Was hat Gründerszene nicht schon alles über das Thema Customization berichten dürfen. Vom Vorreiter Spreadshirt (www.spreadshirt.net) bis hin zum selbstettikierbaren Bier war so ziemlich alles dabei. Aber eben auch nur so ziemlich. Jetzt kommt die komplett selbstgestaltbare Laptoptragetasche – made in Brooklyn.

Klaus Wegener über Caseable, Customization und Expansionspläne
Gründerszenes diesmaliger Interviewpartner hingegen ist made in Germany. Klaus Wegener lebt derzeit via Visum in New York und baut dort den Grundstein für das Laptoptragetaschen-Imperium seines Unternehmens Caseable auf, das er gemeinsam mit Marvin Amberg gegründet hat.
Durch Vorstellung in den bekannten US-Blogs Thrillist und Mashable und dem damit einhergehend schlagartig erhöhten Bekanntheitsgrad, denkt Klaus Wegener nun auch über Expansionen in transatlantische Staaten nach. Im März 2010 gegründet und im November des selben Jahres gelauncht, will Caseable so seine Expansion vorantreiben.
Im Interview mit Gründerszenes Chefredakteur Joel Kaczmarek erzählt Klaus Wegener vom Werdegang des noch jungen Unternehmens, plaudert offen über dessen Finanzierung, das Preismodell, unterschiedlichste Anwendungsbereiche und Pläne für die nahe Zukunft. Übrigens: Wer etwas Geld übrig hat: Caseable sucht momentan nach interessierten Investoren.
Film ab!

Sorry Klaus, aber du wirkst ehrlich gesagt eher wie ein unsicherer Zwölftklässler als wie ein Jungunternehmer. Das geht ja schon mit “Hallo ich bin Klaus und wohne in New York” los.
Merke fürs nächste Interview:
- Vorher ein bisschen daheim vorm Spiegel üben
- Deutlich sprechen
- Immer erstmal kurz überlegen was du sagen willst und dann erst den Mund aufmachen
Etwas lächerlich finde ich auch, dass ihr angeblich gleich in 5 Ländern “am kommen” seid. Seid ihr “am kommen”, sobald ihr in ein Land zwei Sleeves verkauft habt oder wie?
Naja an sich ist die Idee mit den Sleeves ja gar nicht so schlecht. Bin gespannt ob ihr der Sache gewachsen seid und was draus macht oder ob das Geld von deinem Onkel am Ende weg ist..
@John: Nun sei mal nicht so hart zu dem armen Jungen. Der Einstieg war in der Tat etwas holprig, aber ich kann Dir aus dem Gespräch mit Klaus sagen, dass er einen sehr aufgeweckten Eindruck macht und sein Produkt gut versteht. Ich finde, dass so junge StartUps einen gewissen “Welpenschutz” haben :-).
Ich fand den Typen, die Idee und das ganze Interview ok. Da gabs bei GS schon deutlich peinlicheres. Die Geschäftsidee ist jetzt nicht der Brüller und die Taschen haben Entwicklungspotenzial, aber an sich finde ich alles ganz sympathisch und das Geschäftsmodell ist rock-solid.
Joel, der Kommentar von John mag inhaltlich hier und da stimmen, aber der Ton geht einfach gar nicht. Bitte sowas nicht durchlassen bzw. den Autor auffordern das ganze nochmal sachlicher und freundlicher zu verfassen.
Du hast schon recht, mein Kommentar war vielleicht etwas überzogen. Ich bin mir sicher Klaus ist ein netter Kerl und weiß bescheid über das was er macht. Aber am Thema Öffentlichkeitsarbeit muss er eben wirklich noch ein bisschen arbeiten. Ich weiß zum Beispiel, nachdem ich das Interview gesehen habe, immer noch nicht was Klaus bei Caseable überhaupt macht. Schmeißt er den ganzen Laden alleine? Hat er Caseable gegründet? Alleine oder mit 10 anderen Leuten? Oder ist er deren Webdesigner oder Näher? Gerade wenn man nach Investoren sucht, sollte man sich bei so einer Gelegenheit zumindest mal anständig vorstellen.
Teurer Spaß für 49 Euro, aber sieht toll aus und scheint gut anzukommen.
@John/Joel: Aufgeweckt wirkt er auch vor der Kamera, fast schon nervös, aber mir durchaus sympathisch. Aber was soll das gebashe? Er bringt eine Innovation, ist begeistert und fightet ohne Ende, das sollte man honorieren und er macht das finde ich gut. Lieber erfrischend und “chatty”, als altbacken und langweilig, aber “professionell”.
Jungs, bei einem Video-Interview lässt sich nur eingeschränkt planen. Deswegen sehen ja GFs, UN-Sprecher von größeren Unternehmen meist davon ab und präferieren ein Text-Interview, das alles abdeckt, sich Zeile für Zeile redigieren lässt und einfach professionell wirkt. Gründer, die kaum Medien-Erfahrung haben und sich zu einem Video-Interview hinreissen lassen sind einfach mutig. Fand ihn jetzt 10x authentischer als diesen Frei- oder Schnellsprecher (?!) von GS
Toni, erst mich für meinen Ton kritisieren und dann Seitenhiebe auf Leute verteilen, die mit diesem Artikel/Interview rein gar nichts zu tun haben ist aber auch nicht die feine englische Art.
Ich weiß ja, dass man es am Anfang immer schwer hat und das Klaus eben noch relativ am Anfand seiner Lernkurve steht. Trotzdem sollte es erlaubt sein, ihn auf Schwachpunkte hinzuweisen, denn nur wenn er diese kennt, kann er an ihnen arbeiten.
@John: Das kann man diskret per E-Mail o.ä. erledigen.
Oh mannn, jeder fängt mal an, wäre ja schlimm wenn man allwissend geboren wird!
Ich finde die Idee toll und Klaus auch! Weiter so und blos nicht von unqualifiziertem Gelaber ins boxhorn jagen lassen!
Viel Erfolg!
Ich kann mich der Kritik am “Sprechen” auch nicht anschließen. Auf mich hat er sympathisch und “real” gewirkt.
In jedem Falle tausend mal besser als die Kollegen, die vorher einen VHS-Rhetorik-Kurs besucht haben und meinen, uns unbemerkt ihre Lügenmärchen unterschieben zu können.
Zum Geschäftsmodell: Öhhmm.. naja. Erinnert mich irgendwie an diese ganzen Notebook-Bekleber. Imho nicht wirklich der Knaller. Halt ein Boutique-Business, das das Netz zwar erst möglich macht, im Grunde aber kein echtes Internet-Geschäftsmodell ist.
Ich persönlich halte den Mass-Customization Markt ja für stark überschätzt.
Chocri als Marktführer im Schokoladensegment scheint zu funktionieren. Die Kunden kennen die Zutaten und können den Geschmack einschätzen. Ebenfalls lässt sich das ganze relativ einfach herstellen und die Kunden sind anscheinend bereit dafür einen Mehrpreis zu zahlen. Vermutlich liegt es daran, dass sich Menschen Schokolade einfach mal gönnen (z.B. nach einem harten Arbeitstag, bei schlechter Laune…). Funktioniert, machen wir einen Haken dran.
Dann gibt es noch Müsli. Zutaten ok, Herstellung ebenso. Gönnt sich aber mal jemand Müsli (bzgl. Mehrpreis)? Ich glaube eher nicht. Wird daher aus meiner Sicht am Preis scheitern. Auch Müsli-to-Go wird nicht funktionieren, denn wie hat es schon jemand erkannt, wer hat immer Milch/Saft mit im Rucksack?
Saft gab es auch bereits. Wieder Zutaten und Herstellung ok. Gönnen tut sich das aber glaube ich niemand mehr. Preis wieder KO-Kriterium.
Dann haben wir noch Parfüm. Herstellung passt. Preis dürfte diesmal auch machbar sein, denn wir alle haben wohl schon mal (eigentlich) irrsinnige Summen für duftendes Wasser gezahlt. Aber die “Zutaten”? Kann der normale Kunde einschätzen, was entsteht wenn ich Rosenduft mit Tee und Schokolade mischt? Ich glaube das Ergebnis wird sehr viele enttäuschen und es wird sehr, sehr viele Einmal-Käufer geben.
Es lässt sich daher aus meiner Sicht auf die 4 Fragen reduzieren:
- Können sich die Kunden unter den Zutaten am PC etwas vorstellen und das Ergebnis abschätzen?
- Ist die Herstellung einfach und schnell machbar?
- Lieferung machbar?
- Zahlt der Kunde einen Mehrpreis, da er sich z.B. mal etwas gönnen will?
Ausser Schokolade fällt mir nicht wirklich was ein.
Wein lässt sich nicht mischen. Eis nicht liefern. Pizza/Baguettes zu alltäglich. Schmuck zu schwierig in Herstellung, Möbel ebenso. Hier in diesem Fall der Markt für Notebooktaschen zu klein.
Irgendwo habe ich mal einen Konfigurator für Plüschtiere gesehen. Das könnte funktionieren, scheint aber auch keine riesigen Gewinnen abzuwerfen, da ich davon nie etwas mehr gehört haben.
@Ulli: Deine Analyse des Mass-Customization Marktes ist ziemlich unstrukturiert und du wirfst viele Dinge durcheinander. Müsli funktioniert übrigens. Und überhaupt solltest du nicht immer alles nur “aus deiner Sicht” sehen. Als Unternehmer musst du antizipieren, was die Menschen, die du mit deinem Angebot bedienen möchtest, mögen / nachfragen / kaufen whatever, nicht was du persönlich machen würdest oder nicht. Es gibt in verschiedenen Nischen Leute, die geben viel Geld für Dinge aus, für die ich persönlich keinen Cent ausgeben würde, na und?
Klar wird caseable kein Multi-Millionen Business, aber als Nischenbusiness durchaus interessant, bestelle mir demnächst mal den Sleeve Modell “Smoking” – finde ich recht prall.
@John-Troll: Dein persönlicher Angriff auf Klaus ist nicht nachvollziehbar, klar war der Einstieg etwas holprig aber dann ging das doch. Und mir sind Leute lieber, die ein solides Business auf die Beine stellen und die Operations im Griff haben, als Dampfplauderer, die ohne solides und monetarisierungsfähiges Geschäftsmodell große Reden schwingen.
Noch besser als der Einstieg hier “Ich bin Klaus und wohne in New York” war eigentlich nur noch Dolly Buster “Wer bist DU, dass du mich nicht kennst?”
So langsam könnt ihr dann auch mal wieder aufhören über meinen Kommentar herzuziehen. Ich habe ja schon eine Richtigstellung geposted. Trotzdem liegt zwischen dem frechen “Wer bist DU, dass du mich nicht kennst?” einer extrem medienerfahrenen Dolly Buster und dem “Ich bin Klaus und wohne in New York” von Klaus Wegener, der sich erst noch einen Namen machen möchte, ein großer Unterschied.
In der Geschäftswelt ist das vernünftige Vorstellen der eigenen Person eben das A und O.
Im Interview hier mag das nicht ganz so wichtig sein, im Gespräch mit einem potentiellen Investor kann so ein kleiner Fauxpas schon mal einen wichtigen Deal kosten. Wer da ankommt und sich vorstellt ohne den Namen seines Unternehmens und die eigene Position im Unternehmen zu erwähnen, kann sich drauf gefasst machen direkt wieder nach Hause geschickt zu werden.
Und ja, auch mir ist es lieber, wenn jemand etwas weniger redegewand ist und dafür vernünftige Sachen erzählt, als wenn jemand Meister der Rhetorik ist und mir eine Lüge nach der anderen auftischt. Das heißt aber nicht, dass man nicht Ahnung von seinem Geschäft haben kann, ehrlich sein kann UND GLEICHZEITIG auch noch ein sicheres und professionelles Auftreten an den Tag legen kann. Im Gegenteil, wenn man selbst ein Unternehmen erfolgreich repräsentieren möchte, dann MUSS man diese Fähigkeit früher oder später erlernen. Schau dir mal erfolgreiche Leute wie Steve Jobs oder Steve Ballmer an, die wissen beide sehr genau wie sie mit der Öffentlichkeit umzugehen haben und das macht eines sehr großen Anteil an ihrem Erfolg aus.
Darauf wollte ich Klaus lediglich energisch hinweisen. Mit einem “Alles super, nur der Einstieg war etwas holprig” wäre es da meiner Meinung nach nicht getan gewesen. Ich werde selbst gerne deutlich darauf hingewiesen, wo ich Fehler mache und halte es so auch mit anderen.
@Keynes
Ich nehme ein paar Produkte, die sich vielleicht auf den ersten Blick eignen würden, und prüfe sie gegen vier einfache ja/nein Fragen. Was ist daran unstrukturiert oder durcheinander?
Bei MyMuesli war ich aber wohl doch zu voreilig. Hatte Sie anscheinend durch die “Oh-Saft.de” Berichterstattung etwas zu negativ in Gedächtnis und hätte lieber vorher nochmal kurz recherchieren sollen, sorry dafür. Meine Bedenken bzgl. dem Preis bleiben aber, auch entsprechend bei Oh-Saft.
Und eine selbstgestaltete Laptoptragetasche als Business interessant? Wenn nicht gerade eine Firma eine Mengenbestellung aufgibt, werden sich wohl 4 oder 5 “Nischenmenschen” freuen ( ja, übertrieben und nein, nicht abwertend gemeint), aber davon zu leben wird wohl schwierig. 123skins konnte viele Dinge mit unzähligen Motiven/Variationen bekleben und es hat nicht geklappt. Und das trotz viel größerer potentieller Zielgruppe.
Ich will hier auch gar nicht Caseable bzw. die Bemühungen schlecht machen. Es ging mir mit meinem Beitrag lediglich darum, dass man nicht einfach ein (verbreitetes) Produkt nehmen kann, es dem Kunden vor den Kopf knallt alá “Hier mach was eigenes draus” und dann läuft das Ding von allein.
@John
Bestimmt bist du in jedem Forum der “Hengst” der alles besser weiss und daheim im Regal Rhetorikbücher stehen hat.
Ich glaube dir auch gerne, dass du dich bei so einem Interview gleich mal als Geschäftsführer vorgestellt hättest. Das würde passen.
Aber eingentlich gehts ja primär um die Sache selbst. Und als Investor Interessiert das eh am meisten.
Also auch wenn du wieder etwas zurückruderst finde ich so einen Post einfach ganz daneben.
Lass mal eine persönliche Note zu und sei nicht so ein Miesmacher in deinem noch hoffentlich jungen Alter.
Klaus weiter so.
Da haben sich andere Starter ganz anders angestellt.
@Adrian: Ja, wenn ich Geschäftsführer eines Unternehmens wäre und man würde mich fragen wer ich bin und was ich mache, dann würde ich das sagen. Und ja, ich habe mich auch schon mal mit dem Thema Rhetorik befasst. Weder das eine, noch das andere sehe ich als falsch oder schlecht an.
Es bringt auch keinem was, wenn ihr hier am laufenden Band irgendwelche total sinnbefreiten Vergleiche bringt. “Lieber rhetorisch unbedarft als ein Lügner”, “Lieber holpriges Auftreten in der Öffentlichkeit als keine persönliche Note”, “Lieber insolvent gehen als ein dritter Weltkrieg”. Das sagt alles höchstens etwas über die relative Wichtigkeit einer Sache aus, nicht aber über die absolute Wichtigkeit. Traut euch, eine absolute Aussage zum Thema zu machen, um mich zu widerlegen oder lasst es einfach sein. “Die rhetorischen Fähigkeiten des Geschäftsführers haben keinen Einfluss auf den Unternehmenserfolg” – Das wäre mal eine Aussage, die überhaupt eine Diskussionsgrundlage bieten würde. Wer diese Meinung vertritt hätte aber schlechte Karten sie in einer Diskussion erfolgreich zu verteidigen. Deshalb versteckt ihr euch hinter nichtssagenden Vergleichen.
Ich bin immer noch der Meinung: Meine Kritik – auch wenn ich sie zugegebenermaßen etwas sachlicher hätte formulieren können – bringt Klaus mehr als euer unüberlegtes “weiter so!”.
Für mich ist die Diskussion damit beendet.
fand denn typen gut-werde mir so eins zulegen !
das antigelaber nervt.. macht es doch besser ?
verstecken hinter nick.. ist einfach oder ?
gekauft
Ich finde an den Interviews hier ja immer den Part erfrischend in dem es an die Zahlen geht…
Umsatz/Absatz sind auf den ersten Blick doch eher erschreckend gering, auf der anderen Seite motiviert einen das immer wieder bei eigenen Projekten.
Ob das jetzt die bescheidenen bisherigen Absatzzahlen von Caseable sind, oder die lächerlichen Zahlen damals von der 12designs-Dame die entlarven, daß dieser Dumpingpreis-Crowdsourcing-*** oft genug nicht einmal seine Macher ernährt.
Bei Caseable bestelle ich trotzdem in Kürze was. Nicht wegen dem Interviewpartner, sondern wegen des Produkts.
@Joel – weiter so. Kurzweilig, und trotzdem mit Substanz und Informationsgehalt die Interviews.