Börsengang

Was versteht man unter einem Börsengang?

Ein Börsengang ist die erstmalige Notierung von Aktien eines Unternehmens im freien Handel, also der Börse.

Unter dem Begriff Börsengang - im englischen Initial-Public-Offering (IPO) genannt - wird das erstmalige Angebot von Aktien eines Unternehmens im freien Kapitalmarkt verstanden. Durch einen Börsengang wird ein Unternehmen mit seinen Aktien an der Börse gehandelt und somit auch bewertet. Meist wird nur ein kleiner Teil der Gesamtaktienzahl wirklich zum Verkauf angeboten. Der Börsengang impliziert keinen Verkauf des Unternehmens, da die Investoren ihre Anteile behalten, diese lediglich öffentlich handelbar werden.

Ein Börsengang impliziert immer auch die Veröffentlichung von Unternehmensdaten und essentiellen Geschäftszahlen, wie beispielsweise dem Umsatz und dem Gewinn. Diese vorher meist internen Daten bieten wichtige und interessante Informationen für potenzielle Investoren – aber auch Konkurrenten. Zusätzlich müssen Geschäftsberichte, Bilanzen und Jahresabschlüsse jährlich veröffentlicht und von professionellen Wirtschaftsprüfern auf Herz und Nieren geprüft werden. Somit stellt ein Börsengang auch immer eine gewisse Herausforderung dar, da die breite Öffentlichkeit Zugang zu den Unternehmensdaten hat und diese zusätzlich den Kontrollen der Wirtschaftsprüfer standhalten müssen.

Durch einen Börsengang erhält ein Unternehmen meist auch wesentlich mehr Aufmerksamkeit, da zusätzliche Informationen über das Unternehmen veröffentlicht werden und ein erhöhter Informationsbedarf am Unternehmen besteht. Dadurch berichten mehr Medien über das Unternehmen und seinen Börsengang. Durch die Möglichkeit für Privatpersonen in ein Unternehmen zu investieren, ist auch die potenzielle Nachfrage nach Aktien des Unternehmens größer, da bisher ausschließlich Venture-Capital-Geber und sonstige Investoren die Möglichkeit hatten, in das Unternehmen zu investieren.

Generell ist ein Börsengang und die zukünftige Börsennotierung immer auch ein hoher finanzieller und bürokratischer Aufwand. Die Vorbereitung eines Börsengangs dauert in der Regel ein Jahr und umfasst zahlreiche Maßnahmen wie beispielsweise eine umfassende Risikoanalyse, die Einschätzung des Geschäftsumfeldes und möglichen zukünftigen Entwicklungen sowie der finanziellen Bewertung des Unternehmens in zahlreichen Formen. Den Börsengang selbst, also das Anbieten und Verkaufen der Aktien, organisieren in der Regel Investmentbanken.

Beispiel

Im Mai 2011 hat das Business-Netzwerk LinkedIn seinen Börsengang vollzogen und dabei fast eine Verdoppelung des angedachten Aktien- und Unternehmenswertes erzielt.

Alternative Schreibweisen und Falschschreibungen:

Börsegang, IPO, Initial-Public-Offering, Primary-Offering

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