Airbnb, Joe Gebbia, Interview, Gunnar Froh

Es ist längst das Thema dieses Jahres geworden: Die Wohnungsvermittlung Airbnb (www.airbnb.com) – seit 2008 von San Francisco aus am Start – hat in Deutschland zu potent finanzierten Copycats angeregt und findet sich derzeit in einem harten Wettbewerb wieder, bei dem umfangreiche Finanzierungen den Markt anheizen. Gründerszene traf Airbnb-Co-Founder Joe Gebbia und befragte ihn und seinen Deutschland-Kollegen Gunnar Froh zur Stimmung bei Airbnb und beleuchtet dabei in bekannt investigativer Manier die Hintergründe des Airbnb-Wettbewerbs.

Airbnb setzt auf Mobile und Produktausbau

Von Hause aus ist Joe Gebbia Designer und die Idee zu Airbnb kam ihm mit seinem Kommilitonen Brian Chesky aus Geldnot heraus. Beide wussten nicht, wie sie ihre Miete bezahlen sollten. Eine Geschichte, die gleichermaßen simpel und doch charmant daher kommt und ein wenig an die bekannte Vom-Tellerwäsche-zum-Millionär-Sause erinnert. Denn wie sich in amerikanischer Manier aus diesem Notstand ein Unternehmen machen lässt, das zuletzt mit einer Milliarde US-Dollar bewertet worden sein soll, erklärt Joe Gebbia ausführlich in einem Video-Interview, in dem es auch darum geht, was mit Airbnbs 100-Millionen-Dollar Finanzierung noch passieren wird.

Soviel darf aus Joe Gebbias Worten schon vorweg genommen werden: Sowohl die Mobile-Sparte als auch die Social-Network-Aspekte von Airbnb werden noch einige Neuerungen erfahren. Eine produktseitige Weiterentwicklung dürfte neben dem Wachstum der Community auch zentral sein, sollen die deutschen Konkurrenten 9flats (www.9flats.com) und Wimdu (www.wimdu.com) in ihre Schranken verwiesen werden. Denn diese sorgten zuletzt für einiges Aufheben.

Airbnb fürchtet seine Konkurrenz nicht

Das von Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher gestartete 9Flats akquierte zuletzt eine Finanzierung über zehn Millionen US-Dollar aus den Taschen von Redpoint Ventures (www.redpoint.com) und eVenture Capital Partners (www.evcpartners.com), während es die Samwer-Gründung Wimdu sogar auf ein Funding von 90 Millionen US-Dollar (!) bringt, von denen 25 Millionen Euro aus den Taschen von Investment AB Kinnevik (www.kinnevik.se) stammten (PDF).

Da überrascht es umso mehr, dass Airbnb-Gründer Joe Gebbia nur lapidar zu Papier gibt, dass Airbnb die deutsche Konkurrenz nicht fürchte, sondern sich auf die Weiterentwicklung seines Produktes konzentrieren wolle – alles weitere würde der Markt schon richten, lässt sich seinem Blick entnehmen. Mit Accoleo hat Airbnb bereits auch einen deutschen Klon übernommen, mit dem der europäische Markt fokussiert angegangen werden soll. Wie genau dies gelingen soll, erklärt im Gespräch Accoleo-Gründer Gunnar Froh, der nun die deutschen Geschicke von Airbnb leitet.

Dass den US-Amerikanern derzeit aber dennoch eine scharfe Brise von einem Wimdu entgegenweht, das zwei Monate nach seiner Gründung bereits 400 Mitarbeiter in weltweit 15 Büros beschäftigt (!) und ein Inventar von 10.000 Wohnungen sein eigen nennt, zeigt Joe Gebbias Kurzsilbigkeit, wenn es um das Thema Wimdu geht.

Natürlich fragte Gründerszene auch kritisch nach, was es mit dem kritischen Newsletter auf sich hatte, den Airbnb dieser Tage an seine Community versendete und in dem von “Impostor-Websites” die Rede war, die mit aggressivem Marketing die bestehende Airbnb-Kundschaft anging. Was genau an die Airbnb-Macher herangetragen wurde, beschreibt Joe Gebbia im Video-Interview.

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