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Das Autoren-Magazin The European (www.theeuropean.de), welches gemeinsam von Alexander Görlach und Team Europe Ventures (www.teameurope.net, an Gründerszene beteiligt) ins Leben gerufen wurde, bekommt Führungs-Zuwachs. Boris Radke ist der neue Geschäftsführer für den kaufmännischen Bereich des Berliner Unternehmens, das bereits rund zehn feste Mitarbeiter  in seiner Redaktion beherbergt.

Der 29-Jährige war in den vergangenen zwei Jahren als rechte Hand von Manfred Schmidt in Barcelona tätig. Der gebürtige Aachener Radke  wird sich bei The European zunächst auf die Felder Vertrieb, Marketing und Produktentwicklung konzentrieren und dabei die Offline-Community von The European aufbauen, um das Meinungsportal stärker ins Blickfeld eines kritischen Publikums zu rücken. Passend zu seinem Start stand Boris in einem Interview Rede und Antwort für Gründerszene.

Update: The European hat sich mittlerweile von Boris Radke als Geschäftsführer getrennt.

Boris, was hat dich dazu bewogen, bei The European einzusteigen?

Die Herausforderung in einem Medien-StartUp dabei zu sein und auf der anderen Seite meine bisherigen Erfahrungen im Netzwerkbereich gewinnbringend einfließen zu lassen. Hier habe ich jahrelang mit den Menschen in Kontakt gestanden, deren Stimmen von Bedeutung sind und die sind jetzt meine Zielgruppe bei The European. Die Chance, in diese höchst interessante und einzigartige Kombination zusammen mit Alexander Görlach und Team Europe Ventures einzusteigen, hat mich natürlich darüber hinaus enorm gereizt. Ich sehe in diesem Produkt ein sehr großes Potenzial und die Zukunft des Online-Medien-Journalismus.

Was hast Du vorher gemacht, wie ist Dein Hintergrund?

Nach meiner kaufmännischen Ausbildung habe ich 2003 meine erste GmbH im Bereich Personaldienstleistungen mit einem Geschäftspartner in Aachen gegründet. Hier war meine Ausrichtung schon die Geschäftsführung in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Business-Development. Anfang 2008 habe ich dann das Interims-Management der Manfred Schmidt Media S. L. in Barcelona übernommen. In diesen fast zwei Jahren war ich verantwortlich für die Umsetzung verschiedener Eventkonzepte für die oberste Liga der deutschen Entscheider und Multiplikatoren.

Welche Chancen siehst Du im Online-Journalismus und was ist die Geschäftsstrategie von The European?

Die Chancen im Online-Journalismus liegen in der Beschaffung von exklusivem Inhalt relevanter Absender und in der absoluten Kompetenz in diesem Bereich. Die Strategie von uns liegt in der Maximierung dieser Punkte: Wichtige, relevante Köpfe finden bei The European ihr Sprachrohr für eine hochwertige Leserschaft und die Leser erfahren bei der Nutzung der Seite ein unvergleichbares Leseerlebnis. Wir müssen uns eben nicht mit sinkenden Auflagen und Abos rumschlagen, sondern können unsere ganze Konzentration der Online-Community und Online-Kompetenz des Produkts widmen. Dies wird für unsere Partner aus der Wirtschaft eine sehr ansprechende Möglichkeit sein, Zugang zur Zielgruppe und zu einer großen Anzahl wichtiger Multiplikatoren zu bekommen. Auch hier müssen wir als reines Online-Medium unseren Partnern einzigartige, niveauvolle Werbemöglichkeiten ermöglichen, die nie das Leseerlebnis trüben werden.

Wie gedenkst Du die Finanzierung von The European voran zu treiben? Werbung gilt ja online als trostloses Unterfangen, siehst Du Alternativen?

Wir werden mit Sicherheit nicht dem PI- und TKP-Wahn verfallen. The European setzt von Anfang an auf Kampagnen mit Partnern, die Ihre Produkte und Kompetenzen stilvoll dem Leser vorstellen wollen. Ein weiterer Baustein wird die Etablierung eigener Eventkonzepte für die Offline-Community sein. Hier werde ich durch meine Erfahrungen ein attraktives Set von Konzepten vorlegen. Ein erster Vorgeschmack ist unsere Veranstaltung während der Berlinale am 18.02. in der BMW Golden Bear Lounge am Potsdamer Platz. Kleine, intime Hintergrundgespräche zu verschiedenen Debatten werden folgen, die natürlich von The European präsentiert, aber von Partnern aus der Wirtschaft finanziert werden.

Wie differenziert sich The European von seinen Wettbewerbern? Wen siehst Du überhaupt als eure Mitbewerber?

Zuerst einmal liegt der Unterschied in der Dimension von The European: Wir sind mehr als ein reiner Blog und etwas anderes als ein klassisches Printmagazin. Das hervorragende Design, unsere Themenvielfalt machen The European anschlussfähig für alle Teile der Gesellschaft. Unsere Debattenvielfalt ist hierbei entscheidend, sie wird durch den Zugang zu den Entscheidern und Meinungsmachern erreicht. Wir haben keine Mitbewerber auf dem deutschen Markt. Wir haben aber sicherlich Vorbilder aus dem US-amerikanischen Raum an denen wir uns orientieren: slate.com, thedailybeast.com und die Huffington Post.

Für ein modernes Online-Magazin ist eure Social-Media-Politik noch verbesserungsfähig. Was wird sich diesbezüglich unter Dir verändern? Wie stehst Du zu Twitter und Co?

Ich bin selber ein Kind der Social-Media. Als ich schon 1998 in Kalifornien zur High-School ging, begann ich die noch jungfräulichen Wege im Bereich Social-Media zu beschreiten, egal ob erste Diskussionsforen oder AOL. Dementsprechend selbstverständlich habe ich immer schon früh die modernen Kommunikations- oder Community-Tools übernommen. Die Social-Media-Freundlichkeit von The European wird in den kommenden Innovationsschritten des Produkts immer mehr übernommen, verfeinert und hoffentlich auch bald perfektioniert. Für die Selbstfindung von The European war diese Politik zu Beginn jedoch auch aus meiner Sicht recht unerlässlich. Wir optimieren das Magazin ständig, gehen auf die Vorschläge unserer Leser ein. Ihr werdet alle noch sehr viel Freude an The European haben!

Was wird sich generell unter Dir bei The European alles ändern?

Das Unternehmen ist noch sehr jung. Die Strukturen sind durch den recht kurzen Vorbereitungsprozess zum Launch des Magazins sehr intuitiv entstanden. Das ist ganz normal für ein StartUp. Da wir schnell gewachsen sind, müssen wir hier optimieren und auch skalieren. Sehr viel Wert lege ich auf die Schaffung des so genannten “European-Club”, sprich die Offline-Community für The European zu gewinnen. Hier werde ich durch meine Erfahrungen eine Vielzahl von Event-Konzepten in Berlin und Gesamtdeutschland auf Dauer etablieren. Von Society-Formaten bis hin zu den Hintergrundgesprächen im kleinen Kreis anlässlich verschiedener Debatten.

Boris, vielen Dank für das Gespräch.

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