Teil II: Geschäftsmodelle im Social Commerce

Hitflip – Die Soziale Medien Tauschbörse

Hitflip ist mit Blick auf die aktuelle Gründerstimmung schon fast ein wenig in die Jahre gekommen. Seit Juni 2005 besteht das Geschäftsmodell aus einer Tauschplattform für Bücher, Spiele, DVDs, Musik CDs und Hörbücher. Das Startup war auch eines der ersten Investments von Lukasz, wie dieser in einem ausführlichen Vortrag darlegt. Für die Süddeutsche zählt Hitflip zu den 25 wichtigesten deutschen Startups und auch im Kennzahlenvergleich geben die Kölner eine gute Figur ab. Getauscht werden keine Dateien sondern physische Güter. User können Produkte einstellen und erhalten dafür eine virtuelle Währung namens Flips. Mit dieser können sie sich wiederum Produkte auf ihrer Wunschliste packen und ertauschen. Für jeden erhaltenen Artikel bekommt Hitflip 0,99 EUR. Im Mittelpunkt stehen Interessen und Menschen. Kunden von Hitflip finden sich über den gleichen Lese-, Musik- oder Fimgeschmack. Um diesen Austausch zu fördern sind bestimmte Rahmenbdimgungen innerhalb des Angebots notwendig. Hitflip bietet diese in Form von Empfehlungen und jeder Menge Features, die den Austausch zwischen den Nutzern fördern. Jeder User kann auf diese Weise seine Meinung äußern und dabei Menschen mit gleichen oder ähnlichen Interessen treffen.

Die Zielgruppe der Tauschbörse bezeichnet Andre Alpar, einer der Gründer von Hitflip als ganz normale Leute. Sie seien weder technik-affin noch besonders jung oder alt. In Deutschland hat das Unternehmen bereits mehr als 160.000 Nutzer die über 450.000 Produkte mit anderen Mitgliedern tauschen können. Mit dem Wachstum sind die Kölner zufrieden und versuchen ihre Mitglieder immer wieder mit den verschiedensten kreativen Ansätzen zu überraschen. So veranstalteten sie in diesem Jahr zum Beispiel eine Blogitzeljagd und sorgten damit für jede Menge Gesprächsstoff in der Blogosphäre. Das diese Aktion keine kreative Eintagsfliege war, bewies das Team mit der daraufolgenden Suche nach den Superblogs 2007. Sicher waren die Aktionen auch nicht unbeteiligt an dem Einzug des Hitflip Blogs in die Liste der Top 100 Blogs in Deutschland.

Zur Gewinnung von neuen Mitgliedern macht das Unternehmen neben Onlinemarketing (Affiliate Marketing, Suchmaschinenoptimierung, Perfomance-orientierte Kooperationen) auch einiges an PR, wie man der aktuellen Presseliste mit mehreren hundert Artikel in den verschiedensten renomierten Medien entnehmen kann. Auch mit Fernsehwerbung experimentierte das Unternehmen vor ein paar Monaten. Zur Aktivierung bestehender Mitglieder kommt ein Newsletter zum Einsatz. Durch den Aufbau und die Funktionsweise von Hitflip bekommen die User immer wieder von alleine neue Anreize, den Service aktiv zu nutzen und das ist ausdrücklich gewünscht.

Das Hitflip Gründerteam besteht aus Gerald Schönbucher (29), Jan Miczaika (27) und Andre Alpar (31). In der Anfangsphase haben sich die drei Gründer eigenfinanziert. Später wurden dann im Rahmen von drei Finanzierungsrunden ein kleiner siebenstelliger Betrag von mehreren Businessangeln aufgenommen. Die Expansion ins Ausland hat Hitflip schon hinter sich. Im November letzten Jahres startete der Service in Österreich. Mit dem Kauf der größten britischen Tauschbörse SWOPEX im Februar diesen Jahres gelingt es dem Unternehmen sich als Marktführer bei den nach eigenen Aussagen äußerst Medienafin geltenden Briten zu etablieren. Im Netzstimmen Interview erläutert Andre seine Beweggründe für die Expansion noch einmal ausführlicherer. Dabei möchten es die Gründer aber nicht belassen. Eine Expansion in die USA, Niederlande und Schweiz sind geplant. Ein Starttermin steht allerdings noch nicht fest. Langweilig wird es also mit Sicherheit nicht werden und man darf auf die weitere Entwicklung des Unternehmens gespannt sein.

Hitflip in Zahlen:

Idee: Februar 2005
Launch: Juni 2005
Gründer: 3
Mitarbeiter: ca. 20
Investoren: jede Menge
Kunden: 160.000 (Deutschland)
Produkte: 450.000 (Deutschland)

Google Treffer: 4.750.000
Technorati: 1005

Bisher erschienene Artikel der Serie:

Teil I: Vom E-Commerce zum Social Commerce

Teil II Geschäftsmodelle im Social Commerce:
Dealjaeger – Menschlicher Preisvergleich
Dawanda – Individualität für Alle
Tradoria – The Longtail Pionier
Ecato – Der Produktbaukasten für den Social Commerce
Yieeha – Social Winning

[Marko]