Dennis, stell dich doch bitte kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?

Ich heiße Dennis Bemmann und bin Informatiker. Ich mache gern Musik (ich spiele alles was Tasten hat, aber nicht nur), reise unheimlich gern, fotografiere gern und habe ein Faible für Sprachen. Ich bin 31, aber so richtig erwachsen werde ich wahrscheinlich nie.

Was war Dein größter unternehmerischer Erfolg und was war Dein größter Fehler?

Mein größter Erfolg sind die VZ-Netzwerke, die ich gegründet habe. SchülerVZ (www.schuelervz.net), studiVZ (www.studivz.net) und meinVZ (www.meinvz.net) sind heute mit über 16 Millionen Mitgliedern die klare Nummer eins unter den sozialen Netzwerken in Deutschland und erreichen täglich mehr Menschen als das Fernsehen.

Mein größter Fehler waren die vielen kleinen Fehler die ich gemacht habe.

Welche Dos and Don’ts kannst Du Gründern mit auf den Weg geben?

Dos: Achtet auf ein komplementäres Team, bei dem die Stärken der Gründer sich gegenseitig ergänzen. Wenn ihr alle in der gleichen Disziplin gut seid, fehlt es wahrscheinlich woanders. Und: Holt die besten Mitarbeiter ins Boot, die ihr kriegen könnt. Kompromisse zahlen sich nicht aus. Erzählt viel und allen von dem was ihr macht. Sammelt so viel Feedback wie möglich und versucht daraus zu lernen.

Don’t: lasst euch aber nicht von eurer eigenen Überzeugung abbringen. Jede Regel hat Ausnahmen und jeder Experte hat irgendetwas zu kritisieren. Viele haben aber gar keine Ahnung. Man muss auch den Mut haben, etwas Ungewöhnliches und Neues durchzuziehen. Dafür seid ihr ja Unternehmer.

Was sind für dich die aktuellen oder kommenden Tops und Flops im Internet?

Top sind natürlich alle StartUps, bei denen ich selbst investiert habe und Flop ist jegliche Konkurrenz. Andere Angels formulieren das vielleicht schöner :-). Nein, mal im Ernst: ich halte nicht so viel von Hypes. Das Thema ist auch gar nicht so wichtig, denn wer sich an Tops und Flops orientiert, wird selbst nicht das Next Big Thing hervorbringen.

Warum bist Du auf dem webinale Startup Day und warum sollten Gründer Deinen Vortrag besuchen?

Ich tausche mich gern mit Leuten aus, die interessante neue Sachen machen. Erfahrungsgemäß machen Gründer immer wieder die gleichen Fehler. Wir ja damals auch. Aber hinterher ist man immer schlauer. Vielleicht sind einige Leute dann ja dank meines Vortrags schon vorher schlauer und müssen nicht mehr alle Fehler selbst machen.

Der Titel Deines Vortrags lautet “Was man alles falsch machen kann”. Was hast Du bei StudiVZ alles falsch gemacht?

Das wird natürlich vorher nicht verraten :-). Aber es wird vor allem um technische Dinge gehen.

Und wie macht man es richtig?

Normalerweise erzähle ich in meinen Vorträgen, wie man es richtig macht. Andere Referenten tun das ja auch. Daraus lernt man aber nur die Hälfte, denn das wertvollste Wissen liegt in Erfahrungen aus Fehlern. In der Praxis denkt man sich ja häufig: “Hey, lass uns das so und so machen”. Ich möchte genau aus dieser Perspektive heraus aufzeigen, was man dabei typischerweise übersieht und warum man bestimmte Dinge eben NICHT so machen sollte, wie es nach der ersten Intuition logisch und sinnvoll erscheint.

Und was machst Du jetzt nach StudiVZ?

Nachdem ich in vier Jahren so viel gearbeitet hatte wie andere Leute in sieben, brauchte ich erstmal andere Eindrücke als immer nur Internet. Ich bin viel gereist, habe zum Beispiel erfolgreich den Kilimanjaro bestiegen, einen Thai-Sprachkurs gemacht, Tango in Argentinien gelernt, tolle Fotos von Kindern in abgelegenen Dörfern in Nepals Himalaya geschossen, bin mit dem Shinkansen quer durch Japan gefahren und mit dem Mountainbike quer durch den indonesischen Urwald. Nun ist es aber auch schön, wieder zu Hause zu sein. Nach wie vor beschäftige ich mich viel mit spannenden Internet-Projekten und früher oder später werde ich sicherlich auch wieder etwas Eigenes starten.

Dennis, vielen Dank für dieses Gespräch.

Dieses Interview entstand durch eine Kooperation mit dem Start-up Day der webinale in Berlin – Gründerszene möchte sich an dieser Stelle herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken.

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