Freemium.com

Die eigene Geschäftsidee vor potenziellen Geldgebern und anderen Interessierten zu pitchen, ist eine der Fertigkeiten, die jeder Gründer beherrschen sollte. Und da ein Fahrstuhl ein reichlich ungeeigneter Ort dafür ist, haben junge Startups im Format „Frischlingsfragen“ die Möglichkeit, sich und ihr Geschäftsmodell kurz und präzise vorzustellen: Gründerszene stellt zehn Fragen, und dieses Mal antwortet Freemium (www.freemium.com).

Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Wir, die Freemium GmbH aus Berlin, entwickeln und publishen hochwertige, bedarfsorientierte Software nach dem Free2Use-Modell. Unsere Tools stehen kostenlos zur Verfügung – besondere Zusatzfunktionen und ergänzende Programme binden wir über Micropayments, Featuresales und frei wählbare Werbeangebote ein.

Hinter jedem Erfolg steckt eine Vision. Wie seid Ihr auf Eure Idee gestoßen?

Während im Gamesbereich Free2Play als „The next big thing“ gehandelt wird, ist der Trend in der deutschen Softwarebranche noch nicht angekommen. Wir haben uns gefragt, was die Gründe dafür sind, und uns vorgenommen, genau diese Lücke mit unseren Tools und dem Modell „Free2Use“ zu schließen.

Noch wichtiger als die Idee ist häufig das Team. Wer sind die Gründer, was habt Ihr vorher gemacht und wie habt Ihr zueinander gefunden?

Zunächst möchte ich meinen Partner vorstellen:

Sven Lubek gründete 2003 die Firma Covus, die er über die Jahre kontinuierlich sehr erfolgreich weiter entwickelt hat. Heute umfasst Covus eine ganze Firmengruppe. Freemium ist ein Tochterunternehmen der Beteiligungsgesellschaft Covus Ventures GmbH. Als Experte im Bereich Unternehmensgründungen und Digital Commerce erkannte Sven sofort die Chancen des Free2Use-Modells und fördert die Entwicklung der Freemium GmbH mit seinem umfassenden Know-how.

Sven und ich haben uns über die Unternehmerorganisation EO kennen gelernt und sind schon seit Jahren sehr gut befreundet.

Nun noch ein paar Worte zu mir: Mein Name ist Markus Malti und ich bin Geschäftsführer der Freemium GmbH und Prokurist bei Covus Ventures, die 100 prozentige Mutter von Freemium. Vor meiner Zeit bei Freemium war ich unter anderem bei größeren Unternehmen wie Procter & Gamble, Sega, der France Telekom und RTL in den Bereichen Marketing, Sales, Strategie und Business Development tätig.

2006 wechselte ich auf die Unternehmerseite. Mein letztes Projekt vor Freemium war die Gründung und der Aufbau eines „Free to play“-Publishers. Nach erfolgreichen und anstrengenden 18 Monaten habe ich meine Anteile an eine börsennotierte Aktiengesellschaft verkauft und bin im Oktober 2011 bei Covus Ventures/ Freemium eingestiegen.

Viele Gründungsideen sind nicht gänzlich neu. Was ist Euer USP und was macht Ihr anders als alle anderen?

Wir übertragen ein im Gamesbereich sehr erfolgreiches Geschäftsmodell auf den Softwaremarkt – Free2Use in Anlehnung an Free2Play. Unsere User erhalten hochwertige, an ihren Bedürfnissen orientierte Premium-Software kostenlos direkt auf unserer Website. Herkömmliche Anbieter liefern inhaltlich oder zeitlich beschränkte Versionen, die später gegen Zahlung auf einen „normalen“ Leistungsumfang aufgewertet werden müssen. Wie der Erfolg des Free2Play-Modells bei den Games zeigt, haben sich die Ansprüche der Nutzer in den letzten Jahren stark gewandelt: Weg von Vollpreismodellen und hin zu kleineren, gezielten Einkäufen, den Micropayments.

Zum Business: Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell? Und wie groß ist das Marktpotenzial?

Wir stellen Premium-Software kostenlos zum Download bereit und verbinden damit das Monetarisierungsmodell Free2Use: Die Software ist zeitlich und inhaltlich mit allen grundlegenden, notwendigen Funktionen unbeschränkt nutzbar. Besondere Features bieten wir auf Micropayment-Basis an. Außerdem erfolgt die Monetarisierung über Einbindung von Werbung für ausgewählte, optionale Softwareangebote unserer Partner.

Durch unsere Kombination aus anwenderorientierter High-Class-Software und unserem micropayment- und werbefinanzierten Monetarisierungsmodell sehen wir großes Potenzial für die Freemium GmbH. Der Markt für jedes einzelne unserer Produkte ist sehr groß. Beispielsweise wurde die 15-tägige Testversion des beliebtesten kostenpflichtigen Tuning-Programms über acht Millionen Mal heruntergeladen – obwohl es eine zeitliche und inhaltliche Begrenzung gibt! Wir bieten mit unseren Tools den gleichen oder sogar einen größeren Leistungsumfang kostenlos an.

Ideen umzusetzen kostet Geld. Wie finanziert Ihr Euch?

Die Freemium GmbH wird durch die Covus Ventures finanziert.

Gibt es etwas, das Euch noch fehlt? Ein Mitarbeiter, ein Investor oder ein Büro?

Uns fehlen natürlich immer kreative Köpfe, die Lust auf innovative Produkte haben – ob im Bereich Software-Entwicklung oder im Marketing. Wir suchen besonders Mitarbeiter, die unsere User verstehen und mit uns zusammen Produkte entwickeln, die da draußen wirklich gebraucht werden.

Gibt es ein großes Vorbild für Euch?

Es gibt viele Anbieter in der Softwarebranche, die uns inspiriert und angeregt haben, etwas Neues zu wagen. Dazu zählen besonders die Kollegen von Nero, AVG, Avira und Ask.

Stellt Euch vor, Ihr könntet ein Lunch gewinnen. Wen würdet ihr aus der deutschen Startup-Branche gerne mit an den Tisch holen?

Angela Merkel und/oder Philipp Rösler, die sich ja zunehmend mehr für die Startup-Szene interessieren.

Wo steht Ihr heute in einem Jahr?

In einem Jahr haben wir fünf Premium-Produkte in zehn Sprachen gelauncht und über zehn Millionen Downloads erreicht.