Steuererklärung, Steuern sparen, Steuervorteile, Steuertricks

Bei der Gründung eines Unternehmens gilt es einiges zu beachten. Ist die richtige Idee für eine Gründung gefunden, dann geht es an die Umsetzung. Aus steuerlicher Sicht werden dabei leider auch Fehler gemacht oder mögliche Begünstigungen nicht oder nicht ausreichend genutzt. Einige davon könnten sicherlich vermieden werden. Was häufig von Gründern nicht beachtet wird und was man bedenken sollte ist im Folgenden für Sie zusammen gestellt.

Fehler in der Buchführung

Bevor man mit der Buchführung beginnt, müssen alle wesentlichen Sachverhalte geklärt und die Buchführung eingerichtet werden. Dies bedeutet, dass zunächst nach den jeweiligen Steuerarten (Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Einkommensteuer etc.) zu unterscheiden und einzuordnen ist. Fehler bei der erstmaligen steuerlichen Einordnung wie beispielsweise die Annahme, dass die erbrachten Leistungen nicht der deutschen Umsatzsteuer unterliegen, können später ggf. gravierende Folgen haben.

Viele Gründer übernehmen das Kontieren und Verbuchen von Belegen selbst. Nicht selten wird dafür das Wochenende oder die Zeit nach dem operativen Geschäft geopfert. Doch leider führen falsches Buchen und Kontieren nicht selten zu Steuernachzahlungen im Rahmen einer Betriebsprüfung, da etwa entweder gar keine, zu wenig oder zu spät Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt wurde. Da solche Prüfungen vom Finanzamt häufig erst Jahre im Nachhinein stattfinden, können insoweit auch oft keine klärenden Unterlagen mehr vorgelegt werden – zum Nachteil des Unternehmens.

Die Berücksichtigung der Gründungsaufwendungen

Sofern Kosten noch vor der eigentlichen Unternehmensgründung entstanden sind, also noch in der Vorbereitungsphase, können diese in der Regel steuerlich auch berücksichtigt werden. So mindern zum Beispiel. Kosten für Berater, Literatur, Reisen oder auch Bewirtungskosten als Betriebsausgabe den späteren Gewinn. Vorsicht ist insbesondere bei der Gründung einer GmbH geboten. Diese entsteht in 3 Schritten:

Die so genannte Vorgründungsgesellschaft (vor Abschluss des Gesellschaftsvertrages), die Vorgesellschaft (mit dem Abschluss des Gesellschaftsvertrages) und die GmbH (mit Eintragung ins Handelsregister). Auf Ebene der GmbH können Gründungsaufwendungen nur dann berücksichtigt werden, wenn Sie nach dem Abschluss des Gesellschaftsvertrages (Vorgesellschaft) entstehen. Kosten, die in der Zeit der Vorgesellschaft entstanden sind, können ggf. noch auf der Ebene der Gesellschafter berücksichtigt werden. Dies zeigt, dass auch der Zeitpunkt der Ausgaben nicht unbeachtet bleiben sollte.

Wahl der Rechtsform und Liquidität

Der Wunsch nach einer begrenzten Haftung des Gründers und Absicherung des Privatvermögens kann ein Grund für die Wahl einer bestimmten Rechtsform wie etwa einer GmbH sein. Steuerlich ist die Wahl der Rechtsform unter anderem maßgeblich für die damit verbundenen Steuerarten. So müssen Kapitalgesellschaften in der Regel Gewerbe- und Körperschaftsteuer entrichten, wohingegen Personengesellschaften (GbR, OHG, KG) und Einzelunternehmen Gewerbe- und Einkommensteuern zahlen müssen.

Blendet man Besonderheiten in der Besteuerung aus, dann kann von einer ungefähr gleich hohen Steuerbelastung von Personen- und Kapitalgesellschaft ausgegangen werden. Doch auch hier liegt der Teufel im Detail: Für neu gegründete Unternehmen ist es eher nebensächlich, ob die Gesamtsteuerbelastung 41 oder 43 Prozent beträgt. Viel wichtiger wird insbesondere kapitalschwachen Gründungen der Liquiditätseffekt von Steuerzahlungen, die dem Unternehmen abfließen, sein.

Beispiel: Ein StartUp-Unternehmen entscheidet sich für die Rechtsform einer Kapitalgesellschaft (GmbH). Der Geschäftsführer erhält ein Geschäftsführergehalt. Die GmbH muss für ihn Lohnsteuer abführen. Hieran sieht man, im Vergleich zu einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft, dass auch im Falle von Verlusten in den Anfangsjahren der GmbH Lohnsteuer bezahlt werden muss und damit zusätzlich Liquidität abfließt.

Zu niedrige Steuervorauszahlungen

Die Bedeutung und Fokussierung der Gründer auf ausreichende Liquidität im Unternehmen, veranlasst diese und insbesondere Neugründungen immer wieder dazu, fällig werdende Steuervorauszahlungen nicht in ausreichender Höhe anzusetzen. Kommt es jetzt in dem Fall, in dem der oder die Gesellschafterin ihren persönlichen Steuerbescheid erhalten, zu hohen Steuernachzahlungen, kann dies insbesondere Personengesellschaften, die für das operative Geschäft benötigte Liquidität entziehen und in eine finanzielle Schieflage führen.

Verträge mit nahen Angehörigen

Grundsätzlich können Verträge auch mündlich geschlossen werden. Besondere Formvorschriften müssen allerdings beachtet werden, sofern nahe Angehörige oder Mitglieder der Familie die Existenzgründung tatkräftig unterstützen. Dies ist deshalb von Bedeutung, da sofern Angehörige unterstützend bei einer Unternehmensgründung mithelfen, die Unterstützung auch steuerwirksam berücksichtigt werden kann.

Zu beachten ist hierbei, dass für die steuerliche Anerkennung einige Besonderheiten zu beachten sind. So setzt die steuerliche Anerkennung beispielsweise voraus, dass die Verträge inhaltlich dem zwischen Fremden Üblichen entsprechen und so auch tatsächlich durchgeführt werden. Eine steuerliche Berücksichtigung kann für Arbeitsleistungen, Darlehen oder Überlassung von Gegenständen in Betracht kommen. Stichworte wären Arbeitsverträge, Darlehensverträge und Mietverträge.

Die Umsatzsteuer und ihre Tücken

Im Umsatzsteuergesetz  ist klar geregelt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit ein Unternehmen die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen in Anspruch nehmen kann. Liegen nicht alle Voraussetzungen vor, wird das Finanzamt den Vorsteuerabzug – meist im Rahmen einer Betriebsprüfung – nachträglich versagen. So müssen beispielsweise für Rechnungsbeträge über 150 Euro zwingend der Name des Leistungsempfängers und Leistungserbringers auf der Rechnung vermerkt sein. Ist auf einer Eingangsrechnung zum Beispiel die Umsatzsteuer nicht ausgewiesen, dann kann Sie auch nicht als Vorsteuer vom Leistungsempfänger abgezogen werden.

Aktuell gilt es zu beachten, dass Rechnungen, die elektronisch etwa als PDF-Datei übermittelt werden, zwingend eine digitale Signatur benötigen, damit der Vorsteuerabzug durchgeführt werden kann. Viele Unternehmen signieren aus Unwissenheit Ihre Rechnungen nicht. Hier muss weiterhin auf die Übersendung einer Originalrechnung per Post bestanden werden.

Noch verwirrender ist die Regelung, dass sofern eine Rechnung per Anlalog-Fax übermittelt wird, der Vorsteuerabzug ohne weiteres vorgenommen werden kann, wohingegen die Übermittlung per Computer-Fax dem Vorsteuerabzug entgegensteht. Auch in diesem Fall muss eine Originalrechnung angefordert werden.

Darüber hinaus hat die Umsatzsteuer immer auch direkte Auswirkungen auf die Liquidität eines Unternehmens. Häufig wird die so genannte Dauerfristverlängerung beantragt, was zur Folge hat, dass Unternehmen ihre Umsatzsteuervoranmeldung erst einen Monat später beim Finanzamt einreichen. Damit verbunden ist allerdings auch die verspätete Erstattung bzw. Verrechnung von Vorsteuerbeträgen aus Einkaufsrechnungen, die in der Regel besonders in der Anfangsphase bei Investitionen hoch sind.

Fazit: Steuern sparen durch frühes Planen

Je früher sich die für die Unternehmensgründung verantwortlichen Personen mit den Thema Steuern befassen, umso eher können Fehler vermieden und mögliche Vorteile genutzt werden. Das Internet bietet hierfür eine Vielzahl von nützlichen Quellen für Gründer. Im Bereich der erstmaligen Einrichtung der Buchführung oder der kompletten Auslagerung ist die Inanspruchnahme professioneller Beratung sicherlich lohnend, da somit oftmals teure Überraschungen durch spätere Betriebsprüfungen vermieden werden können.

Bildmaterial: Cohdra; Koordinationsdank an das IITR
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