Kinder sind ja eine nette Sache. Sie machen den Abwasch, bringen den Müll raus und zahlen im Prinzip die Rente ihrer Eltern. Diese revanchieren sich mit der Bedienung der ständig wechselnden Spielzeug- und Klamottenwünsche ihrer Kleinen – ein Segment, das zunehmend auch online für anschauliche Umsätze sorgt. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass ein entsprechender Baby-Boom im E-Commerce zu beobachten ist, den Gründerszene auch schon in einer Analyse betrachtete.
Joel Kaczmarek interviewt Kathrin Weiß (links) und Anike von Gagern von Tausendkind
Tausendkind setzt auf Boutique-Qualität
Einer der Akteure, die neben Windeln.de (www.windeln.de), BabyMarkt (babymarkt.de) und kleineren Anbietern wie Zuckerwolke (www.zuckerwolke.de) oder Hellblaurosa (www.hellblaurosa.de) in letzter Zeit für Aufmerksamkeit sorgte, ist Tausendkind (www.tausendkind.de). Das junge StartUp aus Berlin konnte sich erst diese Woche über eine Finanzierung der IBB und einiger Business-Angel freuen und setzt auf einen Boutique-Ansatz im Web.
Tausendkind sieht sich als einen der frühen Anbieter hochwertiger Baby- und Kleinkinderartikel im Netz und will seinen Kunden eine einfache Umsetzung inklusive Vorauswahl und hoher Service-Qualität bieten. Da auch Shoppingriesen wie Zalando (Zalando Kids) oder Marktplätze wie Shopperella derzeit auf Eltern-Kundschaft fokussieren und wesentlich mehr Spielraum in Sachen Online-Marketing haben, wird es für kleinere Shops wie Tausendkind essentiell, ein gelungenes Kauferlebnis zu bieten. Schließlich gibt es bei Kinderprodukten auch eine hohe Wiederkaufsrate, da der Nachwuchs schnell aus Kleidung und Schuhen herauswächst.
Kathrin Weiß und Anike von Gagern über Tausendkind und den Markt von Babyartikeln im Internet
Im Interview mit Joel Kaczmarek stehen daher gleich zwei Frauen vor der Kamera. Tausendkind-Gründerin Kathrin Weiß, Frau von Seriengründer und Tausendkind-Investor Christian Weiß, erwartet demnächst selber ein Kind und ist damit bald ihr eigener Kunde. Die zweite Repräsentatin und Mitgründerin des Marktplatzes für Kinderprodukte ist Anike von Gagern. Die beiden lernten sich in ihrer gemeinsamen Zeit bei Unternehmensberatungen kennen – man merkt, Beziehungen sind auch hier alles. Was macht also ein gutes Gründerteam aus? Wie steht es allgemein um den Markt für Babyprodukte? Was macht ihn so interessant und wie will man sich jetzt und in Zukunft von der Masse abheben, um nicht von der starken Konkurrenz geschluckt zu werden?
Film ab!
Artikel zu Onlineshops für Babyprodukte:
- Finanzierung für Tausendkind: IBB und Business-Angel investieren
- Tausendkind geht an den Start: Christian Weiß setzt auf Babyartikel
- Windeln.de & Co. – Was kann der Markt für Babyartikel?
- Zuckerwolke – ein weiterer E-Commerceshop für Kinderprodukte
- Amazon übernimmt Diapers.com-Mutter Quidsi für 540 Millionen US-Dollar

“Samwerdraht”?? OMG.
Hey, ich habe acht Jahre lang im Online-Familienbusiness gearbeitet. Ich gehen jetzt zu McKinsey #drehedenspießum
Ich kenne einen Hersteller der Babybekleidung aus Ökö Baumwolle herstellt. Super Produkte!
@birger von delden -> kommentarspam never get’s old — iLIKE
Mit hochwertigen, eher hochpreisigen Produkten wird es ganz schön schwer werden, in Deutschland Geld zu verdienen. Die Schnäppchenjäger-Mentalität ist halt in Deutschland einfach stärker ausgeprägt als anderswo, und Eltern müssen schlichtweg noch mehr aufs Geld achten.
Daher bin ich gespannt, wie sich das Unternehmen entwickeln wird. Im besten Fall ein profitables, kleines Nischenunternehmen, das vielleicht ein 10-köpfiges Team ernähren kann. Mehr Potenzial sehe ich hier leider nicht, aber ich lasse mich immer gerne überraschen. Spannend wird es werden, wie man gezielt die richtige Kundengruppe erreichen will – mit SEM wird das kaum möglich sein.
wärt ihr mal lieber in eurer unternehmensberatung geblieben….
Tolle Sache – Idee und Team stimmen. Danach sucht doch jeder VC.
Wuensche viel Glueck
@Martina
Nö. Zahlungsbereitschaft von Eltern für Ihre Kinder ist wirklich groß, außer vielleicht bei denen, die auch das Kindergeld in Flachbildfernseher investieren (Stichwort: Schulmaterial-Gutscheine!). Schnäppchenjägermentalität gibt es (deutlich weniger ausgeprägt als bspw. in den USA) aber hier geht es ja auch klar um die Platzierung des Ventures als Boutique.
Auf Deine Onlinemarketinganalyse “mit SEM wird das kaum möglich sein” gehe ich jetzt mal nicht ein, da weisst Du vermtl. selber dass die Aussage Unsinn ist.
@Mark
Hättest Du mal nicht kommentiert…
sorry, aber: klassisches (=unspektakuläres) e-commerce-business model, großes lagerrisiko, zu hoher working-capital-bedarf, nicht skalierbar, bereits viele gute player für hochpreisige baby- und kindermode am markt, marktgröße in hochpreissegment insgesamt viel zu klein. das ist eine stinknormale exitenzgründung und kein exit-orientiertes venture, wundert mich schwer wieso da die ibb mitzieht …
don’t get me wrong, aber das fühlt sich eher nach einem hobby für die gattin an als vc-geschäft ;-) zumal wenn des erste kind erst mal da ist (herzlichen glückwunsch) werden sich die prios eh neu ordnen
trotzdem viel glück!
@Max: Sehe ich ganz genau so. Von jmd. der 8 Jahre in UBs tätig war hätte ich da ehrlich gesagt auch etwas mehr erwartet, aber ok wir wollen jetzt mal nicht persönlich werden.
Übrigens Joel, deine Mimik ist mal wieder entlarvend (0:54) :o)
Sensationeller Blick bei 0:54, Joel. Danke für den Hinweis!!
was soll denn immer diese kritik. keiner kritisiert den gründer einer pizzaria, dass es solche geschäftsmodelle schon gibt. es kommt doch darauf an, was man daraus macht. eine solche gründung ist allemal origineller und spannender als in einer Beratungsfirma zu verharren.
viel glück
das interview fand ich diesmal recht langweilig
Roman, für wie viele UBs hast du denn schon gearbeitet, dass du das so gut einschätzen kannst?
[...] posted a nice interview with the founders of Tausendkind.de, HHL alumna Kathrin Weiß and her co-founder Anika von [...]