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Eine Finanzierungsrunde ist eigentlich eine schöne Sache. Da erhält ein Startup eine stattliche Finanzierung von einem bekannten Investor, aber aufgrund der Geschäftsidee prasseln mehr Negativkommentare denn Glückwünsche ein. Konkret handelt es sich hierbei um das Unternehmen VIPcall (www.vipcall.com), welches Gründerszene Ende Januar nach dessen Millionenfinanzierung durch T-Venture vorstellte. Kontroverse Diskussionen löste VIPcalls Geschäftsidee aus, für als Anrufe deklarierte Rundnachrichten von Stars zu zahlen. VIPcall-Gründer Frank Wagner im Gespräch.

Hallo Frank, stelle dich bitte kurz vor.

Ich bin 44, habe drei Kinder und lebe seit Mitte der Neunziger vom digitalen Business. In der überwiegend blutjungen Berliner Internetszene zählen mein Partner Andy Mairon und ich damit zu den Space-Cowboys – grau aber schlau und noch lange nicht satt. Vor Jamii war ich Gründer und Vorstand der Nugg.ad AG (www.nugg.ad), einem Technologieunternehmen für Behavioral-Targeting, welches mittlerweile erfolgreich an die Deutsche Post veräußert wurde.

Jamii ist nun etwas ganz anderes: Kommunikation zwischen Stars und Fans, weltweit, mit jedem gewöhnlichen Telefon. Das klingt einfach, bedarf aber ebenfalls ausgefeilter Technik unter der Haube. Unser Produkt ist damit eine echte Weltneuheit. Wir bringen exklusiven Content nicht nur auf Smartphones und andere teure Livestyle-Gadgets, sondern auch auf den ältesten Nokia-Knochen, egal, wo auf der Welt.

Ende Januar konntet ihr euch über eine Millionenfinanzierung von T-Venture freuen. Glückwunsch dazu. Wie seid ihr an den Venture-Ableger der Deutschen Telekom herangegangen und wie gestaltete sich die Verhandlung?

Danke für den Glückwunsch, den muss ich an T-Venture (www.t-venture.de) weitergeben. Das Venture-Capital-Unternehmen der Deutschen Telekom hat schnell verstanden, dass wir mit unserem Service VIPcall einen großen, lukrativen Markt bedienen, und das weltweit. Die Verhandlung war dementsprechend angenehm und unkompliziert.

Davon abgesehen und auch, wenn das manche Gründer vielleicht anders sehen: Finanzierungsrunden sind kein Geschäftsmodell für Startups, sondern ein gemeinsames Investment aller Gesellschafter und letztlich eine Wette auf Wachstum und Erfolg. Coole Produkte entwickeln, damit Menschen glücklich machen und gutes Geld verdienen, das sind die Erfolgsgeschichten, die zählen.

Hingegen kontrovers wurde diskutiert, dass die angeblichen Live-Anrufe der VIPcall-Stars eigentlich vom Band stammen. Können Fans wirklich einen Dialog mit ihrem Star führen?

Unsere Stars können mit einem Anruf gleichzeitig alle ihre Fans bei VIPcall persönlich und live anrufen. Unsere WebVoiceCast-Technologie ermöglicht Kommunikation einer an alle und alle an einen auf jedes Telefon weltweit. Tokio Hotel beispielsweise erreicht so mittlerweile Fans in über 30 Ländern. Besonders wichtig ist uns, dass wir mit VIPcall keinen Fan ohne Onlinezugang oder Smartphone ausschließen. Ein normales Telefon reicht aus. Wenn der Star ins Telefon spricht, klingeln sofort die Telefone seiner Fans auf Brasiliens Bolzplätzen oder in den Straßen von Istanbul.

Der Reiz von VIPcall ist ja die Möglichkeit, mit Stars direkt zu kommunizieren. Man hört die unverkennbare Stimme des Stars. Es gibt keine gefälschten Profile oder Menschen, die im Namen eines Stars agieren. Außerdem erfahren die VIPcall-Mitglieder immer als erste exklusiv, was im Leben ihrer Stars passiert. Und das live und direkt von ihnen persönlich. Selbstverständlich können die Stars nicht mit zig Tausenden Fans einzeln sprechen. Fans können jedoch über die Rückruffunktion oder Votings per Tastendruck und SMS auf den Staranruf reagieren und sich in der Fanbox mit anderen Fans austauschen.

Für ungefähr zehn Aufnahmen zahlt der Fan 4,99 Euro im Monat (im Drei-Monats-Paket 3,49 Euro). Im Endeffekt aber ist das für einen Jugendlichen ganz schön viel Geld, für eine Aufnahme, die gleichzeitig so auch an hunderte anderer Fans geht.

Nicht Aufnahmen, sondern Anrufe, live und echt. Das hatte ich gerade erläutert. VIPcall liefert den Fans regelmäßig exklusive Anrufe mit Informationen aus erster Hand und einen direkten Draht zum Star. Das hat, wie jede People-Zeitschrift, seinen Preis, ist aber ohne den Filter der Medien noch viel authentischer.

Was kann man in Zukunft von Jamii und VIPcall erwarten?

Seit dem Start informieren beispielsweise die Band Tokio Hotel, die Kult-Millionärsfamilie Geiss sowie die türkischen Megastars Gökhan Türkmen und Cem Kilic ihre Fans über VIPcall. Weitere Prominente und Bundesliga-Sportvereine starten in Kürze (Anmerkung der Redaktion: Mittlerweile nutzt der Berliner Handball-Bundesliga-Verein „Füchse Berlin“ den VIPcall-Service). Wir wollen weltweit Fans mit dem direkten Draht zu Ihren Stars begeistern.

Vielen Dank für das Gespräch.