Lexikon

Design Thinking

Was ist Design Thinking?

Design Thinking ist ein Kreativprozess zur Ideenfindung, der sich am Nutzer orientiert und auf Design-Methoden beruht. 

Design Thinking ist ein von der Innovationsagentur IDEO entwickelter Prozess zur Förderung kreativer Ideen. Ähnlich dem User-Centered-Design (UCD) fokussiert sich die Design Thinking-Methode darauf, Innovationen hervorzubringen, die sich am Nutzer orientieren und dessen Bedürfnisse befriedigen. Um dies zu gewährleisten, greift Design Thinking auf Vorgehensweisen aus dem Design-Bereich zurück, welcher explizit nutzerorientiert arbeitet. Dabei basiert die Methode Design Thinking auf vier wesentlichen Komponenten, um Probleme zu lösen und Innovation zu fördern:

 

Die Design Thinking-Komponenten

Ein iterativer Prozess (I): eines der wesentlichen Elemente des Design Thinkings ist der klar strukturierte Prozess, der sich in iterativen Schleifen vollzieht. Sow wird früh prototypisiert und Einsichten werden wiederholt rekapituliert. Der iterative Prozess des Design Thinkings besteht in der Regel aus sechs Schritten:

• Verstehen: im ersten Schritt geht es um das Verständnis des Problems, was in der Wahl einer geeigneten Fragestellung mündet, welche die Bedürfnisse und HerausForderungen des Projekts definiert.

• Beobachten: es folgt eine intensive Recherche und Feldbeobachtung, um wichtige Einsichten und Erkenntnisse zu gewinnen und die Rahmenbedingungen des Status Quo zu definieren.

• Point-of-View: die gemachten Beobachtungen werden dann auf einen einzelnen, prototypischen Nutzer heruntergebrochen, dessen Bedürfnisse in einer klar definierten Brainstorming-Frage kondensiert werden.

• Ideenfindung: dieser Schritt ist eines der Kernelemente des Design Thinkings und besteht vor allem aus dem Brainstorming, welches der Entwicklung und Visualisierung unterschiedlicher Konzepte dient.

Prototyping: zum Testen und Veranschaulichen der Ideen werden erste, aufwandsarme Prototypen entwickelt und an der Zielgruppe getestet.

• Verfeinerung: auf Basis der durch Prototypen gewonnenen Einsichten wird das Konzept weiter verbessert und solange verfeinert, bis ein optimales, nutzerorientiertes Produkt entstanden ist. Dieser Iterationsschritt kann sich auf alle bisherigen Schritte beziehen.

 

Eigene Werte (II): Bekannt geworden sind die klar definierten Werte der Brainstorming-Phase:

• Arbeite visuell (be visual)

• Nur einer spricht (one conversation at a time)

• Fördere verrückte Ideen (encourage wild ideas)

• Stelle Kritik zurück (defer judgement)

• Quantität ist wichtig (go for quantity)

• Bleib beim Thema (stay on topic)

• Baue auf den Ideen anderer auf (build on the ideas of others)

 

Interdisziplinäre Teams (III): Um möglichst vielfältige Herangehensweisen an eine Problemstellung zu gewährleisten, kommen beim Design Thinking Personen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen. Dies können berufliche sein, aber auch kulturelle, nationale oder einfach nur Alters- und Geschlechtsunterschiede. Entscheidend ist der vielschichtige Blick auf eine Thematik.

 

Mobile Raumkonzepte (IV): Raum nimmt eine große Rolle beim Design-Thinking ein. Arbeiten im Stehen, Schreiben auf Whiteboards und mobile Raumkonzepte gehören aber zum Design Thinking wie Erfinder IDEO es praktiziert.

 

Entwickelt durch IDEO wurde Design Thinking dadurch sehr bekannt, dass die amerikanische Elite-Universität Stanford ein eigenes Institut unter Schirmherrschaft von SAP-Gründer Hasso Plattner zu diesem Thema ins Leben gerufen hat, die mit der HPI School of Design Thinking (D-School) auch in Potsdam einen Ableger gefunden hat. 

Beispiel

Die HPI School of Design Thinking in Potsdam praktiziert Design-Thinking. Ebenso hat das in Stanford ansäßige Hasso Plattner Institute of Design auch mit Projektergebnissen wie dem "D-Light", einer Solar-Lampe für die dritte Welt, von sich Reden gemacht.


Ahmed Acar erklärt den Begriff Design-Thinking