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Der Unternehmer will sein StartUp mit Venture-Capital finanzieren. Er sucht nach einem Investor, der zum Unternehmen passt. Doch welche Investoren gibt es in Deutschland? Olaf Jacobi, Partner beim Münchner Venture-Capital-Investor Target Partners (www.targetpartners.de), zeigt in seiner Gründerszene-Kolumnenreihe, wie der Venture-Capital-Markt in Deutschland aussieht.

Die erste Kolumne über die Marktentwicklung sowie die Zahlen und Fakten in der zweiten Kolumne haben gezeigt: Die deutsche Venture-Capital-Szene befindet sich noch im Aufbau. Im Vergleich zu anderen führenden Industrienationen ist Kapital in Deutschland knapp. Doch wer sind die Venture-Capital-Investoren auf dem jungen deutschen Markt?

Im BVK gelistete Venture-Capitalists

Auf der Webseite des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) gibt es ein Verzeichnis der im Verband gemeldeten Investoren. Doch nicht alle im BVK Gelisteten sind für ein StartUp von Interesse: Der Index beinhaltet nicht nur Venture-Capitalists, sondern auch andere Investoren, die etwa auf Buy-Outs spezialisiert sind. Außerdem besitzt nicht jeder Kapitalgeber einen Fonds, aus dem er investieren kann. Betrachtet man nur die Liste der Venture-Capital-Investoren, so lässt sie sich in folgende Untergruppen aufteilen:

  • VC-Abteilungen von Banken
  • Unabhängige Venture-Capital-Investoren
  • Staatliche Venture-Capital-Investoren
  • Corporate-Venture-Capital-Investoren

Das Who-is-Who der deutschen VC-Szene

Innerhalb des BVK-Index gibt es nur wenige deutsche Venture-Capital-Investoren, die ab 2006 einen Fonds mit einem Volumen von über 100 Millionen Euro aufgelegt haben. Die Liste ist kurz:

Venture-Capitalist, Venture-Capital, Wagniskapital, VC

Darüber hinaus gibt es in Deutschland noch Ableger von internationalen Beteiligungsgesellschaften. Mit einem Ein- oder Zwei-Mann-Büro in Deutschland steuern diese ihre Tätigkeiten in der Regel vom jeweiligen Mutterland aus.

Aussortiert: Welche VCs nicht betrachtet werden

Nicht jeder Investor kommt für die Finanzierung eines StartUps in Frage. Anhand folgender Kriterien kann der Unternehmer eine Vorauswahl treffen: Ein Gründer braucht einen Venture-Capitalists, der in Seed- und Early-Stage-Phasen investiert, nicht aber einen Late-Stage-Investor. Einige Venture-Capitalists haben zudem einen regionalen Schwerpunkt. Sie investieren ausschließlich in eine bestimmte Region. Dazu zählen vor allem staatliche Investoren und regionale Banken.

Kontakt-Kriterien für Venture-Capitalists

Nach dieser Vorauswahl bleibt eine Liste von Investoren übrig, die potentiell in Frage kommen. Doch wen davon sollte der Gründer letztendlich kontaktieren? Folgende Kriterien helfen bei der Entscheidung:

  • Fondsvolumen: Ein Investor sollte genügend Kapital bieten können, um ein StartUp zu finanzieren.
  • Ausreichend Kapital für Investments: Wie viel Geld ist noch im Fonds, das für neue Investments zur Verfügung steht?
  • Fondslaufzeit: Wann wurde der Fonds gegründet und wie lange läuft er noch? Im Normalfall haben Venture-Capital-Fonds eine Laufzeit von zehn bis zwölf Jahren. Kann das StartUp zum geplanten Zeitpunkt überhaupt finanziert werden?
  • Fokus auf eine Branche: Venture-Capitalists investieren häufig nur in Unternehmen einer bestimmten Branche. In welche Unternehmen fließt das Kapital des Fonds? Gehört auch das eigene StartUp zu dieser Branche?

Erfüllt ein Investor die Kriterien und passt seine Finanzierungsstrategie zum StartUp, dann sollte der Gründer Kontakt zu ihm aufnehmen.

Fazit: Venture-Capital-Szene noch im Aufbau

Auch die verhältnismäßig kleine Zahl der Investoren zeigt, dass sich die Venture-Capital-Szene in Deutschland noch im Aufbau befindet. Die Folge für den Gründer: Eine begrenzte Auswahl an Investoren erschwert die Suche nach dem passenden Kapitalgeber. Trotzdem bin ich überzeugt, dass auch deutsche StartUps problemlos einen passenden Venture-Capital-Investor finden.

Die kommende Kolumne gibt einen Überblick über die Veränderungen der Venture-Capital-Szene in den vergangenen zehn Jahren.

Bildmaterial: Mconnors