streetpay stefan tittel

Laut Crossgate-Gründer und Masterpayment-co-CEO Stefan Tittel gibt es in Deutschland mindestens fünf Millionen Kleingewerbetreibende, die keine Kreditkartenzahlungen akzeptieren können. Unter dem Begriff Mobile Payment bietet Masterpayment deshalb das Produkt Streetpay (www.streetpay.com) an – ein Kartenleser für mobile Endgeräte. In den USA ist diese Bezahlart bereits weit verbreitet und auf dem Vormarsch. Stefan Tittel im Interview mit spannenden Einblicken in den Mobile-Payment-Markt.

Hallo Stefan Tittel, stelle dich bitte kurz vor.

Ich bin 2012 als Managing Director, zuständig für die Ressorts Strategie, Corporate-Finance und Internationalisierung, eingestiegen. Parallel bin ich größter Gesellschafter bei Masterpayment. Vor diesem Engagement war ich bereits in diversen anderen unternehmerischen Rollen tätig. So gründete ich 2001 die Firma Crossgate und führte diese zehn Jahre lang als CEO, bis die Firma 2011 für einen dreistelligen Millionenbetrag an die SAP AG veräußert werden konnte.

Crossgate war europäischer Marktführer für B2B-Integration (SaaS, on demand) und gehörte zu den schnellst wachsenden IT-Firmen weltweit. Davor leitete ich den Geschäftsbereich Supply-Chain-Management bei einer mittelständischen Unternehmensberatung. Meine berufliche Karriere startete ich bei der Siemens AG, für die ich in Deutschland, in den USA und in Asien lebte und arbeitete.

Streetpay ermöglicht Mobile Payment. Wie funktioniert es im Detail und für wen kommt es in Frage?

Streetpay ist sehr leicht anwendbar. Der Kartenleser wird einfach an den Audioausgang mobiler Endgeräte angeschlossen und eine kostenlose App heruntergeladen. Der Händler notiert den zu zahlenden Betrag in der App. Das Anwendungsprinzip ähnelt der Karteneingabe bei handelsüblichen Bezahlterminals, es ist nur wesentlich kostengünstiger und einfacher zu bedienen. Die Daten des Kunden werden nach Einlesen über ein verschlüsseltes System geprüft. Nach Freigabe des Zahlvorgangs unterschreibt der Kunde auf dem Display des mobilen Endgeräts, um den Kauf abzuschließen.

Von diesem innovativen Lösungsansatz profitieren vor allem Händler und Gewerbetreibende, die heute aufgrund ihrer Größe oder Tätigkeit keine Kreditkarten akzeptieren können, beziehungsweise denen das im herkömmlichen Verfahren zu teuer und aufwändig ist. Handelsübliche Bezahlterminals sind in der Anschaffung teuer und häufig eine starke finanzielle Belastung, vor allem für Kleinunternehmer.

Was kostet Mobile Payment bei euch?

Für den Kartenleser erheben wir eine Schutzgebühr von 15 Euro, die wir jedoch mit den Transaktionsgebühren verrechnen. Für den Transaktionsservice fällt für den Händler eine Gebühr 2,75 Prozent der gezahlten Einkaufssumme an. Jeder Transaktionsvorgang wird zudem mit 0,25 Euro berechnet.

Ist der Markt in Deutschland denn reif für Mobile Payment?

Das mobile Zahlen über Kartenleser ist unter anderem in den USA (hier das Beispiel squareup) ein weit und erfolgreich verbreiteter Markt. Die Umsatzzahlen in diesem Segment sprechen für sich. Allein im Jahr 2011 wurde das Umsatzvolumen über mobile Transkationen mit 240 Milliarden US-Dollar beziffert. Auch auf dem europäischen Markt ist die Nachfrage auf diesem Gebiet groß. Die drei führenden Anbieter von Card-Reader-Bezahllösungen konnten mehr als eine Million Akzeptanzstellen innerhalb der zwölf Monate nach Markteinführung gewinnen; Tendenz rasant weitersteigend.

Die Realisierung des bargeldlosen Bezahlens über mobile Endgeräte von unterwegs ist jetzt auch für den europäischen Markt zukunftsweisend. Innovative Zahlungssysteme wie Streetpay sind die erforderliche Antwort auf die zu verzeichnenden Marktentwicklungen außerhalb und innerhalb Europas.

Wie groß ist der Markt auf Nutzerseite?

Für mich ist Mobile Payment der Megatrend unserer Dekade. Die Art, wie wir Waren einkaufen, bezahlen, abrechnen wird sich, getrieben durch neue technologische Möglichkeiten, rasant wandeln. Der Markt ist riesig. Allein in Deutschland schätzen wir, dass es mindestens fünf Millionen Kleingewerbetreibende gibt, die heute keine Kreditkartenzahlungen akzeptieren können. Und das bei weltweit mehr als drei Milliarden Kreditkartenbesitzern und 100 Millionen EC-Karten in Deutschland. Der Wandel wird radikal sein.

Kartenleser-Bezahllösungen sind sicher erst der Anfang.

In der Anzahl der Smartphone-Besitzer lässt sich ein signifikanter Zuwachs zu verzeichnen. Das Smartphone dominiert schon heute das Sortiment mobiler Endgeräte. Für Händler ist es unausweichlich, mit dieser Entwicklung mitzugehen, um für ihre Kunden komfortable Dienstleistungen realisieren zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Smartphone ist (auch ohne Kartenlesermodelle) aus zukünftigen Ansätzen mobiler Zahlungslösungen nicht mehr wegzudenken.

Die Experten sind mit Hochdruck dazu aufgefordert, hier Weiterentwicklungen voranzutreiben, die auch die Fragen im Bereich potenzieller Sicherheitsstandards und -lücken befriedigend und kompetent beantworten können.

Stefan, vielen Dank für das Gespräch.