1) Hallo Felix, stell dich doch bitte kurz vor und beschreibe was hinter Floka.de steckt und wer dafür verantwortlich ist.
Hallo Cornelius, mein Name ist Felix Speiser, ich bin 23, studiere BWL an der Universität Mannheim und bin einer der Gründer von Floka.de. Floka ist eine Plattform für kostenlose, private Kleinanzeigen basierend auf GoogleMaps. Wir, also die anderen Gesellschafter der e-signed GbR, Informatikstudenten aus Darmstadt und Regensburg, und ich, entwickeln an dem Projekt jetzt seit knapp einem Jahr und haben vor knapp 3 Wochen endlich die öffentliche “Betaphase” eingeläutet.

2) Wo liegen die Ursprünge von Floka? Wie kamt ihr auf diese Idee?
Am Anfang stand erstmal die Idee, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Die e-signed GbR, die wir seit 5 Jahren betreiben führt ja eigentlich vornehmlich Auftragsarbeiten für kleine und mittlere Unternehmen aus. Wir haben dann einige Zeit Ideen gesammelt und diskutiert. Dabei ist unter vielen Anderen, die Idee für Floka entstanden, und hat uns so gut gefallen, dass wir uns an die Umsetzung gemacht haben.

Die Idee für Floka wuchs aus der zunehmenden Unzufriedenheit (aufwändiges Versenden und langes Warten auf Artikel, hohe Gebühren, zuviel uninteressante gewerbliche Angebote) mit einem großen Konkurrenten von uns. Die bestehenden Alternativen, also Kleinanzeigen in der lokalen Zeitung oder auf einer Kleinanzeigenseite im Internet schienen alle recht unzeitgemäß und nicht geeignet um schnell und einfach vor allem auch geringwertige oder sehr sperrige Artikel loszuwerden oder nach solchen zu “stöbern”.

3) Worin liegt der Mehrwert für Nutzer gegenüber anderen Kleinanzeigenseiten?
Bei Floka.de soll der Spaß und der “Stöberfaktor” im Vordergrund stehen. Im Gegensatz zu anderen Kleinanzeigenplattformen bietet die Verbindung mit GoogleMaps zum einen eine ganz neue Erfahrung und zum anderen die Möglichkeit wirklich in der Nähe zu stöbern, um zu sehen, was die Nachbarn so verschenken oder günstig abzugeben haben. Ich muss dann nichts mehr verschicken, nicht darauf warten, kann die Sache direkt begutachten, und musste dafür auch nicht durch die halbe Stadt kurven.

4) Mit dem hervorstechenden Vollbild-Karteninterface hebt sich Floka ja von der typischen Webseite ab. Worin liegen die Vorteile und welche Schwierigkeiten treten bei einer solchen Darstellungsweise auf?
Wie du ja schon gesagt hast, hebt uns das Karteninterface besonders stark von der Konkurrenz ab. Wir glauben sogar, dass wir momentan die einzige, oder zumindest eine von sehr wenigen Seiten sind, die auf ein echtes Karteninterface, also eine bildschirmfüllende Karte, setzen. Wie schon gesagt, ermöglicht diese Ansicht erst das bequeme Durchstöbern von Artikeln in der näheren Umgebung. Außerdem ermöglicht es das Anbieten von Artikeln mit sehr genauem Ortsbezug, ohne jedoch die exakte Adresse eingeben zu müssen. So könnte ich z. B. alle meine Bücher auch auf der Universität platzieren, wenn ich dort ohnehin täglich bin, könnten sie dort ja dann mit anderen Studenten ausgetauscht werden.

Nachteile liegen, abgesehen von der teilweise aufwändigeren technischen Umsetzung, insbesondere wenn es um Browserkompatiblität und Performance geht, natürlich im Usability Bereich. Der Benutzer muss die Bedienung von Floka quasi neu erlernen, insbesondere dann, wenn er noch keine Erfahrung mit GoogleMaps hat. User, die regelmäßig GoogleMaps oder GoogleEarth nutzen, sollte die Bedienung hingegen leichter fallen.

Wir glauben aber, die Seite trotzdem so intuitiv gestaltet zu haben, dass sich jeder schnell zurechtfindet, und arbeiten auch ständig an der weiteren Optimierung des Interfaces.


5) Wo siehst du Floka in genau einem Jahr?

Wir hoffen, dass wir es schaffen, innerhalb der nächsten Monate die kritische Masse von Angeboten zu erreichen, so dass man beim regelmäßigen Stöbern, den ein oder anderen Schatz findet. Eine längerfristige Vision ist, dass man in einem Jahr, bevor man etwas wegwirft, es bei Floka einstellt. Floka steht also in Opposition zur allgemeinen “Wegwerfmentalität”. Wir glauben auch, dass es eine Tendenz gibt, weniger Besitz anzuhäufen, was gerade in einer Gesellschaft, in der Mobilität immer wichtiger wird, eine logische Konsequenz wäre. Floka könnte dabei helfen, Dinge, die man nicht mehr braucht, oder nicht mitnehmen will, einfach loszuwerden, und umgekehrt, schnell an Dinge zu kommen, die man dringend, aber vielleicht nur kurz braucht und anschließend, also nach der Nutzung, gleich wieder anbieten wird.

Ich selbst biete zur Zeit fast 60 Dinge bei Floka an, die ich beim regelmäßigen Durchforsten meines Krams zu tage gefördert habe. Sich von Dingen zu trennen, die man selten oder nie nutzt ist ein gutes Gefühl und es schafft Platz für Neues. Darüber dürften sich alle freuen, die wie ich in einem eher kleinen WG-Zimmer hausen. :)

6) Warum sollten die Leser von Gruenderszene.de Floka nutzen?
Auf Floka gibt es schon jetzt einige Artikel zu entdecken. Dadurch, dass die Nutzung der Seite völlig kostenlos ist und das Einstellen bewusst einfach gehalten ist und man die Artikel nicht verschicken muss, lohnt es sich auch Sachen anzubieten, die man vorher achtlos zum Schrott gegeben hätte. Andere in der Nähe haben aber vielleicht noch Verwendung dafür. Abgesehen von der Tatsache, dass man beim “persönlichen” Austausch natürlich auch die Chance hat, nette Leute kennenzulernen, verlosen wir unter den nächsten 500 eingestellten Angeboten, ein TomTom GPS, damit man auch zum vereinbarten Treffpunkt findet :-), sowie 5 Floka T-Shirts.

7) Wie vereinbarst du Studium und Gründungsprojekt miteinander? Gibt es oft Zielkonflikte?
Die letzten Wochen war es sehr anstrengend, da hier in Mannheim wegen der international angepassten Semesterzeiten gerade die Klausurenphase war. Zum Glück hauen die anderen im Moment um so mehr rein, und gleichen meinen Zeitmangel ganz gut aus. Aber irgendwann kommt auch die Klausurenphase in Darmstadt und Regensburg … dann bin ich wohl dran.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit Floka.de.

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