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Wer die E-Mail gerne auf die Liste bedrohter Tierarten setzen würde, sieht sich einer Vielzahl von E-Mail-Lobbyisten gegenüber. Laut verschiedener Studien ist die aus den 1970ern stammende elektronische Post noch immer das unangefochtene Vehikel der zwischenmenschlichen Kommunikation über das Internet. Dass aber tatsächlich nur 80 Prozent aller E-Mails auch ihr Ziel erreichen, macht stutzig und ruft E-Mail-Service-Provider (ESP) wie Mailjet (www.mailjet.com) auf den Plan. Mailjets Digital-Marketing-Manager Elie Chevignard im Interview.

Hallo Elie, bitte stelle dich kurz vor.

Hallo Georg. Ich bin Digital-Marketing-Manager bei Mailjet und kümmere mich um verschiedene Sachen, wie zum Beispiel die Kommunikation auf Twitter oder auf anderen Kanälen (Blogs, Foren, Facebook, Quora, …).  Zusätzlich beschäftige ich mich auch mit einem Teil des Contents auf der Webseite, Tutorials, Dokumentation, White-Papers, und so weiter. Im Großen und Ganzen erkläre ich die Aktivitäten von Mailjet an alle, die mehr über Mailjet erfahren möchten. Das heißt natürlich auch, dass ich involviert bin in Partnerschaften, die wir mit anderen Plattformen oder Webseiten aufbauen.

Was macht Mailjet anders als andere Anbieter und für wen kommt es in Frage?

Mailjet beschäftigt sich in erster Linie mit Transaktion-E-Mails. Wir verschicken Ihre gesamten Application- oder Website-E-Mails. Unser Algorithmus erkennt solche E-Mails und routet diese auf die bestmögliche Art und Weise. Das bedeutet „Echtzeit“ und „Optimierte Zustellbarkeit“.

Für E-Mails sind Parameter wie Bestellbestätigungen, Notifikationen, Passwort-Zurückstellungen und so weiter sehr wichtig. Nur mal zur Erinnerung: 20 Prozent aller legitimen E-Mails kommen nicht an, enden im Spambereich oder gehen einfach „verloren“. Mit bestimmten Webmails, wie zum Beispiel Hotmail, ist es noch viel schlimmer.

Wir tun unser Bestes, um dies zu vermeiden, und helfen unseren Kunden diese Zustellbarkeitsprobleme zu lösen, sind jedoch gleichzeitig streng, was die Kundennutzung selbst betrifft. Um die beste Zustellbarkeit zu garantieren, lehnen wir bedenkliche Absender ab. Manche ESPs sind nicht so streng wie wir und haben deswegen Probleme.

Zusätzlich bieten wir auch einen Marketing-E-Mail-Service an. Mit unserem WYSIWIG (What You See Is What You Get)- Tool können Sie zum Beispiel Ihre Newsletter auf einfache Weise verschicken. Dasselbe gilt auch für die Statistiken: Sie haben Zugang zu genauen Analysen, die Ihnen dabei helfen, Ihr E-Mailing zu optimieren.

Wir bieten eine All-In-One-Lösung an, die sehr kompetitiv und effizient ist. Zusätzlich ist die Integrierung sehr einfach und dauert nur wenige Minuten über SMTP. Wir stellen unseren Kunden auch noch eine sehr leistungsstarke API zur Verfügung, falls sie Mailjet mit ihren eigenen Tools verwenden möchten.

Die Kombination all dieser Elemente macht uns einzigartig.

Wer Mailjet sagt, muss auch Cloud sagen? Was ist der Vorteil der Wolke für Kunden?

Eines unserer Spezialgebiete ist das Cloud-E-Mailing von A bis Z. Wir bieten nicht nur eine Cloud-Infrastruktur an, die eine vollständige Skalierbarkeit ermöglicht, sondern auch ein flexibles Pricing. Sie sind nie länger als 30 Tage an Mailjet gebunden und können Ihren Vertrag jederzeit kündigen.

Sie bezahlen auch nicht  pro „Kontakt“, sondern nur für die Anzahl verschickter E-Mails. Das ist eine ganz andere Philosophie. Wir empfehlen unseren Kunden immer weniger zu verschicken, aber dafür besser. Ins Besondere bezüglich Marketing-E-Mails. Denn heutzutage zählt Relevanz. Die Empfänger müssen interessiert sein an Nachrichten, die sie bekommen.

Andere Anbieter erlauben ihren Kunden, ihren erworbenen Kontakten so oft sie möchten E-Mails zu schicken. Es besteht also die Gefahr, oft denselben Kontakten dieselbe Mail zu schicken, um die Kosten des Monatsplans auszugleichen. Bei Mailjet bezahlen nur so viel wie Sie tatsächlich verbrauchen.

Mailjet ist oft günstiger als die Konkurrenz. Wir bieten 200 kostenlose E-Mails als Tagesplan an. (Auch mit Zugang zur Analytik und API!)

Cloud, E-Mail-Drittanbieter und Datensicherheit passen hingegen leider oft nicht zusammen. Bei Mailjet schon?

Ihre Daten in der Wolke hosten zu lassen, ist nicht weniger sicher, im Gegenteil.

Wenn Sie Ihre Daten selbst hosten, ist Ihre Infrastruktur nicht vor der Außenwelt geschützt, erst recht, wenn es um E-Mails geht. Das bedeutet lediglich, dass es nicht weniger gefährlich ist, keine Cloud-Infrastruktur zu benutzen. Es gibt immer Gefahren, egal was Sie tun.

E-Mail Server müssen mit der Außenwelt in Kontakt stehen und werden oft von Piraten angezielt. Wenn so etwas passiert, ist es oft die Erfahrung, die anzeigt, dass Sicherheitsverstöße leider oft vorfallen können.

In einem solchen Falle macht es mehr Sinn, eine Cloud-basierte Infrastruktur zu benutzen, da die Sicherheit durch ein Spezialteam verwaltet wird. Sicherheit bedeutet für uns eine Priorität. Auf Grund unserer Sicherheitsmaßnahmen können wir uns vor zwei Worst-Case-Szenarien in Acht nehmen. Wenn Sie Ihren eigenen Server warten, ist das nicht der Fall. Oft müssen mehrere Systeme verwaltet werden und ist es nicht möglich, so fokussiert wie möglich zu sein.

Unsere Server werden von einem führenden europäischen Host verwaltet. Jegliche Kommunikation unserer Server verwendet SSL oder TLS und die Prozeduren verlangen von den Kunden, dass diese verlässliche Geheimschlüssel benutzen.

Mailjet ist in den verschiedensten Ländern weltweit aktiv. Wie schwierig gestaltet sich die Internationalisierung eures Produktes? Wie viel Wert müsst ihr auf kulturelle, politische, wirtschaftliche und infrastrukturelle Unterschiede legen?

Viele Online-Service-Provider verwalten Ihre Expansion, ohne in der jeweiligen Sprache des Kunden verfügbar zu sein. Aus irgendeinem Grunde erwarten sie vom Kunden, dass er es schon auf Englisch schaffen wird, wenn das die einzige verfügbare Sprache ist.

Wir denken aus einem Grund anders: Kultur. Wir sind der Überzeugung, dass Kundennähe wichtig ist. Selbstverständlich ist das eine Herausforderung und natürlich ist es einfacher, alles auf Englisch zu machen. Wir müssen ständig übersetzen und Leute engagieren die mehrere Sprachen sprechen. Vielleicht liegt es daran, dass wir Franzosen sind, und überzeugt sind, dass es funktionieren wird.

Wir sind uns bewusst, dass viele auf der Plattform mit der englischen Sprache zurecht kommen könnten, jedoch ist es immer einfacher in der Muttersprache zu arbeiten. Zusätzlich zum Interface haben wir auch lokale Support Teams. Zur Zeit sind diese auf Französisch, Deutsch und Englisch. In Zukunft möchten wir mehr Sprachen hinzufügen.

Verschiedene Support-Teams ermöglichen es uns, die Unterschiede in verschiedenen Ländern zu beobachten. Dadurch können wir unsere Dienstleistungen auch anpassen und verbessern.

Was die Infrastruktur und politischen Aspekte angeht, gibt es, soweit mir bewusst ist, keine Probleme. Solange Sie einen Internetanschluss haben, kann Mailjet ohne Probleme benutzt werden.

Siehst du die ständig wachsende Anzahl an Nachrichtenkanälen (Facebook, Google+, Twitter, …) als Bedrohung für die E-Mail? Ist die E-Mail nicht mittlerweile museumsreif?

Sobald es neue Kommunikationskanäle gibt, haben Leute den Eindruck, dass andere ersetzt werden müssen. Das ist aber sicherlich nicht immer der Fall. Die guten alten Tools werden einfach anders eingesetzt. Wie oft wurde schon gesagt, dass Radio durch TV und TV durch Internet ersetzt werden würde? Das ist jedoch nicht passiert und dasselbe gilt für die E-Mail.

E-Mail bleibt das meistbenutzte Medium für alle Multikanal-Kampagnen. Von 2009 bis heute beweisen zahlreiche Studien dieses Phänomen.

Forrester hat in seinem Marketing Forecast 2009-2014 belegt, dass 78 Prozent der Verbraucher in US und UK täglich mehrmals ihre E-Mails lesen. 79 Prozent amerikanischer Verbraucher belegen, dass erwünschte Marketing-E-Mails ihren Haupt-E-Mail-Posteingang erreichen. Marketing-E-Mails werden sowohl gewünscht als auch gelesen.

Die Zahlen diesbezüglich sind auch positiv. Die Studie Seewhy, im Mai veröffentlicht, beschäftigte sich mit 60.000 Transaktionen und zeigte, dass die E-Mail überwiegend benutzt wurde.

Mailjet verlost Probemonat für Gründerszene-Leser

Für alle Leser von Gründerszene vergibt Mailjet einen kostenlosen Probemonat ihres Bronzepakets. Dazu einfach den Promocode MJGRUNDERSZENE bei der Registrierung von Mailjet verwenden und einen Monat lang bis zu 30.000 E-Mails verschicken und analysieren. Nach dem Testmonat ist der Account natürlich jederzeit kündbar.