Lukas große Klönne

Auch wenn die meisten Menschen die bisherigen Auswirkungen der Finanzkrise in ihrem Alltag nur wenig bis gar nicht spüren, so ist die Finanzkrise doch in aller Munde. Zentraler Punkt ist dabei die Sorge um den Arbeitsplatz. Akademiker werden von den Folgen der Finanzkrise auf den Arbeitsmarkt zwar grundsätzlich weniger betroffen sein als andere Gruppen, auszuschließen sind Entlassungen von Akademikern und Fachkräften aber natürlich nicht. Dass Unternehmen sich in der Folge der Finanzkrise von Mitarbeitern trennen müssen oder sogar insolvent gehen, scheint sicher. Die Frage ist, wie viele Mitarbeiter und Firmen davon betroffen sein werden.

Schlechte Arbeitsmarkt-Nachrichten machen Arbeitnehmer flexibler

Jede schlechte Meldung über Entlassungen, Einstellungsstopps, Streichungen und Kürzungen trägt dazu bei, dass Arbeitnehmer flexibler werden und sich neuen beruflichen Möglichkeiten und Angeboten öffnen. Das betrifft eben auch Fachkräfte und Akademiker. Ähnlich verhält es sich bei den Studenten und Absolventen, deren Berufseinstieg kurz bevor steht. Die Unsicherheit über die Chancen auf dem Arbeitsmarkt trägt dazu bei, dass die Absolventen bei ihrem Berufseinstieg zum Einen flexibler werden, und zum Anderen auch Abstriche bei ihren Gehaltsvorstellungen machen.

Bewerber werden gerne von den Unternehmen angesprochen

Lebenslaufdatenbanken stellen für Jobsuchende einen attraktiven Bewerbungskanal dar. Laut der Studie „Bewerbungspraxis 2009″ bevorzugt es ein großer Teil der Jobsuchenden, von den Firmen angesprochen zu werden. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn wer bekommt nicht gerne Job-Angebote auf dem Präsentierteller? Es zeigt aber, dass die Bewerber für die proaktive Ansprache offen sind und sich die Chancen der Unternehmen auf gutes Personal bei direkter Ansprache der Kandidaten erhöhen. Insbesondere bei Absolventen stehen die Chancen gut, dass sie die Angebote annehmen, um in der wirtschaftlich unsicheren Zeit die Hürde des Berufseinstiegs zu meistern. Genau darin liegen die Chancen für StartUps und Mittelständische Unternehmen, die bisher Probleme hatten, an qualifizierte Mitarbeiter zu kommen. Mit der direkten Ansprache über Lebenslaufdatenbanken erreichen die Firmen zudem auch Kandidaten, die sich vermutlich nie bei ihnen bewerben würden, weil sie die Firma unter Umständen gar nicht kennen.

Finanzkrise lindert den Fachkräftemangel nur temporär

Die Finanzkrise mag den Fachkräftemangel zwar temporär mildern, langfristig werden die Unternehmen aber um die besten Köpfe wettstreiten müssen. Laut der Studie „Recruiting Trends 2009″ erwarten mehr als 90 Prozent der deutschen Unternehmen einen zunehmend starken Wettbewerb um die besten Fachkräfte. Die Unternehmensberatung A.T. Kearney empfiehlt ihren Kunden zum Teil sogar, die Finanzkrise zu nutzen, um Top-Vertriebsleute abzuwerben und so die eigene Schlagkraft zu erhöhen. Diese seien im Moment günstig zu bekommen und bringen zudem unter Umständen noch ihre eigenen Stammkunden mit.

Firmen brauchen Fachkräfte um innovativ zu bleiben

Natürlich kann nicht jede Firma ihr Personal in der Finanzkrise aufstocken. Das müssen die Firmen von Fall zu Fall abschätzen. Doch dass Unternehmen auch in der Rezession Fachkräfte und Akademiker brauchen, um innovativ zu bleiben und dauerhaft am Markt bestehen zu können, erklärt Volkswirt Dr. Jochen Kluve, Leiter des Berliner Büros des RWI Essen. Das ermöglicht den Firmen gestärkt aus der Krise hervorzugehen – wenn auch nicht unbedingt finanziell, aber in Hinblick auf ihre Wettbewerbssituation. Denn die Mitarbeiter sind und bleiben der entscheidende Faktor für den Unternehmenserfolg.

Über den Autor:

Lukas große Klönne betreut den Karriereblog der Jobbörse ABSOLVENTA (www.absolventa.de) und ist für Usercare und Unternehmenskommuni-kation verantwortlich. Dadurch hat er täglich mit den Wünschen der Berufseinsteiger zu tun, kennt aber auch die Bedingungen des Arbeitsmarktes sehr gut.

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