Lexikon

Bankrott

Was ist ein Bankrott?

Der Bankrott bezeichnet eine vorsätzlich herbeigeführte Zahlungsunfähigkeit einer Person oder eines Unternehmens. 

Ein Bankrott bezeichnet umgangssprachlich den Zustand, in dem sich Unternehmen, Privatpersonen oder aber auch Staaten befinden, wenn sie ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Der Begriff Bankrott stammt ursprünglich aus dem Mittelalter und bezeichnete zur damaligen Zeit den Zustand eines Geldwechslers, der seinen Kunden kein Geld mehr aushändigen konnte. Er hatte eine "banca rotta", was aus dem Italienischen kommt und übersetzt so viel bedeutet wie eine "leere Bank" oder „zerbrochene Bank“. Ein älterer Begriff mit ähnlicher Bedeutung ist „Falliment“.

Mittlerweile wird der Begriff Bankrott zumeist umgangssprachlich benutzt, wenn eine Person oder ein Unternehmen die ausstehenden Rechnungen und sonstigen laufenden Ausgaben nicht mit eigenem Kapital oder ihren Einnahmen decken kann. Der Bankrott bezeichnet also die Zahlungsunfähigkeit einer Privatperson oder eines Unternehmens. Auch spricht man von einem Bankrott, wenn ein ganzer Staat zahlungsunfähig ist, dann handelt es sich um den sogenannten Staatsbankrott. Als Synonym wird auch sehr häufig der Begriff „Pleite“ verwendet. In den Nachrichten kann man des Öfteren von Staatspleiten lesen.

 

Bankrott als Straftatbestand


In dem normalen Sprachgebrauch werden die Begriffe Bankrott, Insolvenz und Konkurs oftmals bunt durcheinander gewürfelt. Doch worin liegt der Unterschied? Der Begriff Konkurs wurde vor einigen Jahren durch den Begriff Insolvenz abgelöst, wobei beide Bezeichnungen denselben Sachverhalt der Zahlungsunfähigkeit meinen. Auch der Bankrott beschreibt die Unfähigkeit einer Person oder eines Unternehmens seinen Zahlungen nachzukommen, jedoch unterstellt der Bankrott, dass die Zahlungsunfähigkeit vorsätzlich oder fahrlässig herbeigeführt wurde. In diesem Zusammenhang ist der Bankrott ein strafrechtlicher Begriff und meint eine Insolvenzstraftat, die auch strafrechtlich verfolgt werden kann. Wer mit Vorsatz in die Überschuldung gegangen ist oder mit Vorsatz eine drohende oder eingetretene Zahlungsunfähigkeit herbeigeführt hat, kann nach dem deutschen Strafgesetzbuch mit bis zu fünf Jahren Haft oder einer entsprechenden Geldstrafe rechnen.

Beispiel

Die Max Mustermann GmbH kann ihre ausstehenden Verbindlichkeiten an die Siemens AG in Höhe von 10.000 Euro nicht fristgerecht begleichen. Da bereits alle Lagerbestände sowie sonstige Wertsachen verkauft wurden und auch die Bank keinen Kredit mehr gewährt, muss sie Insolvenz anmelden. Ist dies vorsätzlich geschehen, handelt es sich hierbei strafrechtlich gesehen um einen Bankrott.