gabi, facebook app, loui apps

Gabi (www.gogogabi.com) ist eine App des Berliner Startups Loui Apps, welche Facebook-Inhalte analysiert und aufbereitet. Momentan verrät die App etwa Triviales wie: Welches der eigenen Bilder weist die meisten Likes auf? Welche Freunde sind verheiratet? Wer teilt den selben Musikgeschmack wie ich? Denkbar sind natürlich auch weniger triviale oder für Unternehmen nutzbare Fragen. Mitgründerin Stefanie Hoffman im Interview.

Was hat es mit dem Namen „Gabi“ auf sich?

Ursprünglich war der Name „loui“, was für „language orientied user interface“ steht. Dann kam ein Teammitglied auf den Namen „Gabi“ und der blieb es dann. „Gabi“ ist persönlicher und interkulturell verwendbar. Es gibt auch den englischen Ausspruch „to have the gift of (the) gab“, was soviel bedeutet wie „nicht auf den Mund gefallen sein“. Das passt genau zu unserem Produkt.

Wie haben sich du und dein Mitgründer Gabriel kennen gelernt?

Wir haben uns bei Aka-Aki kennen gelernt, wo ich CEO und Gabriel CTO war. In unserer Freizeit dachten wir oft über neue Produktideen nach. Es ergab einfach Sinn, dass wir etwas zusammen gründen würden.

Wie kam es zu der Idee zu Gabi?

Die Grundidee von Gabi stammt von unserer Faszination für Social-Media-Content. Wir wollten einen innovativen Weg finden, wie Nutzer mit ihren Inhalten und den News ihrer Freunde interagieren können.

„Wir wolltem jedem Nutzer einen individuellen Zugang zu Facebook geben.“

Wie schafft man es die wichtigsten News nicht zu verpassen und dem aktuellen Gossip zu folgen ohne den ganzen Tag im Facebook Stream zu verbringen?

Bei der Analyse von unseren eigenen Newsfeed kam die Erkenntnis, dass Posts (Fotos, Statuses) die viele „Likes“ bekommen eine besondere Art von Inhalten darstellen. Oftmals sind es „Life changing moments“ zum Beispiel Geburt eines Kindes, Studienabschlüsse, Reisen oder Hochzeiten. Selbst wenn wir mit diesen „Facebook Freunden“ nicht im besonders engen Kontakt stehen, diese wichtigen Ereignisse will niemand verpassen.  Ein anderes Ziel war, das wir jedem Nutzer einen individuellen Zugang zu Facebook geben wollten, Gabriel interessiert sich zum Beispiel nur für Videos und Links, manchmal ist weniger einfach mehr.

Wer kümmert sich um die technische Entwicklung?

Um die technische Entwicklung kümmern sich Gabriel und zwei weitere Entwickler innerhalb unseres sechsköpfigen Teams.

Gibt es Pläne für Android, Windows oder das iPad?

Neben iOS ist der nächste Schritt eine iPad-Version, damit unsere Nutzer noch besser mit Gabi interagieren können. Erst danach planen wie Gabi auch für Android zu entwickeln. Wir sind ein kleines Team und müssen uns fokussieren.

„Gabi will Teil des mobilen Lifestyles sein.“

Wieso habt ihr euch dafür entschieden, zuerst die mobile Version zu entwickeln?

Die meisten unserer Freunde checken Facebook in der U-Bahn, in Cafes oder im Fitnesscenter. Wir wollen mit Gabi Teil dieses mobilen Lifestyles sein. Eine native App bietet unglaublich kreative Möglichkeiten und Feature-Vorteile. Wir wollen für den Nutzer die möglichst interessantesten Erlebnisse schaffen.

Wo wird Loui Apps bis Ende nächsten Jahres stehen?

Innerhalb diesen und nächsten Jahres wollen wir Loui Apps als iOS-Unternehmen mit hochqualitativen innovativen Apps etablieren. Unser Fokus liegt in der Entwicklung von „Social Companiens“, die dir helfen deine Social Media Stream zu kontrollieren und mit den relevantesten Content über dich und deine Freunde versorgt zu werden.

Wie seid ihr momentan finanziert?

Bisher ist Gabi eigenfinanziert durch die Gründer.

„Die App wächst mit den Nutzerreaktionen.“

Je häufiger ein User Gabi nutzt, umso mehr Fragen erhält dieser. Kannst du das etwas genauer erklären?

Obwohl wir sehr einfach fast jede Frage, die du über dein soziales Netzwerk hast, implementieren könnten, haben wir uns in der ersten Version dazu entschieden nur ungefähr 100 Frage-Kombinationen zu veröffentlichen.

Wir wollten, dass die App mit den Nutzerreaktionen wächst.

Je häufiger du Gabi nutzt, desto mehr Inhalte kann es von deinem Facebook Stream analysieren, und bessere Ergebnisse darstellen. Wenn du  zum Beispiel die App das erste mal nutzt, kann dir die App die besten Inhalt der letzten Woche präsentieren. Nachdem du sie für ein paar Wochen benutzt, hat sie viel mehr Informationen und kann auch Inhalte des letzten Monats mit einbeziehen.

Kann der Nutzer Facebook ausschließlich über Gabi nutzen?

Du musst Gabi nicht verlassen, um mit so gut wie allen Facebook-Inhalten interagieren zu können. Wir arbeiten an zusätzlichen Funktionen, um dies noch zu verbessern.

Können die Nutzer durch die App auch auf  die Inhalte ihre Facebook-Fanpages zugreifen?

Facebook-Fanpages scheinen für einige Nutzer interessant zu sein, deshalb denken wir ebenso wie über andere Features darüber nach, sie zu integrieren.

„Wir können keine Daten an andere Unternehmen verkaufen, da wir gar keine Nutzer-Daten speichern.“

Basiert euer Geschäftsmodell auch auf Datenverkauf an andere Unternehmen?

Wir können keine Daten an andere Unternehmen verkaufen, da wir hier gar nichts zu verkaufen haben. Gabi läuft nur auf dem Gerät des Nutzers, so dass wir gar keine Nutzer-Daten speichern können. Zweitens ist und wird unser Geschäftsmodell darauf basieren Inhalte zu verkaufen, ob als Bezahl-App oder alternativ durch Verkauf von Inhalten innerhalb der App.

Das Interview führte Nina Fowler von VentureVillage.