Eyeem

Foto-App, bei dem Begriff drängt sich unweigerlich die Erinnerung an den Milliarden-Exit von Instagram an Facebook im April dieses Jahres auf. Das gerade einmal 17 Monate alte Startup zeigte auf, dass Foto-Apps und -Communities ein ernstzunehmendes Thema sind. Das Berliner Startup EyeEm und ihre gleichnamige Foto-App gehen aber noch einen Schritt weiter. Nicht das Machen und Teilen von Fotos sei wichtig, sondern das Auffinden der für den Nutzer relevanten Inhalte. Gründer und Geschäftsführer Florian Meissner im Interview.

Hallo Florian, stelle dich bitte kurz vor.

Hallo! Ich bin einer der Gründer und Geschäftsführer von EyeEm (www.eyeem.com).

Was macht EyeEm?

EyeEm ist eine weltweite Foto-Community in deiner Hosentasche. Mit unseren kostenlosen Apps für iPhone, Android und WindowsPhone kannst du zu Hause und unterwegs Orte, Themen und die spannenden Menschen dahinter entdecken – mit jedem Foto, das du machst.

“Das große Problem besteht nicht im Foto-Machen und Teilen, sondern darin, wie wir die Fotos herausfiltern, die uns wirklich interessieren.”

Was siehst du als euren USP im Gegensatz zu all den anderen Foto-Apps dort draußen, wie zum Beispiel Instagram?

Ganz einfach. Die Anzahl aller Fotos, die wir im Jahr 2012 mit unseren Smartphones schießen werden, übersteigt zum ersten Mal die Anzahl aller Fotos, die jemals in der Geschichte der Fotografie gemacht wurden. Das große Problem besteht also nicht im Foto-Machen und Teilen, sondern darin, wie wir die Fotos herausfiltern, die uns wirklich interessieren. Wir entwickeln die Technologie dafür.

Mit welchen Produktideen wollt ihr euch von der Konkurrenz absetzen?

Wir arbeiten gerade an einigen ganz spannenden Sachen. Wer einen kleinen Ausblick haben möchte, sollte sich auf unserem Blog umschauen und in den nächsten Wochen die Augen offenhalten! :)

Darüber hinaus veranstalten wir im September in Partnerschaft mit Facebook und Getty Images einen PhotoHackDay in Berlin, wozu ihr alle herzlich eingeladen seid. Die Idee ist, Designer, Entwickler und Foto-Begeisterte für ein Wochenende zusammenzubringen, um sich gemeinsam über die Zukunft der Fotografie Gedanken zu machen.

Wie steht es um eure eigene Zukunft? Die Monetarisierung eines solchen Produkts erscheint schwierig.

Ganz ehrlich, wir befinden uns inmitten einer digitalen Revolution. Vor zehn Jahren kam die erste digitale Spiegelreflexkamera unter 1.000 US-Dollar auf den Markt. Millionen von Amateurfotografen waren auf einmal in der Lage, Bildmaterial zu produzieren, das in Magazinen und Zeitungen veröffentlicht werden konnte. Daraus ist eine ganze Welle an erfolgreichen Unternehmen entstanden in unterschiedlichsten Industrien.

“Was jetzt gerade passiert, ist eine Nummer größer.”

Wie zum Beispiel iStockphoto, gekauft von Getty Images, die wiederum vor kurzem von der Carlyle Group für 3,4 Milliarden US-Dollar übernommen wurden, oder der IPO von Shutterstock. Was jetzt gerade passiert, ist eine Nummer größer. Es geht gar nicht mehr um Amateur- oder Profifotos, sondern wir alle haben eine Kamera und halten unser Alltagsleben fest.

Wird es dann also auf eine Kooperation mit oder den Verkauf an einen großen Photostock-Anbieter hinauslaufen?

Momentan bin ich erstmal unglaublich stolz auf mein Team und was wir bis heute erreicht haben und freue mich auf die nächsten Wochen. Unser Ziel war es von Anfang an, ein Produkt zu bauen, hinter dem wir alle langfristig stehen, und könnte mir nichts Spannenderes vorstellen, als einen Teil dazu beizutragen, diesen neu entstehenden Markt zu erobern.

Wie seid ihr denn bisher finanziert?

Wir haben das Glück, mit einigen der besten Köpfe, die sich ein Berliner Startup wünschen kann, zusammenarbeiten zu dürfen. Christophe Maire ist unser Executive Chairman und einer der ersten Unterstützer. Darüber hinaus profitieren wir ungemein von der Erfahrung, die Daniel Waterhouse von Wellington Partners (www.wellington-partners.com) und Stefan Glänzer von Passion Capital (passioncapital.com) zusammen mit ihren Fonds in unser Board einbringen.

Florian, vielen Dank für das Gespräch.

Danke dir, immer willkommen!