Design-Thinking

Was ist Design-Thinking?

Design-Thinking ist ein aus den USA stammender Kreativprozess zur Ideenfindung, der sich am Nutzer orientiert und auf Methoden aus dem Design beruht.

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Design-Thinking ist ein von der Innovationsagentur IDEO entwickelter Prozess zur Förderung kreativer Ideen. Ähnlich dem User-Centered-Design (UCD) fokussiert sich die Design-Thinking-Methode darauf, Innovationen hervorzubringen, die sich am Nutzer orientieren und dessen Bedürfnisse befriedigen. Um dies zu gewährleisten, greift Design-Thinking auf Vorgehensweisen aus dem Design-Bereich zurück, welcher explizit nutzerorientiert arbeitet. Dabei basiert Design-Thinking auf vier wesentlichen Komponenten:

Ein iterativer Prozess (I): eines der wesentlichen Elemente des Design-Thinkings ist der klar strukturierte Prozess, der sich in iterativen Schleifen vollzieht. Hintergrund dessen ist die Abkunft vom in der Informatik lange Zeit üblich gewesenen Wasserfallmodell hin zu einem Ansatz, der früh prototypisiert und Einsichten wiederholt rekapituliert. Der iterative Prozess des Design-Thinkings besteht in der Regel aus sechs Schritten:

  • Verstehen: im ersten Schritt geht es um das Verständnis des Problems, was in der Wahl einer geeigneten Fragestellung mündet, welche die Bedürfnisse und Herausforderungen des Projekts definiert.
  • Beobachten: es folgt eine intensive Recherche und Feldbeobachtung, um wichtige Einsichten und Erkenntnisse zu gewinnen und die Rahmenbedingungen des Status Quo zu definieren.
  • Point-of-View: die gemachten Beobachtungen werden dann auf einen einzelnen, prototypischen Nutzer heruntergebrochen, dessen Bedürfnisse in einer klar definierten Brainstorming-Frage kondensiert werden.
  • Ideenfindung: dieser Schritt ist eines der Kernelemente des Design-Thinkings und beteht vor allem aus dem Brainstorming, welches der Entwicklung und Visualisierung unterschiedlicher Konzepte dient.
  • Prototyping: zum Testen und Veranschaulichen der Ideen werden erste, aufwandsarme Prototypen entwickelt (zum Beipiel Paper-Prototypes) und in der Zielgruppe getestet.
  • Verfeinerung: auf Basis der durch Prototypen gewonnenen Einsichten wird das Konzept weiter verbessert und solange verfeinert, bis ein optimales, nutzerorientiertes Produkt entstanden ist. Dieser Iterationsschritt kann sich auf alle bisherigen Schritte beziehen.

Eigene Werte (II): Design-Thinking zeichnet sich durch gewisse Werte aus, wie das frühe Begehen von Fehlern, weil dies hohe Folgekosten vermeidet oder intensives, zeit- und kostengünstiges Prototyping, um auch hier via Testing effizient zu arbeiten. Bekannt geworden sind durch die von IDEO ins Leben gerufene Interpretation auch die klar definierten Werte eines Brainstormings:

  • Arbeite visuell (be visual)
  • Nur einer spricht (one conversation at a time)
  • Fördere verrückte Ideen (encourage wild ideas)
  • Stelle Kritik zurück (defer judgement)
  • Quantität ist wichtig (go for quantity)
  • Bleib beim Thema (stay on topic)
  • Baue auf den Ideen anderer auf (build on the ideas of others)

Interdisziplinäre Teams (III): Um möglichst vielfältige Herangehensweisen an eine Problemstellung zu gewährleisten, kommen beim Design-Thinking Personen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen. Dies können berufliche sein, aber auch kulturelle, nationale oder einfach nur Alters- und Geschlechtsunterschiede. Entscheidend ist der vielschichtige Blick auf eine Thematik, der auch dadurch angedeutet wird, dass der Design-Thinking-Ansatz so genannte "T-shaped people" verlangt, wobei das "T" bildlich zu verstehen ist: die vertikale Achse symbolisiert das eigene Fachwissen. Jenen analytischen Werkzeugkasten, welchen man als BWLer, Architekt, Jurist usw. mitbringt. Man ist Experte in einem Gebiet und hat insofern ein profundes Tiefenwissen. Die horizontale Achse stellt hingegen das Breitenwissen dar, also das Interesse an anderen Inhalten.

Mobile Raumkonzepte (IV): Raum nimmt eine große Rolle beim Design-Thinking ein, wobei hier natürlich auch unterschiedliche Interpretationen der Methode bestehen. Arbeiten im Stehen, Schreiben auf Whiteboards und mobile Raumkonzepte gehören aber zum Design-Thinking wie Erfinder IDEO es praktiziert.

Entwickelt durch IDEO wurde Design-Thinking dadurch sehr bekannt, dass die amerikanische Elite-Universität Stanford ein eigenes Institut unter Schirmherrschaft von SAP-Gründer Hasso Plattner zu diesem Thema ins Leben gerufen hat, die mit der HPI School of Design Thinking (D-School) auch in Potsdam einen Ableger gefunden hat.
Beispiel Die HPI School of Design Thinking in Potsdam praktiziert Design-Thinking. Ebenso hat das in Stanford ansäßige Hasso Plattner Institute of Design auch mit Projektergebnissen wie dem "D-Light", einer Solar-Lampe für die dritte Welt, von sich Reden gemacht.

Ahmed Acar erklärt den Begriff Design-Thinking

Bücher zum Begriff Design-Thinking
The Ten Faces of Innovation: IDEO's Strategies for Defeating the Devil's Advocate and Driving Creativity Throughout Your Organization

Thomas Kelley, Jonathan Littman, Broadway Business Verlag

Unfolding the Napkin: The Hands-On Method for Solving Complex Problems with Simple Pictures

Dan Roam, Portfolio Trade Verlag

Design Thinking: Integrating Innovation, Customer Experience, and Brand Value

Thomas Lockwood, Allworth Press

Change by Design: How Design Thinking Transforms Organizations and Inspires Innovation

Tim Brown, HarperBusiness Verlag

The Back of the Napkin: Solving Problems and Selling Ideas with Pictures

Dan Roam, Portfolio Hardcover Verlag

Made to Stick: Why Some Ideas Survive and Others Die

Chip Heath, Dan Heath, Random House Verlag

Design-Thinking

Hasso Plattner, Christoph Meinel, Ulrich Weinberg, Mi-Wirtschaftsbuch Verlag

The Art of Innovation: Lessons in Creativity from IDEO, America's Leading Design Firm

Thomas Kelley, Broadway Business Verlag

Design of Business: Why Design Thinking is the Next Competitive Advantage

Roger L. Martin, Mcgraw-Hill Professional Verlag