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Bei Scholz & Friends brachte Nico Lumma großen Konzernen Social-Media bei. Nun ist er seit zwei Wochen COO des Investorneulings Digital Pioneers (digital-pioneers.de) von Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz. Nico Lumma im Interview über den Wechsel von der großen Agenturgruppe zum kleinen Investor und Social-Media.

Hallo Nico. Glückwunsch zur Position des COO bei Digital-Pioneers. Stelle dich bitte kurz vor.

Danke. Ich bin Nico Lumma, blogge seit acht Jahren auf lumma.de, twittere als @nico fröhlich vor mich hin und bin eigentlich seit 1995 nicht mehr offline gewesen. Was mich antreibt, sind Technologien und Trends – ich versuche immer zu verstehen, wie die Nutzungmuster ablaufen und was als Nächstes kommen wird. Letztendlich fasziniert mich seit 15 Jahren, wie das Internet unsere Kommunikation und unser Verhalten in vielen Bereichen verändert.

Wie kam es zum Wechsel von Scholz & Friends zu Digital Pioneers? In deinem Lebenslauf wirkt die Zeit in der Agenturgruppe eher wie ein Ausreißer nach deinen zahlreichen Stationen in der Startupszene zuvor.

Wie es dazu kam, habe ich damals in einem Interview mit mir selber auf meinem Blog erläutert.

Ich sehe die drei Jahre bei Scholz & Friends überhaupt nicht als Ausreißer an, sondern als konsequente Erweiterung meines Horizonts. Ich habe bei Scholz & Friends Social-Media als Disziplin etabliert und hatte dabei die Gelegenheit, mit großen Marken zusammenzuarbeiten und neue Wege in der Kommunikation zu gehen. Dabei habe ich einfach mal extrem viel gelernt, das kommt mir jetzt zugute.

Wie schon bei Media Ventures verschlägt es dich nun in den Bereich der Startup-Finanzierung. Wieso gerade der Neuling Digital Pioneers?

Aus meiner Sicht sprechen drei Gründe für Digital Pioneers. Grund Nummer 1 ist Heiko Hubertz, der mit Bigpoint deutlich gezeigt hat, dass man auch aus Deutschland heraus eine Firma aufbauen kann, die global agiert und unter den Top-Firmen der Branche ist. Grund Nummer 2 ist, dass Digital Pioneers eben noch ganz am Anfang ist und ich hier die Firma so konfigurieren kann, wie ich es für sinnvoll erachte. Grund Nummer 3 ist, dass wir eben nicht nur als Frühphasen-Investor agieren wollen, sondern auch eigene Startups gründen wollen, wozu wir derzeit gerade ein Team aufbauen. Diese Kombination finde ich ziemlich gelungen.

Sind von Digital-Pioneers nun massenhaft Social-Media-Startup-Finanzierungen zu erwarten?

Ha. Für mich ist Social-Media das Herz von Digital, es ist undenkbar, dass künftig Startups finanziert werden, die dies nicht verstanden haben. Wenn wir hier schon Buzzword-Bingo spielen wollen, dann kann man eher SoMoLoClo erwarten, denn das sind nunmal die Bereiche, die derzeit am meisten Innovation versprechen.

Mit Scholz & Friends hast du Social-Media für Unternehmen salonfähig gemacht. Den aktuellen rapiden Rückgang der Nutzerzahlen deutscher sozialer Netzwerke kommentiest du mit „Da geht noch was.“ Befürwortest du die Monopolisierung der Social-Media-Kanäle?

Eine Monopolisierung der Social-Media-Kanäle ist weder zu befürworten noch zu erwarten. Ich bin ein großer Freund der Pluralität von Angeboten, aber mein Kommentar „da geht noch was“ war eher ironisch doppeldeutig gemeint. Einige deutsche soziale Netzwerke werden noch von uns gehen, gleichzeitig glaube ich aber auch, dass in dem Segment generell noch was geht. Wenn man sich Path (path.com) anguckt, oder Tumblr (tumblr.com) oder Pinterest (pinterest.com), dann sieht man, was ich meine. Die Plattformen wachsen wie blöde, sind innovativ und nutzen ihre Nischen konsequent aus.

Wer Social-Media sagt, muss auch Mobile sagen. Deine Prognose für beide Trendthemen bis 2015?

2015 reden wir schon lange nicht mehr über Mobile oder Social-Media, auch Local ist etabliert und die Cloud sowieso. Wir haben derzeit so eine starke Entwicklung bei den Smartphones, dass diese Schlagworte nun wirklich endlich mal Mainstream werden. Bis 2015 ist noch lange hin.

Nico, danke für das Gespräch.