Lexikon

Gewerbesteuer

Was ist Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer ist eine Steuer, die an eine Gemeinde entrichtet wird und als sogenannte Realsteuer auf den Ertrag eines Gewerbes erhoben wird.

Gewerbesteuer als sogenannte Realsteuer

Die Gewerbesteuer wird als Gemeindesteuer von den Gemeinden erhoben. Deswegen fließt die erhobene Steuer zum größten Teil in die Kasse der Gemeinden. Bund und Länder sind durch die Umlagen auch an der Gewerbesteuer beteiligt. Für viele Gemeinden stellt die Gewerbesteuer die größte Einnahmequelle dar. 

Die im Gewerbesteuergesetz geregelte Gewerbesteuer ist eine sogenannte Real- oder Objektsteuer. Diese Bezeichnung bezieht sich darauf, dass die Höhe der erhobenen Gewerbesteuer lediglich an das Steuerobjekt anknüpft, ohne die persönlichen Verhältnisse des Eigentümers oder sonstiger Berechtigter in die Rechnung miteinzubeziehen. 

Wer muss die Gewerbesteuer zahlen?

Zahlungspflichtig sind alle stehenden Gewerbebetriebe im Sinne des Einkommensteuergesetzes (EStG), die im Inland eine Betriebsstätte haben. Ein stehender Gewerbebetrieb ist ein Gewerbe, das weder dem Marktverkehr- noch dem Reisegewerbe zuzuordnen ist. Als Beispiel sind hier Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung zu nennen. Von der Gewerbesteuer befreit sind Freiberufler und nicht gewerblich tätige Selbständige. Auch Betriebe einzelner Branchen müssen die Gewerbesteuer nicht entrichten: So zum Beispiel land- und forstwirtschaftliche Betriebe, staatliche Lotterieunternehmen, die Deutsche Bundesbank und andere Einrichtungen, die öffentlich-rechtliche Aufgaben und Funktionen wahrnehmen. 

Wie wird die Gewerbesteuer berechnet? 

Um die tatsächlich zu entrichtende Gewerbesteuer zu berechnen, werden das Einkommensteuergesetz und das Körperschaftssteuergesetz herangezogen. Der Gewerbeertrag, also die objektive Ertragskraft des jeweiligen Betriebes,  wird als Besteuerungsgrundlage herangezogen

Wer erhebt die Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer wird von dem Finanzamt, in dessen Zuständigkeitsbereich sich der Ort der Geschäftsleitung befindet, erhoben. Die Gewerbesteuer wird vierteljährlich an die zuständige Gemeinde im Voraus entrichtet. Die Termine für die Vorauszahlungen der Gewerbesteuer sind auf den 15. Februar, Mai, August und November festgelegt. Jede Vorauszahlung beträgt ein Viertel der Steuer, die sich bei der letzten Veranlagung ergeben hat. Obwohl die Gemeinden den Steuerbescheid verschicken, muss die Gewerbesteuererklärung einmal im Jahr bei dem zuständigen Finanzamt abgegeben werden. 

 

Beispiel

Das vor zwei Jahren von Peter und Philip gegründete Startup „P“ ist in Berlin angesiedelt. Deswegen entrichtet „P“ viermal im Jahr die Gewerbesteuer an die Stadt Berlin. 


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