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Produkte ausarbeiten, bewerben und verkaufen, Finanzierungsrunden vorbereiten und durchführen, interne Prozesse etablieren und Personal einstellen: Unternehmensgründer sind anfangs das so oft zitierte Mädchen für alles. Um sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren zu können, brauchen Gründer Mitarbeiter, die Probleme eigenständig erkennen, angehen und lösen können. „Unternehmerisches Denken und Handeln“ umschreibt diese Eigenschaften treffend oder auch – etwas wissenschaftlicher – „Intrapreneurship“. Aber aus welchen konkreten Eigenschaften setzt sich unternehmerisches Denken und Handeln eigentlich zusammen und wie lassen die sich erkennen und einordnen?

Startups brauchen Intrapreneuere

Intrapreneurship kommt in der Entwicklung eines Startups eine sehr wichtige Bedeutung zu. Eine Unternehmenskultur, in der Intrapreneurship eingefordert und gefördert wird, entwickelt sich für alle Beteiligten zur klassischen Win-Win-Situation. Die Gründer werden von einigen ihrer Aufgaben entlastet und den Mitarbeitern ist es möglich kreative Gestaltungsfreiräume zu nutzen und somit eine steile Lernkurve zu erzielen. Schließlich profitiert das Unternehmen als solches von den Ideen und Entwicklungen der Mitarbeiter und Gründer. Die Auswahl von Intrapreneuren im Bewerbungsprozess wird somit zu einem kritischen Erfolgsfaktor im Startup. Wonach soll man aber suchen bzw. welche Kriterien konkret überprüfen?

Robert Heesen, Gründer von Bonus Box bringt es auf den Punkt: „Die guten Leute sind die, die Aufgaben selbstständig angehen und die notwendigen Informationen einholen oder, wenn sie nicht weiterwissen, die richtigen Fragen präzise stellen können.“ Wesentliche Eigenschaften der Unternehmer im Unternehmen sind damit Eigenständigkeit, Proaktivität, Eigenverantwortlichkeit und Präzision, die wiederum analytischer Stärke folgt.

Konzeptionelle Stärken: Analytisches Denken, Kreativität & Flexibilität

Analytische Fähigkeiten ermöglichen es einem Mitarbeiter Probleme zu erkennen und zu lösen. Sie sind also eine notwendige Bedingung für Intrapreneurship. Jedes Startup steht im Laufe seines Lebenszyklus immer neuen Problemen gegenüber, die in dieser Form noch nie vorgekommen sind. Die analytischen Fähigkeiten zur Lösung dieser Probleme müssen also durch Kreativität und Flexibilität erweitert werden. Dies ist insofern wichtig, als dass neue Probleme auch neue Lösungen und das oft geforderte „out-of-the-box-Denken“ voraussetzen.

Diese konzeptionelle Stärke im Problemlösen reicht aber noch nicht aus. Die Problemlösung muss schließlich auch umgesetzt werden. Dazu bedarf es mehrerer Charaktereigenschaften.

Umsetzungsstärken: Pragmatismus, Macher-Mentalität, Selbstvertrauen & Kommunikationsstärke

Einerseits müssen Mitarbeiter im Startup neben einer analytischen und kreativen Stärke über ein hohes Maß an Pragmatismus und die nötige Hands-On-Mentalität verfügen. Andererseits braucht es aber auch die nötige Autonomie und das Selbstvertrauen, eigene Lösungen umzusetzen und schließlich auch zu verantworten. Es ist außerdem von immenser Bedeutung, dass ein Mitarbeiter seine Lösungen auch entsprechend kommunizieren kann. In letzter Konsequenz ist eine Lösung schließlich nur von Wert, wenn sie von allen anerkannt und verstanden wird. Dies ist nur gewährleistet, wenn ein Mitarbeiter dazu in der Lage ist, seine Problemlösung überzeugend und präzise darzustellen.

Wie erkennt man unternehmerisches Denken?

Manche Kriterien wie Analytik lassen sich relativ gut überprüfen. Die Strukturierung des Lebenslaufs und die Argumentation im Anschreiben können hierfür erste Anhaltspunkte sein. Aber auch anhand von Brainteasern oder Business-Cases kann man dieses Kriterium sehr gut testen.

Auch kommunikative Fähigkeiten werden häufig im Anschreiben, spätestens aber im persönlichen Interview sichtbar. Fragen nach prägenden Ereignissen des Kandidaten im Lebenslauf und die dazugehörigen Begründungen können hierüber Aufschluss geben. Wenn der Kandidat präzise und strukturiert antwortet und sich selbst sehr gut ‚pitchen’ kann, ist das ein erster Indikator für die benötigte Kommunikationsstärke. Pragmatismus und eine Hands-On-Mentalität lassen sich durch auf vergangene Projekte des Kandidaten zielende Fragen überprüfen. Schwieriger wird es, Eigenschaften wie Kreativität, Flexibilität und das Selbstvertrauen eines Kandidaten im Interview zu überprüfen. Hier sollte man sich auch auf den Gesamteindruck und auf das viel zitierte „Bauchgefühl“ verlassen.

Intrapreneurship lässt sich er-testen: Der TOEFL für Entrepreneure

Dass Intrapreneurship nicht nur Startups gut tut, hat auch die LMU München im wissenschaftlichen Kontext festgestellt und eine Studie aufgelegt, die Intrapreneurship in deutschen Unternehmen untersucht. Anhand eines Fragebogens werden die unternehmerischen Qualitäten von Mitarbeitern verschiedenster Unternehmen erhoben, zunächst in einer Selbstbewertung, dann in der Sicht von „Fremdeinschätzern“. 17 Dimensionen werden dabei abgefragt und in der Auswertung lässt sich im Vergleich von Selbst- und Fremdbild das jeweilige unternehmerische (oder weniger unternehmerische) Profil erkennen.

Co-Autor:

Carl Stephan Hillekamps hat im Sommer 2011 bei i-potentials ein Praktikum im Bereich Publishing absolviert und sich dabei intensiv mit Eingangskriterien und Recruitingprozessen in Startups befasst. Aktuell schließt er sein Management Masterstudium an der Handelshochschule Leipzig ab und hat zuvor reichlich praktische Erfahrungen gesammelt, unter anderem bei Ernst&Young und der Deutschen Bank.

 

 

 

Bild: Rainer Sturm / Pixelio.de