Gründerfonds, High-Tech Gründerfonds, HTGF

Wie finanziere ich mein StartUp? Die Antwort auf diese Frage erfolgt nicht pauschal, sondern orientiert sich an einer Reihe von anderen Fragen, die der Gründer im Zuge des Businessplans klären sollte. Doch welche Finanzierungsmöglichkeiten stehen dem Gründer überhaupt zur Verfügung? Olaf Jacobi, Partner beim Münchner Venture-Capital-Investor Target Partners (www.targetpartners.de), gibt in seiner Gründerszene-Kolumne einen Überblick, welche Formen der StartUp-Finanzierung in Frage kommen.

Ein Gründer sucht einen Kapitalgeber für seine Unternehmensidee. Generell hat er dafür drei Möglichkeiten:

  • Gründerfonds
  • Business-Angels
  • Seed- und Early-Stage-Venture-Capital-Investoren

Was hat es mit Gründerfonds auf sich?

Schwierig: Finanzierung in der Seed-Phase

Finanzierung? Da lautete die Antwort für High-Tech-Gründer vor einigen Jahren meist nur: „Family, Friends & Fools“ oder staatliche Förderung (zum Beispiel tbg/KfW Frühphase). Diese Finanzierungsquellen reichten jedoch oft nicht, um aus einer Idee und/oder Technologie vermarktbare Produkte und Services zu konzipieren. Dies wiederum wäre aber Voraussetzung für eine anschließende Venture Capital-Finanzierung. Die Folgen: Venture-Capitalisten verloren mehr und mehr das Interesse an der Seed-Phase. Bei den Gründern hingegen hatte das Thema Kapitalbeschaffung oberste Priorität – mit der Konsequenz, dass sie das eigentliche operative Geschäft, nämlich den Unternehmensaufbau, vernachlässigten.

Fonds für High-Tech-Gründer

In den vergangenen Jahren wendete sich das Blatt für High-Tech-Gründer. Fonds entstanden, die sich auf die Finanzierung von Unternehmen dieser Branche spezialisierten. Ein Beispiel ist der 2005 ins Leben gerufene High-Tech Gründerfonds. Insgesamt 272 Millionen Euro stellt dieser von der Bundesregierung und einigen Großunternehmen wie BASF, Deutsche Telekom und Siemens gemeinschaftlich finanzierte Fonds für High-Tech Gründer bereit. StartUps erhalten so bis zu einer Million Euro Kapital in einer ersten Finanzierungsrunde; im Regelfall sind es 500.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt in Form einer direkten Beteiligung am Eigenkapital und einem „eigenkapitalnahen“ Darlehen (einem so genannten Wandeldarlehen). Außerdem erhält der High-Tech Gründerfonds 15 Prozent der Anteile am Unternehmen. Bei späteren Finanzierungsrunden, beispielsweise durch einen Venture-Capital-Investor, kann der Fonds das Wandeldarlehen in Eigenkapital umformen und bewirkt so einen Verwässerungsschutz für seine anfänglichen 15 Prozent Unternehmensanteile. Zwar fallen jährlich zehn Prozent Zinsen für das Wandeldarlehen an, sie können aber in den ersten vier Jahren gestundet werden und belasten nicht die Liquidität des Unternehmens.

Ehrgeiz und Engagement bei Gründern erwünscht

Der High-Tech Gründerfonds unterstützt nur jene Gründer, die ihre Unternehmensidee und ihren Unternehmensaufbau ernsthaft verfolgen. Dies gewährleistet unter anderem folgende Bedingung: 20 Prozent des vom High-Tech Gründerfonds zur Verfügung gestellten Kapitals muss der Gründer selbst aufbringen. Das heißt, bei 500.000 Euro Unterstützung durch den Fonds zahlt das Gründerteam immerhin 100.000 Euro aus eigener Tasche. Erlaubt ist aber, diesen Betrag zur Hälfte durch Business-Angels oder lokale Beteiligungsgesellschaften zu finanzieren. Auch andere Förderprogramme wie EXIST oder die Produkte der Kreditanstalt für Wiederaufbau kommen für die Eigenmittelfinanzierung in Betracht.

Reif für Venture-Capital

Eigenkapital muss vorhanden sein. Das ist die Voraussetzung bei vielen Förderprogrammen und letztlich auch für die Finanzierung durch Banken. Nimmt ein Gründer alle Finanzierungsmöglichkeiten in Anspruch, kann er Finanzierungsvolumina von bis zu einer Million Euro erhalten. Dieses Startkapital bedeutet für die meisten Unternehmen den Durchbruch – und somit sind sie reif für Venture-Capital. In der kommenden Kolumne wird dann auf das Thema Business-Angels eingegangen.

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Bildmaterial: Mconnors
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