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In den nächsten Tagen möchte ich auf Gründerszene in einer interaktiven Artikel-Reihe gerne einmal eine Idee von ihren Anfängen bis zur “VC-Präsentation” begleiten. Beginnen wir mit der Idee und einem kurzen “Realitätscheck”.

Wer kennt es nicht, das Problem: Verträge, die sich selbst verlängern.

Wie oft (pro Jahr), vergisst man, einen Vertrag (Handy, Zeitschrift, Webspace etc.) vor der automatischen Verlängerungsfrist zu kündigen, obwohl man ihn doch eigentlich gar nicht mehr haben wollte?

Ergebnis einer kleinen, spontanen Abstimmung hier in der WG: ca. 2-3 mal! Was das kostet? Nerven und Geld. Man fühlt sich so… “über’s Ohr gehauen” von diesem gemeinen Einsatz kleingedruckter Vertragsklauseln und elendig langer AGBs.

72 EUR für das um ein Jahr verlängerte Zeitungsabo schmerzten nicht so sehr, wenn man nicht wüsste, dass der Verlag die “Kündigungsvergesser” in der “Customer Lifetime Value” bzw. “Attrition Rate” schon fest mit einkalkuliert hat. Und nun gehört man selbst zu den “Dummen”. Und nicht zum ersten Mal.

Nun, was denkt sich der gründungsfreudige Zeitgenosse?: “Wo ein Schmerz ist, ist auch Platz für eine Lösung!” Wie könnte eine Lösung für dieses Problem aussehen?

Erster Gedanke: “Online-Plattform”. Immer gut ;-)

Die Plattform müsste erstmal Übersicht schaffen. Welche (Abo-)Verträge habe ich überhaupt, mit wem, und mit welchen Daten? Seine Vertragsdaten müsste der User natürlich selbst eingeben – freiwillig stellt die uns kein Anbieter zur Verfügung. Wir können den User aber mit einer Datenbank der geläufigsten Veträge und ihrer Konditionen unterstützen. Sind erstmal alle Vertragsverhältnisse hinterlegt, müssten Kündigungen dann mit einem Klick vorgenommen werden können und würden dann per Fax / Print-on-demand Brief oder auf anderem Wege übermittelt. Ah, ein Traum, wenn es das gäbe – ich würde es sofort nutzen :-)

Zweiter Gedanke: “Moment, wir sind ja in Deutschland.”

“Problem gelöst” ist vielleicht mit dem amerikanischen “wenn es jemandem hilft, wird man damit auch irgendwie Geld verdienen können”- Ansatz ok, aber in Deutschland will man schon eine klare Monetarisierungsstrategie sehen:

Monetarisierung?

1.      Wem nützt unsere Plattform am meisten? – Den Konsumenten, die sich aus der “Falle” der automatischen Verlängerungen befreien.

Können wir denen etwas verkaufen? – Schwerlich. Dummerweise erwarten Konsumenten im Internet fast alles kostenlos zu erhalten. Wir könnten ein Freemium-Modell fahren und zusätzliche Features verkaufen (natürlich auch als Abo :-) ). Wir könnten auch transaktionsbasiert abrechnen: pro Vertragsabschluss/-kündigung ein paar Cent. Das könnte aber die Akzeptanz bei den Usern und damit das Wachstum unserer Lösung gefährden. Viele User bedeuteten nämlich eine gewissen Marktmacht und damit ließe sich dann doch etwas anfangen:

2.      Wem schadet unsere Plattform am meisten? – Den Unternehmen, deren Kunden seltener vergessen, zu kündigen.

Können wir denen etwas verkaufen? – Durchaus. Wenn unsere User bei uns ihre Verträge verwalten und kündigen, haben wir eine ziemlich interessante, gebündelte Nachfrage. Denn wo unsere User Verträge verwalten und beenden, sind sie wohl auch empfänglich für neue Angebote und “Leads” zu besseren/anderen Angeboten als ihre bestehenden.

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