Alternative zu VC, finanzierung, förderprogramm, ProFIT, staatliche Förderung

Die Rettungspakete für Banken und Automobilindustrie sind geschnürt, die ersten finanziellen Hilfen in Anspruch genommen. Aber das Gefühl der Angst und Unsicherheit ist dennoch überall spürbar. Auch viele Menschen, die eine Existenzgründung planen sind verunsichert. Aber Selbstständigkeit ist möglich, auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Wichtige Partner für Gründer sind dabei die Förderbanken der Länder. In Berlin etwa steht die Investitionsbank Berlin (IBB) Existenzgründern mit Rat und Tat zur Seite.

Berlin Start

Im Rahmen ihrer Produktfamilie „Berlin INTRO“ hält die IBB eine Palette an Produkten bereit, die sich speziell an angehende Unternehmer wendet. Wichtigstes Programm innerhalb dieser Familie ist das Gründerprogramm „Berlin Start“. „Es steht Existenzgründern und jungen Unternehmen mit einem Finanzierungsbedarf von bis zu 100.000 Euro zur Verfügung“, sagt Heinz-Joachim Mogge, Bereichsleiter Wirtschaftsförderung Gewerbekunden in der IBB.

Die eigentliche Förderung erfolgt auf Darlehensbasis bei einem Zinssatz, der für neu gegründete Unternehmen sehr günstig ist. Im integrierten Antragsverfahren wird gleichzeitig eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg GmbH (BBB) beantragt. Hiermit können bis zu 80 % des Kredits abgesichert werden.

Und was genau fördert die IBB mit Darlehen aus „Berlin Start“? Mogge zufolge können damit zum Beispiel Investitionskosten, Betriebsübernahmen, Betriebsmittel oder etwa Kosten für die Erstausstattung eines Warenlagers finanziert werden.

Ganz wichtig: Existenzgründer, die das Programm in Anspruch nehmen wollen, müssen zuvor einen entsprechenden Antrag bei ihrer Hausbank stellen. Diese kümmert sich dann auch um die Bürgschaft der BBB. Mogge: „Die Unterlagen dafür können auf der Internetseite der IBB herunter geladen werden.“ Die Adresse lautet www.ibb.de/berlinstart.

Berlin Kredit

Ebenfalls interessant für Gründer ist das IBB-Programm „Berlin Kredit“. Zugeschnitten ist das Programm auf Existenzgründer, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Freiberufler generell aller Branchen. Es basiert auf dem Unternehmerkredit der KfW und wird zusätzlich mit einer Zinssubvention von 20 Basispunkten für KMU vergünstigt. Finanziert werden Investitionen und Betriebsmittel mit Darlehen bis zu zehn Millionen Euro. Auf Antrag ist eine Kombination mit einer Bürgschaft der BBB möglich. Wie bei „Berlin Start“ erfolgt die Vergabe des Berlin Kredits über die Hausbank. Weitere Informationen gibt es hier: www.ibb.de/berlinkredit.

KMU-Fonds

Ein weiteres Programm, das Gründern offen steht, ist der „KMU-Fonds“. Auch dieses Darlehens-Programm dient der Finanzierung von Investitionen und damit verbundener Betriebsmittel. „Wir bezeichnen den KMU-Fonds gerne als Fall für alle Fälle“, so Mogge. Er ist sehr vielseitig einsetzbar und schließt Lücken im bestehenden Finanzierungsangebot. Für Umschuldungen, Nachfinanzierungen oder Sanierungen kann er aber nicht herangezogen werden. Bis zu einem Volumen von 25.000 Euro erfolgt hier die Finanzierung durch die IBB zu erleichterten Bedingungen. Liegt die Darlehenssumme über 25.000 Euro, gestaltet die IBB die Finanzierung gemeinsam mit einer Geschäftsbank. „Wenn sich die Hausbank an der Finanzierung nicht beteiligen will, können wir im Rahmen des KMU-Fonds Darlehen bis zu 250.000 Euro auch im Alleingang bewilligen“, sagt der IBB-Bereichsleiter. Die Laufzeiten der Darlehen betragen bis zu 20 Jahren. Bei Mikrodarlehen sind es im Normalfall sechs Jahre. Mehr dazu hier:  www.ibb.de/kmu-fonds.

Einer besonderen Beliebtheit gerade bei Gründern erfreuen sich Mikrokredite bis zu einer Maximalsumme von 10.000 Euro. Von den 241 Krediten, die im Jahr 2008 aus dem KMU-Fonds der IBB vergeben wurden, zählten allein 199 zu diesem Segment. „Innerhalb von zwei bis drei Wochen können unsere Kunden mit einer Entscheidung über ihren Mikrokredit rechnen“, sagt Mogge. Die Darlehensentscheidung beruht auf einer konkreten Vorhabensbeschreibung, dem Nachweis der fachlichen Qualifikation und einem persönlichen Interview mit dem Kunden.

Wie komme ich an einen Mikrokredit?

Das Procedere, um in den Genuss eines Mikrokredits bis 10.000 Euro zu kommen, ist denkbar einfach. Der Kunde stellt zunächst sich und sein Vorhaben bei der IBB schriftlich vor. Hier gilt es kurz und prägnant die wesentlichen Informationen zum Geschäftsinhalt, zum Finanzbedarf und zur Finanzierung darzustellen. Darüber hinaus gibt er Informationen zu seiner eigenen fachlichen und kaufmännischen Qualifikation, zur Wettbewerbs- und Konkurrenzsituation, zum Produkt bzw. zur Dienstleistung, zu Werbemaßnahmen und zum Standort. Ergänzt werden die Angaben durch eine Checkliste zur Vorbereitung auf die Gründung bzw. Umsetzung des Vorhabens. „Wenn es um eine Unternehmenserweiterung oder -übernahme geht, sind auch die Zahlen des Unternehmens erforderlich“, erklärt der IBB-Experte.

Der zweite Schritt ist dann das persönliche Gespräch, in dem die wesentlichen Aspekte des Vorhabens und dessen Vorbereitung, Erfolgsfaktoren sowie die Gründer- bzw. Unternehmerpersönlichkeit im Mittelpunkt stehen. Grundlage dieses Gesprächs, das der Kunde mit einem IBB-Berater führt, bilden dabei die Angaben im Antragsformular.

Wenn es um einen Mikrokredit unter 10.000 Euro geht, verzichtet das Institut in der Regel auf die Vorlage eines Businessplans und einer Rentabilitäts- bzw. Liquiditätsplanung. Dennoch prüft die Förderbank für die Kreditentscheidung die grundsätzliche Kapitaldienstfähigkeit. Dabei berücksichtigt sie neben einer Schufa-Abfrage die Auskünfte, die der Kunde über sich gegeben hat. Ganz wichtig für die Entscheidung, ob die IBB den Kredit vergibt oder nicht, sind die fachlichen und kaufmännischen Kenntnisse und Erfahrungen des Kunden.

Übrigens: Das Programm „KMU-Fonds“ wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Nähere Angaben zu den einzelnen Programmen sowie die aktuellen Zinskonditionen finden sich auf den angegebenen Internetseiten der IBB. Bei konkreten Fragen steht Euch die IBB aber unter folgender Kontaktdaten auch persönlich zur Verfügung.

Kontakt:

Investitionsbank Berlin
Bundesallee 210
10719 Berlin
Tel.: (030) 2125 – 4747
Fax: (030) 2125 – 3322
E-Mail: kundenberatung.wirtschaft@ibb.de
Internet: www.ibb.de

Über den Autor:

Christian Hartwich (rechts) ist Pressereferent in der Investitionsbank Berlin (IBB). Heinz-Joachim Mogge ist Bereichsleiter Wirtschaftsförderung Gewerbekunden in der Investitionsbank Berlin (IBB). Die Aufgabenschwerpunkte der IBB liegen bei der Förderung des Berliner Mittelstandes. Mit ihren monetären Förderangeboten, einer umfassenden Finanzierungsberatung und einer an betriebswirtschaftlichen Kriterien orientierten Förder- und Kreditbearbeitung unterstützt sie gezielt vor allem kleine und mittlere, technologieorientierte Unternehmen in der Region. In der Immobilienförderung ist die IBB Ansprechpartner in allen immobilienbezogenen Finanzierungsfragen.

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