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Da die Abgrenzung von Mitarbeiterführung und Management von besonderer Bedeutung für Unternehmer und Gründer ist – und beides in der Praxis gleichzeitig leider immer wieder vermischt wird (was zu nicht unwesentlichen Konsequenzen führen kann) -, wird es an dieser Stelle künftig eine Kolumne zum Thema Führung/Leadership geben.

Management vs. Mitarbeiterführung

“Management is making people doing things right, leadership is making people doing the right things.” (Warren Bennis)

Ein Vorschlag wäre es, Management als die Handhabung (managiere = handhaben), Planung und Steuerung von Ressourcen und Prozessen zu definieren. Und zwar mit Gültigkeit für alle Arten von Ressourcen. Als da wären Finanzen, Arbeitsmittel, Produkte, Accounts, Dienstleister, Personal, Facilities. Aber auch Zeit-, Aufgaben-, Qualitäts- und Projektmanagement gehören in dieses Ressort. Eine ganze Menge (operative) Arbeit, die gewisse Kenntnisse voraussetzt.

Ein Unternehmen, ein Team, benötigt demzufolge ein gutes Management. Ein Aufgabengebiet in einer Führungsposition ist es deshalb, ein gutes Management herbeizuführen. Es ist jedoch gleichzeitig nicht zwangsläufig Aufgabe einer Führungsposition, jede Form von Management selbst zu tätigen, wohl aber dafür zu sorgen, dass diese stattfindet. („Ja wie denn? Wenn ich es nicht mache, tut es keiner! Und außerdem habe ich nicht die richtigen Leute, die dies bewerkstelligen könnten!“).

Was ist Führung?

Was aber ist dann Führung, welche bewirken sollte, dass Menschen einer Sache aus Überzeugung folgen und kontinuierlich sowohl ihre Zeit als auch Energie hierfür einsetzen – und dies nicht aus Zwang, sondern, weil sie es wollen?

Mit dieser Sache verbunden sind somit am besten nicht nur Ziele, die von den Beteiligten als anspruchsvoll, lohnend und machbar, sondern auch ihren Werten entsprechend als sinnvoll angesehen werden. Führen (Führerschaft: unmögliches Wort! Besser: Leadership!) heißt, sich dieser Sache anzunehmen und Führung in einer Gruppe zu bewerkstelligen. Führung erzeugt dann eine kontinuierliche Bewegung in Richtung der gesetzten Ziele und ermöglicht innerhalb der Gruppe einen kohärenten Zusammenhalt.

Führen und Folgen bedingen einander. Dies bedeutet, dass niemand geführt werden kann, der nicht folgen will.

Die vier Grundsätze einer guten Mitarbeiterführung

Was also sind die Aufgaben, welche zur Führung von Mitarbeitern gehören? Was ist Führungshandeln, welches nichts mit dem Managen von Ressourcen zu tun hat? Die Antworten auf diese Frage sind nicht ein-, sondern vierfach:

  • Führungshandeln heißt, eine Orientierung zu geben. Orientierung entsteht durch das Vorhandensein und Definieren einer Vision langfristiger strategischer Ziele. Diese müssen mit den wichtigsten Werten und Interessen der Mitglieder einer Organisation übereinstimmen.
  • Führungshandeln bewirkt das Auffinden von Wegen und Strategien, um die Ziele/Vision erreichbar werden zu lassen. Eine Vision ohne Strategie bleibt eine Utopie. Eine umfassende und nachhaltige Strategie umschließt alle Stakeholder, die Produkte, den Markt und das Umfeld der Organisation.
  • „Du wirst den Weg nicht finden, wenn du nicht selbst zum Wege wirst“ lehrt eine östliche Weisheit. Führungshandeln heißt, den Veränderungsprozess in Richtung der Ziele zu begleiten und Strategien umzusetzen. Führen heißt hier, die Entwicklungen wahrzunehmen, Entscheidungen zu treffen und die Verbindung zwischen allen Beteiligten zu stärken. Als Ergebnis ergibt sich dann ein kohärentes System, in dem alle Teile zusammenwirken.
  • Nicht zuletzt bedeutet Führung, Auseinandersetzungen zu führen, die notwendig sind, um die Interessen aller Beteiligten in Einklang zu bringen – was auch die Lösung bestehender Probleme und Konflikte mit einschließt.

Zusätzlich zu den Management- und Führungsaufgaben müssen die Fachaufgaben gesehen werden. Fachaufgaben sind interne Spezialistenfunktionen – sei es nun das Finanzwesen, HR, Sales, Marketing, Entwicklung oder General Management.

Die Frage ist: wie viel Zeit verbringnt man in einer Führungsposition mit Management-, Fach- und Führungsaufgaben? Und was davon ließe sich delegieren? Die Antwort in den nächsten Kolumnen.