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In Teil 1 und Teil 2 dieses Artikels wurde die Verwendung eines Suchindex als wesentliche Eigenschaft einer Suchmaschine beschrieben. Darauf aufbauend wurden Funktionen von Suchmaschinen erörtert, die auf diesem Suchindex beruhen. Im dritten und letzten Teil werden nun Zusatzfunktionen vorgestellt, die häufig durch Suchmaschinen angeboten werden, aber technisch nicht unmittelbar im Zusammenhang mit der Suchabfrage an den Index stehen.

Zusatzfunktionen

Suchmaschinen sowohl aus dem Open-Source- als auch kommerziellen Bereich bieten oft Zusatzfunktionen, welche die Basisfunktionalität des Ermittelns von Treffern sinnvoll ergänzen.

Hierzu zählt zum Beispiel die Facettensuche. Mit dem Suchergebnis wird dabei zurückgegeben, wie sich die Treffer innerhalb verschiedener Facetten verteilen, also z.B. könnte das Suchergebnis für „jacke“ folgende Facetten anzeigen:

Facette „Farbe“:

grün – 1 Treffer,

braun – 15 Treffer,

schwarz – 9 Treffer,

Facette „Größe“:

S – 4 Treffer,

M – 8 Treffer,

L – 8 Treffer,

XL – 6 Treffer

etc.

Als weitere Zusatzfunktion wird häufig eine Rechtschreibkorrektur angeboten, welche die Sucheingabe entweder automatisch berichtigt oder eine Alternative vorschlägt („Meinten Sie …“). Angesichts der zu beobachtenden, sehr zahlreichen Fehler bei der Sucheingabe trägt eine Rechtschreibkorrektur sehr wirkungsvoll dazu bei, dennoch die vom Nutzer gewünschten Daten zu finden und Null-Treffer-Suchen zu vermeiden.

Ebenso wie die Rechtschreibkorrektur unterstützt die „Search-As-You-Type“-Funktion den Nutzer bei der Eingabe des korrekten Suchbegriffs. Hierbei wird dem Nutzer beim Tippen des Suchbegriffs eine entsprechende Liste von Suchbegriffen oder Trefferseiten zur Auswahl angeboten (zum Vergleich der beiden Vorschlagstypen s. Sucheingabe „harry potter“ auf www.amazon.de und www.borders.co.uk). Die „Search-As-You-Type“-Funktion kann direkt mit einer Rechtschreibkorrektur für die Eingabe verbunden werden, so dass der Nutzer sehr weit gehend bei der Formulierung seiner Suchabfrage unterstützt wird und nur selten eine leere Ergebnisliste erhält.

Letztendlich bieten Suchmaschinen sehr gute Schnittstellen, um Empfehlungen an den Nutzer im Kontext seiner Suche umzusetzen (Recommendations). Teilweise bringen die Suchmaschinen bereits Implementierungen für diese Funktionalität mit. Bei den Empfehlungen kann es sich um den Verweis auf einen Datensatz, z.B. einen Artikel, handeln. Zwar entspricht dieser Artikel nicht unmittelbar den Suchkriterien des Nutzers, doch können mit Hilfe eines entsprechenden Recommendation-Algorithmus weitere Artikel angezeigt werden, die der Nutzer mit großer Wahrscheinlichkeit auch als interessant empfindet. Bekanntestes Beispiel sind hier sicherlich die Produktempfehlungen bei Amazon. Es können jedoch nicht nur einzelne Artikel empfohlen, sondern auch sondern auch Navigationshinweise gegeben werden, z.B. ein Link auf eine Produktkategorie, die im Kontext der Suche für den Nutzer besonders interessant ist.

Fazit

Durch den Einsatz einer Suchmaschine erhält der Betreiber einer Website ein sehr mächtiges Instrument, die Nutzer auf kurzem Wege zu den gewünschten Inhalten zu leiten. Auf der anderen Seite stehen die Aufwände für die Implementierung und den Betrieb einer Suchmaschine. Diese Aufwände müssen im konkreten Fall ermittelt und abgewogen werden. Ein wichtiger Aspekt bei dieser Abwägung und ein guter Startpunkt, sich mit dem Thema „Suche“ auf einer Website auseinander zu setzen, sollte die Analyse des aktuellen Nutzerverhaltens sein. Bei einer bereits bestehenden Suche über eine Datenbank heißt dies zunächst vor allem eine Analyse der Suchbegriffe, Trefferzahlen und Trefferaufrufe. Im nicht-funktionalen Bereich fokussiert sich die Abwägung auf die aktuelle Abfragegeschwindigkeit und Möglichkeiten der Beschleunigung durch die Verwendung einer Suchmaschine.

Im Artikel wurde gezeigt, dass sich die Suchmaschine im Vergleich zur Suche direkt auf einer Datenbank durch eine hohe Abfragegeschwindigkeit auch bei größer werdendem Datenbestand auszeichnet. Die Suchmaschine bietet eine größere Flexibilität und Erweiterbarkeit sowie zahlreiche Steuerungsmöglichkeiten für die Abfrage, so dass eine Optimierung selbst für sehr spezifische Erfordernisse gut möglich ist. Durch ihre linguistischen Erweiterungen liefert sie auch relevante Treffer, die über eine Datenbankabfrage nicht ermittelt werden können. Abhängig von der gewählten Suchmaschine stehen zusätzliche Funktionen zur Verfügung, die dazu beitragen, die Suche zu einem zentralen Element zur Steuerung der Navigation auf einer Website zu machen.

Über den Autor

René Kriegler ist freiberuflicher Softwareentwickler und -architekt. Er hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen beim Einsatz von Suchtechnologien in der Planung und Umsetzung zu unterstützen. Dabei stützt er sich auf seine langjährige Erfahrung als Entwickler, vor allem im Java-Enterprise-Bereich, als technischer Projektleiter und auf seine Ausbildung als Linguist. Über den Bereich Suche hinaus interessiert er sich für Recommendation-Technologien und Text-Mining.

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