Was ist Social Entrepreneurship? Interview mit Niels Billou vom ESMT

Mit dem eigenen Unternehmen die Welt verbessern – was pathetisch klingt, nennt sich Social Entrepreneurship. Niels Billou ist Experte auf diesem Gebiet. Im Gründerszene-Interview verrät er, was genau soziales Unternehmertum bedeutet und welche Firmen es heute schon richtig machen.
Social Entrepreneurship – ein Begriff, der nicht nur in der Gründerszene immer mal wieder auftaucht. Das mit “sozialem Unternehmertum” etwas holprig übersetzte Geschäftsmodell erschließt sich nicht jedem. “Während es im traditionellen Entrepreneurship um finanzielle Rendite geht, strebt das Social Entrepreneurship nach einem sozialen Ergebnis”, sagt Niels Billou. Er ist Professor für Entrepreneurship und Innovation an der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin.
Grund und Bedarf für Projekte, die nicht hauptsächlich auf Gewinn aus sind, gibt es genug, meint Billou – die Motivation, etwas mit tieferem Sinn zu schaffen, habe schließlich jeder in sich. Dabei ist Social Entrepreneurship kein Gebiet für Entwicklungshelfer in Entwicklungsländern, Bedarf gebe es mehr als genug, auch in Deutschland.
Alles was es braucht, sei eine Mission – den Rest könne jedes StartUp mit den gewöhnlichen Mitteln des klassischen Entrepreneurships angehen. Beispiele für gelungenes soziales Unternehmertum sind für Billou etwa Betterplace, Social Stock Exchange und VisionSpring, das Genisis Institute und GEXSI.
Ein fast schon pathetischer Aufruf für eine bessere Gesellschaft – im Interview mit Joel Kaczmarek.
Film ab!
Über den Autor Kersten A. Riechers:
Kersten A. Riechers ist seit Juli 2009 Redakteur in der Redaktion. Seinen Posten hat er über eine Stellenausschreibung auf Twitter ergattern können und fühlt sich dementsprechend im Web zuhause. Eigentlich studiert Kersten Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt. Erfahrungen sammelte er unter anderem in den Online-Redaktionen der ZEIT und der FAZ, neben dem Studium gründete er mit Freunden einen Verlag für Magazin-Journalismus und Crossmedia-Projekte.



Ein unschätzbarer Vorteil des Social Entrepreneurship besteht darin, dass die sozialen Projekte durch Unternehmergeist und betriebswirtschaftliches Denken getrieben sind und daher nachhaltige Aufbauarbeit leisten können. Dies ist besonders wichtig mit Blick auf Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern oder strukturell schwachen Gebieten in entwickelten Ländern.
Ich meine grosses Wachstumspotanzial zu erkennen (vgl. “Gute Zeiten
für Social Entrepreneurship” auf Startwerk). Dennoch ist Vorsicht geboten: Das Thema darf nicht zu einem eigentlichen Hype werden. Sonst droht auch hier die Bildung von Spekulationsblasen und letztlich deren Platzen – eine Entwicklung, die an Ironie kaum zu überbieten wäre.
Auch auf Startwerk.ch ist Social Entrepreneurship ein Thema. Wir haben das Schweizer Startup Aiducation International portraitiert und eine Artikel-Serie über Social Entrepreneurship publiziert.
Extrem schwieriges Betätigungsfeld…
unter Ausnutzung der Reziprozität und des Gutmenschentums Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Unter dem Gesichtspunkt von Anstand und guten Sitten, sollte man die nicht urteilsfähigen Massen nicht dahingehend Abschöpfen, um sich selbst als Gönner, der das ganze social und political correct organisiert, feirn zu lassen. (im Übrigen zahlen auch gemeinnützige AGs satte Gehälter)
Diese Herrschaften sind bei genauer Betrachtung sehr gut verdienende Menschen, deren bestreben es ist, ein seichtes Leben abseits des Konkurrenzdruckes ihrer vorangegenagenen Tätigkeiten zu führen und für Ihren ach so selbstlosen Einsatz mit wohlwollenden Medienberichten, Einladungen zu Premieren und Galas, Preisverleihungen etc. auf Kosten der gutgläubigen Handlanger Ihre eigenen Eitelkeiten ausleben zu können. Die Industrialisierung der Guttätigkeit macht das möglich!
Haben vor ein paar Jahrzehnten wirkliche Idealisten mit vollem Einsatz und auf eigen Kosten die wenigen sinnvollen Projekte ins Leben gerufen und verwirklicht, soll jetzt ein medial unterstützter, stetigdahinplätschernder Spendenfluss dafür sorgen, dass jede nochso belanglose Mildtätigkeit unterstützt werden kann… wenn das nicht zu Beliebigkeit führt!
Ergänzend kann ich auch das im Labor für Entrepreneurship entstandene Interview aus dem Wintersemester 2008/09 empfehlen.
http://labor.entrepreneurship.de/blog/2009/04/prof-niels-billou-entrepreneurship-is-the-pursuit-of-opportunities/
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