Alternative zu VC, finanzierung, förderprogramm, ProFIT, staatliche Förderung

Die Zuschussförderung der KfW Mittelstandsbank namens „Gründercoaching Deutschland“ stellt eine einmalige Chance für Unternehmensgründer und StartUps dar, die Beratung zu wirtschaftlichen, finanziellen und organisatorischen Fragen in Anspruch nehmen wollen. Wurde die eigene Geschäftsidee innerhalb der letzten fünf Jahre verwirklicht, kann ein großzügiger Zuschuss, der aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gespeist wird, beantragt werden.

Ziel der Unterstützung ist die Verstärkung der Wettbewerbsfähigkeit des noch jungen Unternehmens. Im Einzelnen bedeutet das: Ein Workshop zu Online-Marketing ist förderfähig, Steuerberatung (zum Beispiel die Aufstellung von Jahresabschlüssen) jedoch nicht; ein Coaching zu Export und Zoll wird bezuschusst, die Rechtsberatung bei einer Abmahnung nicht.

Relevanz für Gründer und Internetunternehmer

Im Vorlauf einer Unternehmensgründung muss an viele Formalitäten gedacht werden – Steuerberater, Versicherungsfachleute und Rechtsanwälte werden aufgesucht, ein Businessplan wird entworfen und mit Investoren bzw. Kreditgebern verhandelt. Die Strategie steht dann erst einmal nur auf dem Papier, an der konkreten Umsetzung fehlt es aber noch. Häufig fehlt jungen Internet-Unternehmen zum Beispiel eine konkrete und professionelle Online-Marketing-Strategie bzw. die Kenntnisse, diese umzusetzen, auch wenn nicht mit einer Agentur zusammengearbeitet werden soll.

Die Instrumente des Online-Marketings sind zum Teil nicht bekannt oder ihr volles Potential wird nicht ausgeschöpft. Mit dem Ziel, den Erfolg der eigenen Geschäftsidee – sei es nun ein Online-Shop, ein Dienstleister oder eine Community – zu vergrößern, kann eine externe Beratung zu SEO, SEM etc. mit Hilfe des KfW Gründercoachings anteilig gefördert werden. Wichtig zu wissen ist dabei, dass die Förderung der Beratungsleistungen erst nach der Unternehmensgründung erfolgen kann.

Fördermodelle

Beim Gründercoaching Deutschland der KfW Mittelstandsbank handelt es sich um eine deutschlandweit angebotene Bezuschussung. Allerdings gibt es zwischen den alten und den neuen Bundesländern Unterschiede in der Förderhöhe: In den neuen Bundesländern werden 75 Prozent des Beraterhonorars gefördert. In den alten Bundesländern (einschließlich Berlin) können Unternehmensgründer mit einer Förderung von 50 Prozent des Beraterhonorars rechnen.

In den so genannten „Phasing-out“-Regionen Brandenburg-Südwest, Lüneburg, Leipzig und Halle (Gebiete, die zur Steigerung ihrer wirtschaftlichen Leistungskraft noch bis 2013 eine zusätzliche ESF-Übergangsunterstützung erhalten) werden ebenfalls Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent des Beraterhonorars gezahlt. Die maximale Bemessungsgrundlagen für die KfW-Beihilfe beträgt 6.000 Euro – das Nettoberaterhonorar darf diese Grenze nicht überschreiten. Das Honorar für ein Tagewerk (ein Tag entspricht acht Stunden) sollte höchstens 800 Euro betragen, darüber liegende Honorare werden nicht mehr gefördert.

Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit erhalten einen besonders hohen Zuschuss: Sie können sich im ersten Jahr nach der Gründung Beratungshonorare in Höhe von 90% fördern lassen, wobei die Bemessungsgrundlage maximal 4.000 Euro beträgt. Eine erneute Beantragung von Zuschüssen in den folgenden vier Jahren ist möglich, denn die Bemessungsgrenze von 6.000 Euro für das Gründercoaching darf vollständig ausgeschöpft werden.

Die folgenden Rechenbeispiele sollen die Problematik der Bemessungsgrundlage bzw. -grenzen verdeutlichen:

Bewerbungsablauf eines Förderprogramms

Frisch gegründete Unternehmen, die noch Beratungsbedarf in wichtigen Bereichen (zum Beispiel Online-Marketing oder Personalführung) sehen, sollten sich zunächst an ihren zuständigen Regionalpartner vor Ort (meist die IHK oder die Handwerkskammer) wenden. Der Regionalpartner ist während der gesamten Förderungsabwicklung – von der Erstberatung bis zur Abrechnung – erster Ansprechpartner der Jungunternehmer. Er spricht bei Erfüllung der Fördervoraussetzungen für das Gründercoaching-Programm eine Empfehlung an die KfW Mittelstandsbank aus. Diese schickt dann nach erfolgreicher Bewerbung eine Förderzusage an den Bewerber.

Nun müssen die Gründer nur noch einen Coach aus der KfW-Beraterbörse auswählen, einen Coachingvertrag aushandeln und diesen innerhalb von acht Wochen nach der KfW-Zusage an den Regionalpartner und die KfW Mittelstandsbank weiterleiten. Der Vertrag sollte innerhalb von maximal 12 Monaten umgesetzt werden, sonst erlischt die Zuschussbewilligung. Die abschließenden Auswertungs- und Abrechnungsunterlagen erhält wiederum der Regionalpartner.

Fazit: Recherche nach Fördermöglichkeiten lohnt sich

In Deutschland gibt es unzählige Förderprogramme mit den unterschiedlichsten Zielen, die mit Geldern aus dem Europäischen Regional- und Strukturfond (ERSF), aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) sowie mit Mitteln von Bund und Ländern unterhalten werden. Gerade für junge Unternehmen lohnt sich eine Recherche der Fördermöglichkeiten für das Bundesland, in dem sie ihren Unternehmenssitz haben.

Das Gründercoaching Deutschland der KfW Mittelstandsbank ist als spezielle Maßnahme zum Zwecke der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmensgründern in der gesamten Bundesrepublik Deutschland noch bis 2013 verfügbar. StartUps können mit dem KfW Gründercoaching ihren hohen Beratungsbedarf wenigstens teilweise sehr kostengünstig decken.

Linkliste zu staatlichen Förderprogrammen:

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