Schon vor seinem offiziellen Launch erhält Doo (www.doo.net), der Cloud-basierte Dienst für das papierlose Büro, rund fünf Millionen Euro Kapital. Mit der Seed-Finanzierung zählt das junge Startup aus Bonn nun DuMont Venture (www.dumontventure.de), Lars Hinrichs und Hermann Simon zu seinen Gesellschaftern. Doo-Mitgründer und -CEO Frank Thelen sprach mit Gründerszene über die Entstehung und das Geschäftsmodell des Dokumentenordnungsdienstes sowie seine Abgrenzung zum erfolgreichen Konkurrenten DropBox (www.dropbox.com).
DuMont Venture, Lars Hinrichs und Hermann Simon investieren in Doo
Das Bonner Startup Doo gab heute eine Seed-Finanzierung in Höhe von 5,1 Millionen Euro bekannt. Neben dem Lead-Investoren DuMont Venture investieren Hermann Simon und Lars Hinrichs in das Unternehmen. “Ich glaube, wir brauchen ein innovatives Konzept, um den Wandel von Papier hin zu digitalen Dokumenten in den verschiedenen Industrien zu verwirklichen. Doo verfügt über einen einzigartigen und intelligenten Ansatz. Das Produkt wie auch die Marketing-Strategie haben mich gleich überzeugt”, sagt Simon.
Lars Hinrichs, Gründer von Xing (www.xing.com) und HackFwd (www.hackfwd.com), wird das Unternehmen ebenfalls als Beiratsmitglied unterstützen: “Ich freue mich riesig über Software-Innovationen aus Europa und glaube fest an das Management-Team und ihre Vision einer Consumer-Software für Dokumenten-Management – nicht zuletzt brauche ich das Produkt für mich selbst.”
Auch Lead-Investor DuMont Venture sieht großes Potential in Produkt und Team: “Wir sehen selten Software-Innovationen in Europa, die komplette Märkte verändern können und das Potential haben, zu einem wichtigen Global Player zu werden. Wir freuen uns sehr darauf, mit den Gründern zu arbeiten und ein revolutionäres Produkt zu unterstützen, welches wir täglich in unserem privaten und geschäftlichen Leben verwenden werden.”
Mit Doo soll das papierlose Büro Wirklichkeit werden
Doch auch die Gründer von Doo sind nicht unbekannt: Frank Thelen, Marc Sieberger und Alex Koch investierten unter dem Namen E42 in verschiedene Startups, so etwa in Popula (www.popula.de), 6Wunderkinder (www.6wunderkinder.com) und MyTaxi (www.mytaxi.net). Doo will unseren täglichen Umgang mit Dokumenten revolutionieren. Die Cloud-basierte Lösung soll es sowohl Endkunden als auch Unternehmen ermöglichen, digitale Dokumente zu empfangen und zu versenden, mit Freunden oder Arbeitskollegen zu teilen, zu bearbeiten, zu organisieren und sicher zu archivieren.
“Es begann alles mit lästigen Situationen in meinem privaten und geschäftlichen Leben: Täglich habe ich mich mit Quittungen, Verträgen und Rechnungen herumgeschlagen, die überall auf meinem Schreibtisch beziehungsweise auf meiner Festplatte herumflogen. Ich habe viel zu viel Zeit damit verschwendet, diese zu suchen, zu sortieren und zu archivieren – nicht selten sind mir Dokumente auch einfach verloren gegangen. Ich denke bereits seit Jahren über das richtige Produkt zur Lösung dieses Problems nach”, sagt CEO Frank Thelen.
Doo-COO Marc Sieberger sieht den Moment für das papierlose Büro für gekommen: “Die notwendigen Technologien und rechtlichen Rahmenbedingungen sind nun vorhanden. Die hohen Internet- und Smart-Device-Penetrationsraten ermöglichen es zudem einer Vielzahl von Verbrauchern und kleinen Unternehmen, ihre Dokumente digital weit effektiver und sicherer zu organisieren. Dies wiederum führt dazu, dass auch mittlere bis große Unternehmen durch den Wechsel hin zur Kommunikation mit Hilfe digitaler Dokumente über Doo deutliche Kosteneinsparungen erzielen und ihre Kommunikation verbessern können.”
Doo wird als App für Mac OS X, Windows & Windows Phone, iOS, Android und als Web-Lösung verfügbar sein: Im Januar 2012 startet Doo mit einer begrenzten Zahl von Nutzern in die Beta-Phase – anmelden kann man sich ab heute hier.
CEO und Mitgründer Frank Thelen erklärt Doo
Doos CEO Frank Thelen stellte sich anlässlich der Seed-Finanzierung einigen Gründerszene-Fragen:
5,1 Millionen Euro – Glückwunsch erst einmal zu dieser beachtlichen Summe. Wieviel Zeit ist vom Gründungsgedanken bis zur Seed-Finanzierung vergangen und wie war diese Zeit gekennzeichnet; welcher der Investoren kam zuerst an Bord?
Alles was digital sein kann, sollte digital sein. Das Problem mit dem Papier bereitet mir schon lange Kopfschmerzen. Es hat aber lange gedauert, bis wirklich die notwendigen Gesetze, Technologien, Penetrationsraten und so weiter vorhanden waren. Wir haben die Idee zunächst mit unserer eigenen E42 unterstützt und dann mit bestehenden Partnern gesprochen.
Eine Cloud-basierte Lösung zum Empfangen, Versenden und Teilen von Dokumenten – zur Gründungsidee sagtest du, dass du unter anderem eine Lösung für herumfliegende Quittungen auf dem Schreibtisch suchen wolltest. Wie kann mir Doo hier helfen – was genau macht Doo mit Dokumenten?
Doo importiert Dokumente aus deiner DropBox, deinem E-Mail-Konto und so weiter, aber auch deiner Bank oder deinem Energielieferanten. Ziel ist es, nach und nach einen automatischen Import aus allen Dokumenten-Quellen anzubieten. Uns ist bewusst, dass dies ein langer und harter Weg ist. Zusätzlich bieten wir “Brücken” wie PDF-Erstellung über ein Smartphone, Anbindung von Scannern und so weiter. Im ersten Schritt liegt der Fokus also auf einer Revolution im Bereich bereits digital bestehender Daten.
Wo seht ihr die Abgrenzung zum großen Konkurrenten DropBox?
DropBox ist ein perfekter Ersatz für Fileserver. Wie mache ich jede Art von Dateien für Teams zugreifbar. Man kann hier natürlich seine Notizen oder Musik ablegen, aber ist keine spezielle Lösung für diesen Medientyp. Aus diesem Grund gibt es Evernote (www.evernote.com) für Notizen und Spotify (www.spotify.com) für Musik. Doo soll die Lösung für Dokumente werden. Bei Dokumenten ist zum Beispiel ein ISO-27001-zertifizierter Service sehr wichtig.
Wie will sich Doo langfristig finanzieren; wo seht ihr Doo in einem Jahr?
Doo ist eine Freemium-Company. Der Basis-Service ist für alle kostenfrei. Sobald man besondere Funktionen oder besondere Speichermengen benötigt, zahlt man eine monatliche Gebühr. Doo wird sich hauptsächlich durch die Premium-User finanzieren. Mittelfristig gibt es noch weitere Umsatzquellen, diese werden wir aber erst später verraten. In einem Jahr haben wir Doo für OS X, Windows, iPhone, iPad, Android und Windows Phone in Version 2.0 live. :-)
Vielen Dank für das Interview, Frank.


Klingt ja sehr interessant. Vor allem wegen dem Sicherheitsaspekt. Allerdings frage ich mich wie doo die Sicherheit meiner Dokumente garantieren will solange auf Amazon S3 gespeichert wird. Amazon ist ein Amerikanisches Unternehmen und dort gibt es das “Patriot Act” Gesetz. Meine Dokumente wären also nur sicher wenn diese verschlüsselt auf dem S3 abgelegt werden.
Brauch ich nicht. Leite alle meine Dokumente an meine evernote Adresse weiter, kann snapshots vom iphone, desktop oder aus screenshots vom Rechner da hochladen.
Warum ist Evernote nur für Notizen ? Evernote erkennt Dokumente UND Handschriften.
Like I said – wer’s braucht…
gute idee ja – aber so einzigartig nicht: smarchive ist mit einem nahezu identischen dienst schon in der beta-phase.
Einzigartig ist die Idee wirklich nicht. Moment…Warum schreit denn dann hier niemand Copycat?? Wo ist hier die Innovation?? Ist doch so ein ähnliches Modell, sieht nur anders aus…
@ Uwe: Dass deine Daten verschlüsselt auf einem Amazon Server gespeichert werden kann ja sein. Dass Sie deswegen sicher sind ist wohl eine Illusion. Im Land mit den meisten Geheimdiensten und Cyberwar-Experten glaubst Du wirklich, dass Deine Daten geschützt sind? Die müssen Dir ja nichtmal als Ausländer sagen, wenn sie auf Deine Daten zugreifen. Siehe unlängst Twitter mit dem Fall der isländischen Parlamentarierin. Die hätte nie davon erfahren, hätte Twitter nicht von sich aus gegen den Beschluss geklagt.
Da lobe ich mir smarchive: Dokumente auf einem deutschen Server. Das macht sie auch nicht unhackbar, aber immerhin sind die deutschen Datenschutzrichtlinien hier wesentlich enger als in dem Land der Freiheit.
Doo sieht gut aus, das tun andere auch. Andere kümmern sich auch schon länger um Digitalisierung von Dokumenten. Smarchive’s Kern ist eine innovative Semantikanalyse. Innovation kann ich bei doo nicht erkennen (und nein, es ist keine Innovation, einen Service auf allen Plattformen anzubieten). Die Hälfte des Artikels dreht sich um die tollen Namen, die Höhe der Investmentsumme und dass der CEO mal festgestellt hat, wie lästig es ist, alles in Papier zu haben…
Mehr Schein als Sein?
@erster
Über Verschlüsselung lässt sich bekanntlich streiten. Man sollte aber wenigstens den Aufwand hoch halten. Ich hab gerade gelesen das Smarchive verschlüsselt speichert. Diese Aussage fehlt mir bei doo. Zumindest wenn sie die Sicherheit so groß hervorheben.
Solange unsere Rechtslage so bleibt ist ein deutscher Server sicher eine bessere Alternative. Aber siehe Flugdaten und Bankdaten Weiterreichung nach Amerika… Sowas kann sich schnell ändern. Also was ist die Lösung ? Eine Private Cloud mit Server Zuhause. Zumindest wenn man auf Sicherheit Wert legt.
http://beta.doo.net/jobs.html
Das Video ist ja wohl der Kracher,
wie man versucht Köln und das Produkt schmackhaft
zu machen….sucht man da so händeringend nach Angestellten?
Hab mich köstlich amüsiert, vielen Dank.
Ansonsten schließe ich mich erster und uwe an.
..oder halt Bonn