Fubalytics

Die eigene Geschäftsidee vor potenziellen Geldgebern und anderen Interessierten zu pitchen, ist eine der Fertigkeiten, die jeder Gründer beherrschen sollte. Und da ein Fahrstuhl ein reichlich ungeeigneter Ort dafür ist, haben junge Startups im Format “Frischlingsfragen” die Möglichkeit, sich und ihr Geschäftsmodell kurz und präzise vorzustellen: Gründerszene stellt zehn Fragen, und dieses Mal antworten die Gründer von Fubalytics (www.fubalytics.de).

Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Wir, Alexander Bitzke und Eugen Funk entwickeln und vertreiben unter der Marke Fubalytics eine Online-Videoanalyse-Plattform für Teamsportarten, vor allem für Fußball.

Hinter jedem Erfolg steckt eine Vision. Wie seid Ihr auf Eure Idee gestoßen?

Wir haben selber in der Jugend aktiv Fußball, Handball und Volleyball gespielt. Vor allem im Teamsport gibt es immer wieder Auseinandersetzungen mit dem Trainer, ob man an der richtigen Position gestanden hat oder nicht. Daher wollten wir eine Plattform schaffen, auf der jeder Trainer, Sportler und Fan eigene Videoanalysen erstellen und Inhalte teilen kann. Die Version für Trainer und Spieler ist bereits online und im Einsatz, die Version für Fans und andere Teamsportarten wie Handball, Basketball und Volleyball folgt 2013.

Noch wichtiger als die Idee ist häufig das Team. Wer sind die Gründer, was habt Ihr vorher gemacht und wie habt Ihr zueinander gefunden?

Eugen und ich haben uns über einen gemeinsamen Freund kennengelernt. Wir haben uns über die Idee ausgetauscht und gewusst, dass wir gemeinsam eine Videoanalyse-Plattform aufbauen wollen. Eugen hat bereits in der Schulzeit Programme entwickelt und später größere Projekte selber geleitet. Daher ist er verantwortlich für die Weiterentwicklung des Systems. Ich selber habe Sport-Management studiert und in einer Münchener Beratung gearbeit, die einige Fußballbundesligisten betreut hat. Verantwortlich bin ich vor allem für Vertrieb, Kooperationen und Produktmanagement.

Viele Gründungsideen sind nicht gänzlich neu. Was ist Euer USP und was macht Ihr anders als alle anderen?

In der Fußball-Bundesliga gibt es bereits sehr gute, sehr teure und umfangreiche Video-Analyseprogramme, wir möchten auch im Nachwuchs- und Amatuerbereich mit Einfachheit und einem niedrigen Preis punkten. Inhalte in Videos müssen schnell gefunden werden und schnell verfügbar sein. Daher der Weg, eine Online-Plattform zu entwickeln. Es werden automatisch Statistiken zu den Videos von Spielen und Spielern erstellt, Spielaktionen können kommentiert und geteilt werden. Die bekannten Funktionen aus der Spielanalyse nach Champions-League-Spielen wie „zeichnen“ im Video oder verschieben von Spielern haben wir ebenfalls eingebaut. Mit wenigen Klicks ist das gesamte Video analysiert, ohne das Video zu schneiden und ohne Fachkenntnisse in der Videoanalyse. Trainer, Spieler, Funktionäre und Berater aus dem Amateur- und Profifußball wirken an der Entwicklung des Produktes mit. Es gibt eine Feature-Wunschliste, deren Punkte wir nach Relevanz und Möglichkeit in das System integrieren um dem Markt gerecht zu werden.

Zum Business: Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell? Und wie groß ist das Marktpotenzial?

Für Amateurmannschaften und für Profimannschaften gibt es die gleichen Videoanalyse-Funktionen. Unsere Pakete richten sich nach dem Bedarf der Mannschaften. Je nachdem wie viele Videos hochgeladen werden und ob die Videos vom Nutzer selber oder von Fubalytics analysiert werden sollen. Allein in Deutschland gibt es etwa 170.000 Fußballmannschaften, in Europa sind es ungefähr 710.000. Zusammen mit anderen Teamsportmannschaften ergibt sich ein Marktvolumen von einer Million Mannschaften.

Ideen umzusetzen kostet Geld. Wie finanziert Ihr Euch?

Zur Zeit finanzieren wir uns selbst und aus den ersten Umsätzen. Wir sind in Gesprächen zum Thema Crowdfunding und überlegen, ob wir diese Form der Finanzierung nutzen werden.

Gibt es etwas, das Euch noch fehlt? Ein Mitarbeiter, ein Investor oder ein Büro?

Wir suchen Mitstreiter, die Erfahrung in der Programmierung mit Ruby on Rails, Flash und HTML5 beziehungsweise InterfaceDesign haben. Investoren, die auf langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit setzen sind sehr gerne willkommen.

Gibt es ein großes Vorbild für Euch?

In den USA gibt es eine Plattform, die wir nicht kopieren aber die die Relvanz des Themas herausgestellt hat und damit sehr erfolgreich ist, sie heißt hudl.com.

Stellt Euch vor, Ihr könntet ein Lunch gewinnen. Wen würdet ihr aus der deutschen Startup-Branche gerne mit an den Tisch holen?

Uli Hoeneß und Jürgen Klopp, zählen die hier? ;-) Ansonsten würden wir Günter Faltin, Alex Ljung und Eric Wahlforss von SoundCloud (soundcloud.com) an den Tisch holen.

Wo steht Ihr heute in einem Jahr?

Ende nächsten Jahres wollen wir unsere Plattform erweitern auf Fan-Kommunikation und eine verstärkte Integration in soziale Medien. Weiterhin wollen wir Mannschaften aus dem europäischen Ausland und anderen Teamsportarten als Kunden gewinnen.

Förder-Hinweis

EXIST LogoFubalytics wurde durch das EXIST-Gründerstipendium vom Bundesminsterium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Mehr Informationen zu diesem und weiteren Förderprogrammen gibt es auf der Webseite www.exist.de