Lexikon

Freibetrag

Der Begriff Freibetrag kommt aus dem Steuerrecht und bedeutet einen Betrag, der frei von einer Besteuerung bleibt.

Bei einem Freibetrag handelt es sich um einen Betrag, der von Brutto-Einkommen abgezogen wird und nicht besteuert wird. Eine andere Bezeichnung für den Freibetrag ist die Freigrenze. Für das restliche Brutto-Einkommen müssen die Steuern gezahlt werden. Dadurch, dass die Lohnsteuer geringer ist, erhält der Arbeitnehmer ein höheres Netto-Einkommen. Der Lohnsteuerfreibetrag wird sodann auf der Lohnsteuerkarte eingetragen. Es gibt festgesetzte Frei- und Pauschalbeträge, die Ihr zu versteuerndes Einkommen reduzieren. Bei einigen Beträgen zieht der Staat diese automatisch ab, andere müssen beantragt werden.

Werbungskosten und die Entfernungspauschale zählen zu den wichtigen Pauschalbeträgen für alle Arbeitnehmer. Auch bei Kindern kann man Freibeträge geltend machen, z.B. erhalten Alleinerziehende einen Entlastungsbetrag, welcher im Jahre 2015 deutlich erhöht wurde. Zudem fördern Übungsleiter- und Ehrenamtsfreibeträge freiwilliges Engagement. Auch sorgen die Pauschalbeträge bei Pflege-, Behinderten- und Hinterbliebenen für eine Unterstützung der Steuerzahler in schwierigen Lebensphasen.

Der Freibetrag im Einkommens-, Körperschafts-, Gewerbe- und Erbschaftssteuerrecht

Der Freibetrag ist gesetzlich im Einkommens-, Körperschafts-, Gewerbe- und Erbschaftssteuerrecht geregelt. Im Einkommenssteuerrecht bzw. Lohnsteuerrecht handelt es sich bei dem Freibetrag um einen Grundfreibetrag. In dem Tarif ist ein eingefügter Freibetrag, welcher das Existenzminimum des Steuerpflichtigen freilassen soll; er beträgt im Jahr 2009 7.834 Euro § 32a EStG. Weiterhin gibt es Freibeträge bei der Einkünfteermittlung, der Einkommensermittlung und im Rahmen des Lohnsteuerabzugs. Bei der Einkünfteermittlung handelt es sich um Freibeträge für Veräußerungsgewinne, Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, dem Versorgungsfreibetrag sowie den Einkünften aus dem Kapitalvermögen.

Wohingegen es sich bei der Einkommensermittlung um den Altersentlastungbetrag, den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, Freibeträge bei der Einkünfteermittlung aus Land- und Forstwirtschaft, dem Kinderfreibetrag, dem Betreuungsfreibetrag, dem Ausbildungsfreibetrag sowie dem Altenheim-Freibetrag handelt.

Im Bereich des Lohnsteuerabzugs § 39a EStG bedeuten Freibeträge, dass der Arbeitgeber den von ihm ausgezahlten Arbeitslohn um die erzielten Freibeträge herabsetzen darf und er auf diese Weise verpflichtet ist, die Lohnsteuer nur auf die verbleibende Restgröße einzuhalten.

Denn durch den eingetragenen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte können Arbeitnehmer erreichen, dass eine Orientierung der Lohnsteuerbelastung an der wahrscheinlichen Höhe ihres steuerpflichtigen Nettoeinkommens und nicht an den Bruttoeinnahmen stattfindet. Welche Freibeträge genau auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden können, regelt der bereits erwähnte § 39a EStG, worunter Freibeträge für Werbungskosten, Sonderausgaben, Pauschbeträge für Behinderte und Hinterbliebene fallen. Im Körperschaftsteuerrecht gilt, dass die Freibeträge für kleinere Körperschaften in Höhe von 3.835 Euro, die sich höchstens in Höhe des Einkommens gemäß § 25 KStG gesetzlich betragen dürfen. Im Gewerbesteuerrecht wird nach dem Gewerbeertrag berechnet. Bei Einzelgewerbetreibenden und Personengesellschaften fallen 24.500 Euro des Gewerbeertrags nicht unter die Besteuerung. Bei Unternehmen von juristischen Personen des öffentlichen Rechts beläuft sich hingegen der Freibetrag auf 5.000 Euro.

Im Erbschaftsteuerrecht gelten die persönlichen Freibeträge je nach Art der Verwandtschaft oder Beziehung eine unterschiedliche Bemessungsgrenze, handelt es sich um die Kinder, Kindeskinder, Ehegatten oder den Lebenspartner. Des Weiteren gibt es neben den Freibeträgen im Todesfall auch noch Versorgungsfreibeträge, um den Kapitalwert welches aus dem Todesanlass des Erblassers zustehen und nicht den Kürzungen der Versorgungsbezüge der Erbschaftsteuer nachstehen. Mehr dazu unter § 17 ErbStG. Diese unterscheiden sich dann nach dem Alter der Kinder oder ob es sich um Ehegatten handelt.

Beispiel

Die Berechnung des Gewinns aus einer selbstständigen Nebentätigkeit würde beispielsweise folgendermaßen aussehen: Alf erzielt im Jahr 2016 aus einer nebenberuflichen Tätigkeit als Nachhilfelehrer Einnahmen i. H. v. 5.400 EUR. Die damit angehörenden Ausgaben belaufen sich auf 2.900 EUR. Die Rechnung setzt sich wie folgt zusammen: Es belaufen sich die Betriebseinnahmen auf 5.400 EUR, davon sind nach https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html § 3 Nr. 26 EStG 2.400 EUR steuerfrei. Es bleibt ein Betrag in Höhe von 3.000 EUR übrig. Die nachgewiesenen Betriebsaus¬gaben in Höhe von 2.900 EUR werden mit dem Steuerfreibetrag in Höhe von 2.400 EUR abgegolten. Als Betriebsausgaben abzugsfähig ist die Differenz von 500 EUR x 500 EUR. Zu versteuern bleibt also der Gewinn aus der selbstständigen Tätigkeit von 2.500 EUR.


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