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Was bringt das Engagement auf sozialen Plattformen?

Zunächst sind auf den bekannteren dieser Plattformen Millionen User vertreten, es gibt also eine erhebliche Reichweite. Und weil heutzutage die Hürde für die Zielgruppen recht hoch ist, sich einem weiteren Dienst anzuschließen, ist es oft die beste oder gar einzige Möglichkeit, sich einem solch großen Publikum vorzustellen. Außerdem bieten Twitter und Facebook natürlich auch Funktionen, die für den Alltag von Startups durchaus interessant sein können. Beispielsweise werden sie für die interne Kommunikation in Teams genutzt.

Startups, die sich in sozialen Diensten nachhaltig engagieren möchten, müssen sich allerdings fragen, wann sich das lohnt. Es macht wenig Sinn, hier ein breites Publikum zu erreichen, dann aber nicht zu wissen, wer das ist und ob der Kontakt nun positiv verlaufen ist oder nicht. Gerade in der Early-Stage ist nichts relevanter, als gegenüber Investoren nachzuweisen und selbst zu verstehen, ob eine Unternehmung auch wirklich den Zahn der Zeit und den Nerv der Zielgruppe trifft.

Was ist eine API und wofür brauche ich sie?

Application-Programming-Interface ist eines der am wenigsten sinnvollen Worte in der IT-Landschaft. In der Softwareenwicklung bezeichnet API grob gesagt alle Befehle, die der Programmierer benutzen soll. Jede Website hat eine API, nämlich die URLs, die ich aufrufen kann. Diese gibt mir maschinenlesbare Daten, nämlich HTML/XHTML, quasi XML. Der Unterschied liegt also eher darin, ob es eine Anleitung für Programmierer gibt und die Nutzung explizit gewünscht ist. Alles andere sind rechtliche Fragen.

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XML und JSON sind die beiden weitverbreitetsten Formate für den Austausch von Daten, die möglichst gut von Programmen verarbeitet werden können. Und RSS der vermutlich bekannteste XML-Dialekt zu dem Thema. In einem solchen Stream oder Feed verbirgt sich ein langes Dokument, das einfach alle einzelnen Einträge, zum Beispiel Posts, in eben diesen Formaten enthält.

Um Zugriff auf eine API zu erhalten, sind unterschiedliche Maßnahmen nötig. Manche APIs sind frei verfügbar, andere erfordern einen APP-Key, also eine Registrierung der Anwendung, meist auf eine bestimmte Domain, was Testen schwierig machen kann. Und wieder andere, bei der sogenannten Drei-Wege-Authentifizierung (zum Beispiel Twitter OAuth oder Facebook) fragen zunächst den User, auf dessen Daten wir zugreifen, um Erlaubnis.

Facebook

Auf Facebook sind Fanpages für Unternehmen und Produkte ebenso üblich wie der “Login über Facebook” oder das “Liken und Teilen” von Inhalten auf Facebook. Da Facebook tief in das Privatleben seiner Nutzer eindringt, ist es hier möglich, persönliche Interessen und auch Präferenzen des Umfeldes von Interessenten zu analysieren.

Die große Kapazität von Facebook besteht in der Entwicklung eigener Apps. Hier kann, grob gesagt, die Website oder Startup-Anwendung in Facebook integriert werden. Anstatt lediglich auf Facebook präsent zu sein, werden Nutzer und ihre Daten auf die eigene Applikation geholt. Abgerufen werden kann fast alles, mit Zustimmung des Users. So ist auch die Verbreitung von Inhalten über Wall-Posts und die Messung des viralen Effekts möglich.

Im Allgemeinen ist es ratsam, einen erfahrenen Anbieter für Facebook-Anwendungen zu konsultieren, da hier einige Hürden auftreten und die Kosten leicht explodieren können. Ebenso wichtig ist es, eine einfache Anwendung zu entwickeln, die das eigene Produkt in den Vordergrund stellt. Bewährt haben sich Gewinnspiele oder Contests, die zusätzlich die Kreativität einzelner User bewerten.

SoundCloud, YouTube & Co.

APIs wie von SoundCloud (soundcloud.com) oder YouTube ermöglichen es nicht nur, multimediale Unternehmensinhalte darzustellen, sondern dies auch User über die eigene Plattform tun zu lassen. Mit dem richtigen Konzept verknüpft, können hier Informationen darüber gewonnen werden, wie sich ein Produkt richtig vermarkten oder eine Kampagne besser umsetzen lässt. Idealerweise machen die User hier gleich mit.

Google Plus

Google steht mit seinem Social-Network noch recht am Anfang. Die API weist gegenüber Facebook noch einige Lücken auf und insgesamt düfte wohl unklar sein, wohin die Reise geht. Wenn man aber bedenkt, welche Kraft hinter Google steht, sollte klar sein, dass sich hier ein Engagement lohnt.

Andere Google-APIs

Google ist mittlerweile Hauptanbieter alltäglicher Lösungen für viele Menschen geworden. Prägende Beispiele sind Kontakte und Events, die oft auch mit auf Google-Technologie basierenden Android-Mobil-Systemen synchronisiert werden. Die hier erhobenen Informationen sind einerseits sensibel und sollten vorsichtig behandelt werden. Andererseits sind sie um so wertvoller, denn sie zeigen, wofür sich ein User persönlich, also außerhalb seiner Selbstdarstellung, interessiert.

Twitter

Twitter ist vor allem eines: schnell. Hier lassen sich Trends abzeichnen und schnell erkennen, ob News die Relevanz haben, ‘retweetet’ zu werden, sprich, sich viral verbreiten. Besonders interessant ist, wie viele Follower jemand hat, der unserem Stream folgt oder unsere Nachrichten retweetet.

Diese Informationen lassen sich grundsätzlich über die Twitter-API abfragen. Wer also in seiner Anwendung beispielsweise beim Anlegen von User-Generated-Content einen automatischen Tweet mitanbietet, kann auch beobachten, ob dieser Inhalt retweetet wird und gebenenfalls nachsteuern.

Mobile Anwendungen

Nicht zuletzt sind mobile Anwendungen ein tiefgreifendes Instrument für Datensammler. Hier gilt mehr als irgendwo anders die absolute Notwendigkeit der Diskretion, alleine schon um Skandale zu vermeiden. Künftig wird die Sorge der Anwender aber wachsen, und Anwendungen, die sich grundlos Informationen wie Standortdaten und Kontakte verfügbar machen, werden vermutlich Probleme bekommen.

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Bei mobilen Anwendungen sollte also ein konkreter Nutzen in den Vordergrund gestellt werden, der möglichst mit dem Produkt in Zusammenhang steht. So lassen sich beispielsweise auf dem Handy gespeicherte Informationen mit denen einer Plattform synchronisieren oder sogenannte Location-Based-Services entwickeln, welche die aktuelle Position eines Nutzers verwenden, um ihm besonders relevante Inhalte anzuzeigen. Wichtiger ist jedoch die ständige Präsenz des Gerätes, die im Gegensatz zu festen Internetrechnern wesentlich relevanter für ein Verständnis seiner realen Lebenssituation ist.

Fazit: Ohne schlüssiges Gesamtkonzept geht nichts

Die Herausforderung besteht klar darin, nicht einfach einzelne APIs zu benutzen, sondern sie in einem schlüssigen Gesamtkonzept unter einen Hut zu bringen. Weil API-Development immer Tücken mit sich bringt, ist das mitunter gar nicht so einfach. Aus technischer Sicht ist hier dringend davon abzuraten, das Rad neu zu erfinden. APIs ändern sich auch hin und wieder einmal, wodurch immer wieder Anpassungen vorgenommen werden müssen. Startups sollten sich also gut überlegen, was sich hier für sie lohnt.

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