App net

App.net: Ein 700 000-Dollar-Experiment

Will man heute noch ein soziales Netzwerk aufziehen und damit Erfolg haben, muss es auf irgendeine Art radikal anders sein als Facebook oder Twitter. Dalton Caldwells Microblogging-Dienst App.net (www.app.net) will das erreichen, indem es sich anders monetarisiert: Die Nutzer zahlen für den Zugang. Dafür gibt es kein „Ausspionieren“ von Nutzerdaten zu Werbezwecken und die Mitglieder behalten die volle Kontrolle über ihre hochgeladenen Daten. Caldwell benutzt in diesem Zusammenhang gerne und oft das Wort „Experiment“. Bisher ein lohnendes: Im vergangenen August konnte er rund 700.000 Dollar via Crowdfunding einsammeln.

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Mehr als 50 Apps werden derzeit entwickelt und es gibt die ersten Clients für die verschiedenen Browser und mobilen Endgeräte. Das werbefreie „Anti-Twitter“ ist dennoch hierzulande eher ein Geheimtipp für Techies und Programmierer, die sich von Facebook und Twitter immer mehr ausgesperrt fühlen.

 

Caldwell stellt ihnen eine Schnittstelle zur Verfügung, um eigene Apps zu implementieren. So, wie es früher bei den eben genannten Plattformen möglich war und heute kaum noch möglich ist.

Gründerszene-Chefredakteur Joel Kaczmarek traf Caldwell auf der vergangenen LeWeb in Paris, um das Konzept von App.net kritisch zu hinterfragen.