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„Wir wachsen alle drei Monate um ein XING“ – Interview mit LinkedIn-Gründer Konstantin Guericke

23. Oktober 2009 von Joel Kaczmarek 6Kommentare

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Wenn er spricht hört man schon einen leichten US-Akzent und auch so hat er sich das freundlich zustimmende „Uh-huh“ eines Amerikaners angewöhnt, der begeistert nickt, wenn er seinem Gegenüber beim Philosophieren über Businessmodelle zuhört. Konstantin Guericke ist einer der wenigen Deutschen, die es im Silicon Valley zu durchschlagendem Erfolg gebracht haben. Zusammen mit seinem Stanford-Kommilitonen Reid Hoffmann gründete er das weltweit von 50 Millionen Menschen genutzte Businessnetzwerk LinkedIn.

Wenn man mit Konstantin spricht, spürt man, dass er seine Materie sehr genau kennt und sieht die Detailverliebtheit in jeder seiner Ausführungen. Für XING-gewohnte Deutsche wirkt das zum Teil stark auf Headhunter ausgerichtete LinkedIn oft schwerfällig und voller Hürden, doch nach einem Gespräch mit seinem Gründer ist einem der Mechanismus hinter jedem der Inhalte  plötzlich völlig klar.

Durchaus konservativ geht man hier an das Thema Businessnetworking heran und Konstantin betont auch stets, dass Networking von „work“ herrührt und nicht etwa mit dem Visitenkartenschleudern auf Konferenzen verwechselt werden sollte. Wer es ernst mit seinen Verbindungen meint, ist auf LinkedIn gut aufgehoben. Wer nur Kontakte sammeln will, bekommt viele Hürden in den Weg gelegt.

Und offenbar hat das Konzept Erfolg: Im Gespräch meint Konstantin, dass seine Plattform umgerechnet um ein XING in drei Monaten wächst. Doch sagt er dies nicht etwa abfällig, sondern illustrativ. Damit liefert er auch eines der KO-Kriterien für den XING-Kauf, um den sich in letzter Zeit fleißig Gerüchte rankten: LinkedIn wächst selbst zu effektiv und verfolgt dabei einen sehr eigenen, spezifischen Ansatz.

Konstantin ist ein Mensch, der so wirkt, als habe er jedes Detail seines Businesses durchdacht, jede Eventualität vorhergesehen und basierend auf seinen Annahmen eine Strategie definiert, die er und sein Unternehmen nun konsequent verfolgen. Im Gründerszene-Interview beschreibt er daher die Strategie von LinkedIn für Europa und den deutschen Markt und was er für die Erfolgsfaktoren eines Businessnetzwerks hält. Nach Ausführungen zum Monetarisierungsansatz von LinkedIn und der damit verbundenen Businessphilosophie schließt er mit der Rolle von Facebook, Twitter und der Netzwerkfunktionalität überhaupt.

Film ab!

Über den Autor Joel Kaczmarek:

Joel Kaczmarek ist seit März 2009 Chefredakteur von Gründerszene. Damit verantwortet er die Zusammenarbeit mit den Ressortleitern und den Bereich “News” und “Allgemeines”. Joel hat einen Master in Europäische Medienwissenschaft und hat Design Thinking am HPI studiert. Sein Gründerszene-Debut hat Joel mit der ersten StartUp-Story “Dienstag ist Betterplace-Tag” geliefert. Joel hat die Gründerszene-Datenbank entwickelt, die im November 2009 an den Start ging.

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6 Kommentare »

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  • Tom

    Ein grossartiges Konzept und endlich nach Andreas von Bechtolsheim mal wieder ein Deutscher, der im Valley einen Mega Erfolg verbuchen kann!

  • Lukasz

    mich hätte aber auch als frage interessiert, wie es war, erst einen angefangenen versuch auf dem deutschen markt zu landen zu starten, den dann abzubrechen und dann wieder zu kommen… wie auch immer, diesmal viel erfolg!

  • Florian Komm

    Vielen Dank für das tolle Interview mit einem Top-Entrepreneur aus dem Valley.

  • Dani Schenker

    Kann LinkedIn auf den deutschen Markt verzichten? Ich denke kurzfristig schon, denn wenn man erst mal den Rest der Welt hat, dann wird das in DE auch von allein gehen…

    Interessantes Interview, Danke!

  • Christian

    Kann mich den Anderen nur anschließen, sehr interessante Einblicke in die Arbeit und Strategie von Konstantin Guericke bzw. LinkedIn!

  • Konstantin

    Lukasz, das war damals arg frustierend. Aber nun haben wir den zusätzlichen Vorteil eines Produktvorsprungs. Das war der Grund damals. Ob es nicht doch besser gewesen wäre, damals schon mit der deutschen Version zu kommen, kann sicher diskutiert werden. Aber es wird schon, und ich habe jetzt den Vorteil, Dutzende von Funktionen in unser Basisversion zeigen zu können, die es nicht mal in der Premiumversion der Konkurrenz gibt, und das macht die Sache einfacher . . .

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