Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade nach langer Vorbereitung endlich Ihr neues Geschäft eröffnet: Der Andrang vor der Tür ist groß und auch im Laden selbst stürzen sich die Kunden auf Ihre Produkte. Der Erfolg scheint garantiert, doch an der Kasse regiert das Chaos: Sie akzeptieren keine EC-Karten, Kreditkarten werden zu 50% vom System nicht angenommen und die Dame an der Kasse hat die Anweisung, jeden Geldschein durch Prüfung der Seriennummer bei der Bank zu verifizieren, sodass sich der Bezahlvorgang Ewigkeiten hinzieht. Sie haben in Bezug auf Marketing und Akquise alles richtig gemacht und doch verlassen die Kunden frustriert Ihr Geschäft und Sie können sich sicher sein, dass diese Ihren Freunden davon erzählen. Ganz besonders, wenn Ihnen so etwas online passiert.

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Gerade in diesem Jahr werden aufgrund der steigenden Preissensitivität der Verbraucher viele Kunden ihre Artikel und Dienstleistungen verstärkt aus dem Internet beziehen, es ist also eine chancenreiche Zeit für Ecommerce und Online-Shops. Neben Kundenservice, Shopdesign und innovativen Marketingaktivitäten ist die richtige Auswahl an Zahlungsmitteln ein wichtiger Aspekt, mit denen die Konsumenten sicher und bequem im Online-Shop bezahlen können. Auf welche Kriterien müssen Webshops bei der Auswahl einer Zahlungsabwicklungslösung achten, um Kunden dauerhaft an sich zu binden und somit langfristig den Umsatz zu steigern?

Tipps zur Auswahl der richtigen Zahlungsmittel im eCommerce

Gerade für StartUps ist das Thema Payment oft nur ein Randthema, das anderen Bereichen wie Produktentwicklung oder Marketing meist untergeordnet wird. So werden unüberlegt teure und teilweise exklusive Verträge mit falschen Anbietern geschlossen, die lediglich massive Kosten und unnötigen Integrationsaufwand nach sich ziehen, ohne die gewünschte Umsatzwirkung zu erzielen. Die richtige Auswahl an Bezahlsystemen ist jedoch ein entscheidender und nicht zu unterschätzender Faktor, der Wachstum und Umsatzentwicklung eines StartUps erheblich beeinflussen kann. Oftmals ist jungen Unternehmen nicht klar, welche Bezahlmethoden sie für eine Umsatzmaximierung wirklich brauchen, welche Kosten dabei einzuplanen sind und worauf man bei der Auswahl von Payment-Anbietern achten sollte.

StartUps sollten sich daher vor der Einbindung eines Zahlungsmittels und der Auswahl eines Payment-Anbieters folgende Fragen stellen:

Welche Anforderungen muss ein Zahlungsverfahren erfüllen? Welche Zahlungsmittel sind notwendig?

Für die Abwicklung von Zahlungen im Internet stehen zum einen klassische Bezahlmethoden zur Verfügung, die bereits im Offline-Handel verwendet werden. Auf der anderen Seite spezialisieren sich einige Anbieter zunehmend auf Zahlungsmethoden im Internet und haben diese fest als alternative Zahlungslösungen etabliert. Die Zahlungsarten reichen dabei von den „Klassikern” wie Rechnung, Vorkasse oder Nachnahme über Lastschrift und Kreditkarte, Online-Banking Verfahren sowie verschiedenen eWallets. In Deutschland stehen Kunden und Händlern derzeit etwa 40 Zahlungsarten zur Verfügung. Doch nicht jedes Zahlungsverfahren besitzt bei Kunden die gleiche Akzeptanz, weshalb es sich als Webshopbetreiber empfiehlt, vielfältige Bezahloptionen für seine Kunden zur Auswahl zu haben.

Grundsätzlich kann man sagen: Je mehr Zahlungsverfahren einem Kunden zur Verfügung stehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass er eine für sich passende Zahlungsmethode findet und sich für einen Kauf entscheidet. Des Weiteren minimiert man so das Risiko, dass Transaktionen aufgrund technischer Mängel evtl. nicht ankommen. Die meisten Online-Shops haben deshalb drei bis fünf Zahlungsverfahren in ihre Seiten integriert. Das Problem ist nur, dass Online-Shops mit jedem Zahlungsanbieter über Konditionen und Einbindung individuell verhandeln und dann etliche Schnittstellen integrieren und managen müssen, wenn sie mehrere Zahlungsmethoden anbieten möchten.

Auf welche Besonderheiten/Kriterien muss man bei der Auswahl und der Integration einer Zahlungsabwicklungslösung achten?

Bevor man sich für oder gegen eine bestimmte Bezahlmethode oder einen Anbieter entscheidet, sollten beispielsweise zukünftige internationale Aktivitäten in die Überlegung einbezogen sowie die anvisierten Zielgruppen festgelegt werden, um die passenden Bezahlarten zu finden. Grundsätzlich gilt: Präferenzen bei den Bezahlarten sind vor allem kulturell und sozial bedingt und variieren stark von Land zu Land. Während für die USA und Großbritannien Kredit- und Debitkarten ausreichen, benötigt man beispielsweise in Frankreich in jedem Fall die „Carte Bleue”. In den Niederlanden bezahlen hingegen die meisten Kunden per „iDEAL”, in Österreich sollte man „eps” (früher netpay) anbieten und in Skandinavien sind Online-Banking-Optionen wie „Nordea” weit verbreitet.

Gute Anbieter von Bezahlsystemen ermöglichen Unternehmen von vornherein eine Abdeckung aller international wichtigen Zahloptionen, sodass eine Justierung und Feinabstimmung auch später möglich ist, ohne dass dafür eigens neue Verträge oder Integrationen nötig sind. Viele StartUps richten bei der internationalen Expansion oft langwierig lokale Bankkonten ein oder gründen internationale Tochtergesellschaften, ohne zu wissen, dass gute Bezahlanbieter auch lokale Konten und unterschiedliche Währungen anbieten. Damit entfällt oft die Notwendigkeit einer Tochtergesellschaft. Eine Übersicht über alle Länder und empfohlenen Bezahloptionen findet ihr hier.

Die Integration von Bezahloptionen ist sehr aufwändig. Der technische Prozess reicht von zwei Tagen bis zu mehreren Wochen, je nach Komplexität der eigenen Plattform und Systemarchitektur sowie des jeweiligen Bezahlsystems. Man sollte daher versuchen, möglichst alle Bezahlarten von einem Anbieter und über eine Integration zu beziehen, um die Aufwendungen möglichst gering zu halten – gerade bei jungen Unternehmen in der Startphase. Bei der Auswahl des richtigen Partners kann die Integration aller relevanten Bezahlmethoden und des Risikomanagements inklusive Vertragsabschlusses in zwei bis drei Tagen erfolgen.

UPDATE: Inzwischen sind auch Teil 2 und Teil 3 verfügbar, oder ihr ladet euch diese PDF runter, wo alle drei Teile zusammengefasst sind: Zahlungsmittel im Internet

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