Lexikon

Genussrechtskapital

Was ist Genussrechtskapital?

Als Genussrechtskapital werden Wertpapiere bezeichnet, die eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital darstellen und über das Genussrecht eine jährliche Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn verbürgen. 

Das Genussrecht ist nicht etwa etwas kulinarisches, sondern ein juristischer Begriff aus dem Schuldrecht. Als Genussrechte werden Wertpapiere bezeichnet, die eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital darstellen, das heißt eine Konstruktion, die zwischen Aktien und Anleihen zu verorten ist.


Ein Genussschein-Inhaber erwirbt mit dem Kauf solcher Wertpapiere ein so genanntes Genussrecht, welches ihm eine jährliche Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn zusichert. Genussscheine verbriefen also Vermögensrechte. Das Genussrecht stellt ein rein schuldrechtliches Kapitalüberlassungsverhältnis dar, bei dem sich der Genussrechtsinhaber mittels eines Genussrechtsvertrages dazu verpflichtet, dem Genussrechtsemittenten das Genussrechtskapital zur Verfügung zu stellen. Als Gegenleistung erhält der Genussrechtsinhaber Vermögensrechte gewährt, beispielsweise eine vom Gewinn einer Unternehmung abhängige Vergütung, Optionsrechte oder eine Beteiligung am Liquidationserlös. Genussrechte sind also Wertpapiere, die in der Regel ein Recht auf Gewinn-, aber nicht auf Substanzbeteiligung vorsehen.


Die Anlageform von Genusskapital

Als Anlageform schließen Genussrechte ein Stimmrecht aus und bieten eine oftmals hohe Rendite. Im Falle einer Insolvenz oder einer Liquidation wird die Einlage eines Genussscheininhabers erst zurückgezahlt, wenn alle anderen Gläubiger vollständig ausgezahlt wurden. Es ist also denkbar, dass es zu einem Totalverlust der Einlage des Genussscheininhabers kommt. Vor allem werden keine Verwaltungsrechte (insbesondere Stimmrechten) durch Genussrechtskapital gewährt.


Durch die Sonderstellung von Genussrechtskapital können Kreditinstitute unter gewissen Voraussetzungen die von ihnen ausgegebenen Genussrechte (auch als Genussrechtskapital bezeichnet) als haftendes Eigenkapital anrechnen. So können Kreditinstitute, die kein Eigenkapital durch die Ausschüttung von Aktien aufnehmen können (beispielsweise Sparkassen) ihre Haftungsbasis erhöhen.


Voraussetzung für diesen Modus ist, dass die Genussrechte am laufenden Verlust teilnehmen und – wie oben schon thematisiert – im Insolvenzfall nachrangig bedient werden. Dem Kreditinstitut müssen die Genussrechte eine bestimmte Zeit zur Verfügung stehen. 

Beispiel

Im Jahr 2006 hat die Umweltbank mit dem Genussrecht Windpark Elbe-Weser-Land ein ökologisches Wertpapier mit festem Zins und überschaubarer Laufzeit angeboten. Das Genussrecht hatte ein Emissionsvolumen von zwei Millionen Euro und bot 6,35 Prozent pro Jahr auf zehn Jahre.

Alternative Schreibweisen und Falschschreibungen:

Genußrechtskapital, Genußrechtkapital, Genussrechtkapital


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