Xing

In unseren letzten Beiträgen haben wir über Möglichkeiten des Personalmarketings geschrieben. Heute möchten wir uns dem Thema Recruiting widmen. Speziell für Gründer sind Businessnetzwerke wie XING eine kostengünstige und effiziente Art, mögliche (Wunsch-)Kandidaten direkt anzusprechen. Auch die neu geschaffenen Unternehmensprofile können für kleinere StartUps eine gute Möglichkeiten bieten. Um die neu integrierten Features von XING kennenzulernen, haben wir uns mit Thorsten Vespermann, Pressechef bei XING, unterhalten.

Das Businessnetzwerk XING erleichtert nicht nur das Networking und die Kontaktpflege im Beruf, sondern bietet speziell HRlern Unterstützung bei der Suche nach Mitarbeitern. Kandidaten können über XING direkt angesprochen werden. Und zwar nicht nur aktiv suchende Bewerber, sondern auch potentielle Kandidaten, die offen für neue Herausforderungen sind. Ob für Geschäftsführer, Angestellte oder Freelancer – die Businessplattform ist aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken.

Momentan tut sich bei XING einiges. Nach dem Führungswechsel zum Ende des letzten Jahres leitet der bisherige Deutschland-Chef von Ebay, Stefan Groß-Selbeck als Vorstandsvorsitzender einen Strategiewechsel ein: Im Vordergrund steht nun die Entwicklung neuer Funktionen. Dies zeigt sich nicht nur bei der angepassten Navigationsleiste. Etliche neue Features wurden jüngst implementiert.

Auch für Unternehmen bietet XING nun ein zusätzliches Feature an: Firmen haben jetzt die Möglichkeit, Unternehmensportraits zu nutzen. Die noch in der Beta-Phase befindlichen Firmenprofile generieren sich automatisch daraus, was die Mitarbeiter der Firmen in Ihren Profildaten hinterlegt haben. „Letztlich ist das Unternehmensprofil eine komfortablere Funktion dessen, was bisher bereits über die Such-Funktion möglich war“, erläutert Thorsten Vespermann, Director Corporate Communications der XING AG. Nun präsentiert sich das Ganze also in einer kompakten Übersicht. Mit allen Vor- und Nachteilen, die ein solches Tool mit sich bringt.

xing

Dass das neue Feature bereits in der Beta-Phase eingebunden wurde, entspricht der neuen Philosophie des Businessnetzwerks: „Wir nennen es Ship-it. Um unsere Plattform noch praxisgerechter weiterzuentwickeln, stellen wir unseren Mitgliedern neue Produkte bereits in der Beta-Phase zur Verfügung“, erklärt Thorsten Vespermann. Mehr zur Ship-it-Philospohie gibt’s auf dem XING-Blog zu lesen.

Ziel ist es, den Mitgliedern des Netzwerks die Chance zu geben, nicht nur Inhalte, sondern auch neue Funktionen aktiv mitzugestalten. Die Idee als Web 2.0-Unternehmen von den Mitgliedern zu lernen, stehe im Vordergrund der neuen Entwicklungsstrategie, betont Thorsten Vespermann. Darüber hinaus hat XING mit OpenSocial auch eine Softwareschnittstelle für Drittentwickler in die Plattform integriert. „Aktuell haben wir bereits ein 80-köpfiges Entwicklerteam, das die Plattform kontinuierlich weiterentwickelt. Jeden Mittwoch werden Updates eingeführt.“ Besonders hilfreich ist sicherlich auch die verbesserte Nachrichtenfunktion. Neuerdings ist es möglich, Nachrichten an bis zu zehn Mitglieder gleichzeitig zu versenden. Eine längst überfällige Verbesserung – gerade bei der Personalsuche.

Thorsten Vespermann betont, dass in den nächsten Wochen und Monaten viele weitere Verbesserungen seitens XING entwickelt werden sollen. „Wir haben noch viele Verbesserungen in der Pipeline, aber natürlich möchten wir uns mit der Bereitstellung von Open Social-Schnittstellen auch für ausgewählte Kooperationspartner öffnen.“ Ob die gerade implementierten und von Xing selbst entwickelten Features „XING News“ und „XING-Mitglieder fragen“ für die Mitglieder tatsächlichen Mehrwert bieten, wird auf der Plattform derzeit rege diskutiert.

Die technischen Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit von Xing mit Drittentwicklern sind geschaffen. Dies bedeutet aber nicht, dass sich das Netzwerk für alle denkbaren Entwicklungen öffnet. „Wir werden unsere Entwicklungspartner auswählen und nur die Features zulassen, von denen sich unser Qualitätsmanagement auch einen beruflichen Mehrwert für möglichst viele Mitglieder verspricht. Denn nicht alles ist für unsere Nutzer gleichermaßen relevant“, so der XING-Pressesprecher.

Wichtig für Unternehmen ist es in jedem Fall, die neue Funktion der Unternehmensprofile zu beobachten. Für StartUps genauso wie für Konzerne. Da das Firmenprofil sich automatisch aus den Nutzerprofilen generiert, stehen nicht Produkt oder Dienstleistung des Unternehmens im Vordergrund, sondern das, was ein Unternehmen durch seine Mitarbeiter zu bieten hat. Und das ist auch so gewollt. Schließlich soll hier keine PR- oder Marketing-gesteuerte zweite Unternehmenshomepage generiert werden. Dennoch sollten Unternehmen den Mitarbeitern einige Leitfäden zur Verfügung stellen, um ein möglichst einheitliches Bild darzustellen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  1. Die Unternehmensprofile generieren sich allein aus den Mitarbeiterprofilen.
  2. Bemühen Sie sich um ein einheitliches Bild bei der Unternehmensdarstellung.
  3. Formulieren Sie u.U Vorschläge für die Gestaltung der XING-Profile Ihrer Mitarbeiter.
  4. Achten Sie darauf, dass alle Mitarbeiter den Firmennamen korrekt hinterlegen. Der Name muss identisch aufgeführt werden, damit alle Mitarbeiter automatisch dem gleichen Firmenprofil zugeordnet werden.
  5. Geben Sie Richtlinienvorschläge für die Rubrik „Ich biete“. Denn was die Mitarbeiter hier eintragen, erscheint auch beim Unternehmensprofil („Mitarbeiter dieser Firma bieten“).
  6. Vergessen Sie aber nicht, dass die Mitarbeiterprofile persönliche Profile sind. Sie können allenfalls Vorschläge machen, verbindliche Richtlinien können aus arbeitsrechtlicher Sicht jedoch nicht vorgegeben werden.
  7. Achten Sie darauf, dass die Profile Ihrer Mitarbeiter durch Richtlinienvorgaben nicht ungenau und unscharf werden – das würde dem Sinn der Plattform zuwiderlaufen.

Über die Autoren:

Lutz Altmann ist Geschäftsführer von humancaps consulting Ltd. Als Personalberatung bietet human-caps consulting Unterstützung bei der Suche nach Top-Kandidaten aus den Branchen New Media, Online, E-Commerce und Mobile an. Des Weiteren unterstützt die Beratung vor allem junge StartUps beim Aufbau einer individuellen und authentischen Personalmarketing-Strategie. Michaela Schröter ist bei humancaps consulting zuständig für den Bereich Marketing & PR. Sie berät und unterstützt Kunden bei der Umsetzung von Employer PR-Maßnahmen.

GD Star Rating
loading...
Alle Bilder in diesem Artikel unterliegen der Creative-Commons-Lizenz (Namensnennung-Keine Bearbeitung, CC BY-ND; Link zum rechtsverbindlichen Lizenzvertrag). Ausgenommen sind anders gekennzeichnete Bilder unter anderem von Panthermedia, Fotolia, Pixelio, Morguefile sowie Pressefotos oder verlagseigenes Bildmaterial.