Squeaker Umfrage Startups Attraktivität

Kommt es zu dem Thema Abeitgeberattraktivität können Startups mit den großen Arbeitgebern mithalten. Das ist zumindest das Ergebnis einer gerade veröffentlichten Onlineumfrage des Karrierenetzwerks Squeaker (www.squeaker.net).

Squeaker-Umfrage spricht für Startups

Laut der Squeaker-Umfrage unter den eigenen Nutzern, an der 260 Studenten, Absolventen und Professionals teilnahmen, finden drei Viertel der Teilnehmer Startups als Arbeitgeber genauso oder sogar attraktiver als die klassischen Topunternehmen und Beratungen.

Die Ergebnisse der Squeakerumfrage zeigen, dass Startups als Arbeitgeber für Akademiker nicht nur mithalten können (52 Prozent), sondern aus Sicht von einem Viertel der Befragten sogar mehr zu bieten haben. Lediglich 22 Prozent der Teilnehmer schätzten Startups für sich als weniger attraktive Option ein. 49 Prozent der Befragten haben sogar schon einmal im Startup gearbeitet oder ein Praktikum gemacht, 36 Prozent haben bereits über Startups als Arbeitgeber nachgedacht oder sich dort beworben.

Kinder, was ist mit der sicheren Karriere?

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Was bei manchen Eltern zu Stirnrunzeln bis Unverständnis führen dürfte, scheint den Umfrageergebnissen zufolge immer mehr zur Realität zu werden: Ihre jungen Akademiker-Sprösslinge entscheiden sich zunehmend gegen den naheliegenden Weg zu großen Namen und Marken. Die klassische Karriere ist längst nicht mehr “klassisch”, sondern scheinbar nur noch eine Möglichkeit unter vielen.

Ein in dieser Deutlichkeit doch überraschendes Ergebnis, bedenkt man vor allem die sehr eingeschränkten (vor allem finanziellen) Mittel, die Startups für Employer Branding zur Verfügung stehen. Die Vorteile, die Startups bieten, scheinen sich jedoch auch ohne große Employer-Branding-Budgets herumzusprechen.

Was haben Startups zu bieten, was die Vorteile bekannter, Sicherheit versprechender Unternehmen aufwiegen könnte?

Die Antworten überraschen weniger in ihren Aussage als in ihrer prozentualen Deutlichkeit: Spannende Arbeitsinhalte (81 Prozent), die typische Startup-Kultur mit flachen Hierarchien (77 Prozent) und die Sichtbarkeit der eigenen Arbeitsergebnisse sowie eine steile Lernkurve (jeweils 65 Prozent) werden zu den klaren Vorteilen von Startups gegenüber großen Unternehmen gezählt.

Auch die genannten Defizite überraschen inhaltlich wenig, schlagen aber im Gegensatz zu den Vorzügen deutlich weniger zu Buche: Eine geringe Vergütung (59 Prozent), fehlende Arbeitsplatzsicherheit (53 Prozent) und ein fehlendes Image (33 Prozent) wären vor einem Jahrzehnt wahrscheinlich noch Totschlagkriterien in der Arbeitgeberwahl gewesen. Heute hat sich der Wind gedreht und Akademiker sind zunehmend bereit, sie zugunsten der Vorzüge in Kauf zu nehmen.

Aussagekräftig oder eine Umfrage unter sowieso Startup-Affinen?

Wie jede Umfrage ist natürlich auch die Squeaker-Umfrage mit Vorsicht zu genießen, beziehungsweise muss im Kontext betrachtet werden. Auf Squeaker tummeln sich onlineaffine, überwiegend sehr gut qualifizierte Akademiker. Startups und Gründungen sind ein präsentes Thema.

Dennoch, die auf der Plattform verfügbaren Kategorieren sind die üblichen Verdächtigen: Consulting, Finance, Juristen, Wirtschaftsprüfung, Consumer Goods. Startups sind lediglich als Zusatzthema präsent. Laut eigener Aussage von Squeaker sind besonders viele der 80.000 Mitglieder sogar sehr beratungsnah, haben schon erste Erfahrungen im Consulting.

Höhenflug mit Vorbehalt

Ein (mit Vorbehalt) großer Höhenflug für Startups als Arbeitgeber also? Werden sie womöglich sogar die mühelosen Gewinner im War for Talent sein? Mit solchen Aussagen sollte man sicher vorsichtig sein. Ein hoher Sympathiebonus für junge Gründungen ist aktuell aber unbestreitbar vorhanden. Was man daraus macht, ist die eigentliche Frage. Startups haben ein hohes Ansehen wie nie, der Startupsbonus kann aber auch genauso schnell wieder aufgebraucht sein, wenn sie nicht halten, was sie versprechen, da ist sich Squeaker-Gründer und Geschäftsführer Stefan Menden sicher.

Bild: upside of inertia/ Flickr
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