde regelmäßige Berichterstattung durch die Financial Times Deutschland.

Startbahn Gründerwettbewerb Medizin www.startbahn-ruhr.de

Der „Startbahn Gründerwettbewerb Medizin“ richtet sich speziell an Gründer aus dem Bereich der Gesundheitswirtschaft aus NRW. Organisiert wird er durch den Startbahn Gründernetzwerk e.V., die durch die Europäische Union und das Wirtschaftsministerium NRW unterstützt wird. Anmeldeschluss für Phase 1 ist der 08. September 2009. Es ist aber auch möglich, erst in Phase 2 einzusteigen. Hier muss die Anmeldung bis zum 15. Oktober 2009 eingehen. In Phase 1 erfolgt die Ausarbeitung eines Basis-Businessplans, der dann in Phase 2 zu einem Detail-Businessplan weiterentwickelt wird. Die Teilnehmer werden während des gesamten Wettbewerbes durch Seminare, Workshops, Spezialistensprechstunden und Präsentationstrainings unterstützt. Auch die Preise sind äußerst attraktiv: Am Ende der ersten Phase werden zehn mal 500 Euro ausgeschüttet; nach der 2. Phase sogar insgesamt 50.000 Euro. (1. Platz: 30.000 Euro, 2. Platz: 15.000 Euro , 3. Platz: 5.000 Euro). Allerdings: Die zweite Hälfte des Gewinns erhalten die Sieger nur bei Ansiedlung des Unternehmens in NRW.

BPW-Nordbayern http://www.bpwn.de/

Dieser Wettbewerb wird durch das Netzwerk Nordbayern ausgerichtet. Aus diesem Grund dürfen auch nur Unternehmen und Gründer aus dieser Region daran teilnehmen. Die Branche, in der das Start-Up tätig ist, spielt dabei keine Rolle. Startschuss für den Wettbewerb ist im Oktober 2009. In drei Phasen erarbeiten die Teilnehmer nach und nach einen schlüssigen Businessplan. Phase 1 beinhaltet die Darstellung der Idee und des Kundennutzen. Das Konzept zur Ausschöpfung des Marktpotenzials wird in Phase 2 vorgestellt. Schließlich wird in Phase 3 das Geschäftskonzept umgesetzt und der Finanzbedarf ermittelt. Auch hier erhalten die Teilnehmer bei der Erstellung des Businessplans wieder ausgiebige Unterstützung durch Experten zum Beispiel durch Workshops, schriftliche Bewertungen von den Juroren nach jeder Phase oder individuelle Coachings. Als Starthilfe für sein Unternehmen erhält der Erstplatzierte 15.000 Euro, der zweite 10.000 Euro und der dritte 5.000 Euro . Außerdem können die Gründer in den ersten beiden Phasen zehn mal 500 Euro  bzw. zehn mal 1.500 Euro gewinnen.

WEITERE TERMINE & ANMELDEFRISTEN SOMMER / HERBST 2009

Weitere Wettbewerbe, die sich an Unternehmen mit innovativen Ideen richten und deshalb auch für StartUps interessant sein könnten:

Über die Autoren:

Tobias Johann ist Gründer von sportme und kümmert sich dort als Geschäftsführer um die Bereiche Finanzen, Investor Relations und Vermarktung. Daneben ist Tobias auch Co-Founder von Rheingau Ventures, einem jungen Inkubator mit dem Fokus auf die Bereiche Internet und nachhaltige Energiewirtschaft.

Nach dem Abschluss seines BWL-Studiums mit Schwerpunkt Entrepreneurship an der European Business School (ebs), der University of Sydney und der Universidad Adolfo Ibanez (Chile) arbeitete er für zwei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Chair for Entrepreneurship der ebs. Tobias hat zahlreiche wissenschaftliche Artikel in den Bereichen Corporate Venture Capital, Business Planning und Unternehmerausbildung publiziert und seine Forschungsergebnisse auf Entrepreneurship- und Finance-Konferenzen in neun Ländern präsentiert.

Michael KöhlerMichael Köhler studiert Wirtschaft mit den Schwerpunkten Finanzen und Marketing an der FH Münster und arbeitet im Research-Team von Rheingau Ventures.

Rheingau Ventures hilft Unternehmensgründern ohne festes eigenes Konzept, ein Geschäftsmodell mit Zukunftspotential zu identifizieren, das Team mit den richtigen Personen zu vervollständigen, eine erste Produktversion zu entwickeln und die frühe Lebensphase zu finanzieren. Gründerteams mit eigenen Konzepten unterstützt Rheingau Ventures zudem bei der strukturierten Akquise von Wagniskapital oder bei der Suche nach entscheidenden Teammitgliedern.

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