Lexikon

Leveraged Buyout (LBO)

Was ist ein Leveraged Buyout?

Ein Leveraged Buyout (LBO) ist eine Unternehmensübernahme, die überwiegend durch Fremdkapital finanziert wird.

Dieser Begriff stammt aus dem englischen Sprachraum, wobei er sich gerade in der Welt der Wirtschaft fest in den deutschen Sprachgebrauch integrieren konnte. Doch was genau steckt hinter einem LBO? Der Leveraged Buyout ist eine bestimmte Form des Buyouts und bezeichnet eine Unternehmensübernahme, die überwiegend durch Fremdkapital finanziert ist. Die Unternehmensanteile können entweder durch externe oder interne Investoren übernommen werden. Bei dieser Art des Unternehmensaufkaufs sind Investoren mitsamt Eigenkapital beteiligt. Gleichzeitig wird vom Unternehmen beispielsweise durch die Aufnahme von Bankkrediten Fremdkapital beschafft. Die Investoren versuchen dann zusammen mit der Geschäftsführung eine optimale Aufteilung von Eigenkapital und Fremdkapital zu erreichen, wodurch die Rentabilität des eingebrachten Eigenkapitals des Unternehmens enorm erhöht werden soll. Dieses Phänomen ist auch unter dem Begriff „Leverage-Effekt“ bekannt, was dem Leveraged Buyout seinen Namen verliehen hat.

 

Der Leverage-Effekt


Seinen Namen verdankt der Leveraged Buyout also dem Umstand, dass bei dieser Technik eines Unternehmensaufkaufes der Fremdfinanzierungsanteil als Hebel zur Erhöhung der Rentabilität des eingesetzten private equity wirkt. Indem Fremdkapital bei relativ geringem Eigenmitteleinsatz aufgenommen wird, können zum Teil sogar große Unternehmen übernommen werden. Da durch ein Leveraged Buyout eine außergewöhnlich hohe Rendite des eingesetzten Eigenkapitals erreicht werden kann, ist diese Form natürlich auch sehr beliebt unter Investoren, die es auf schnelle und hohe Ausschüttungen des Unternehmens abgesehen haben.


Der Kauf des Unternehmens wird beim Leveraged Buyout also durch Bankkredite oder auch Anleihen in entsprechendem Umfang finanziert. Diese Beschaffungsarten des Fremdkapitals werden in der Regel durch die Aktiva des Unternehmens besichert und gleichzeitig mit Zins- und Tilgungslasten belegt. Die Rückzahlung erfolgt dann durch den generierten Cashflow. Eine angestrebte Art der Refinanzierung des Leveraged Buyouts ist der anschließende Weiterverkauf von Unternehmensanteilen. Geschieht die Übernahme nur durch das Management, wird von einem Management-Buyout gesprochen.

Beispiel

Der Elektronikhersteller Siemens-Nixdorf wurde 1999 von verschiedenen Finanzinvestoren durch einen Leveraged Buyout übernommen und im Jahr 2004 unter Erzielung einer hohen Rendite an die Börse gebracht.

Alternative Schreibweisen und Falschschreibungen:

Leveraged Buy-Out